Teil 1
Teil 4
Teil 7
Teil 10
Teil 2
Teil 5
Teil 8
Teil 3
Teil 6
Teil 9

TEIL 1

Der Einzug, ein Kuss und Special Effects.

In jeder heiligen Messe begegnen wir Gott ganz real. Hier öffnet sich sozusagen das Tor zum Himmel. Gott ist wirklich da. In dieser Serie zeigen wir dir, wie die Messe für dich zu dieser geheimnisvollen Begegnung werden kann.

Text: Michi Cech und P. Thomas Figl

Der Einzug ist das erste Element der heiligen Messe. Bei großen Hochämtern wird sehr feierlich in einer langen Prozession durch die Kirche gegangen. Und das ist nicht nur ein einfaches Gehen zum Altar, sondern es erinnert daran, dass Jesus Christus selbst einzieht, denn in gewisser Weise ist in der Person des Priesters Jesus selbst gegenwärtig. In der Messe spricht er nämlich dann die Worte: „Das ist mein Leib und das ist mein Blut“ – und das kann der Priester nur im Namen Jesu sagen. Das ist eben die besondere Aufgabe des Priesters, zu der er geweiht ist, dass er bei der heiligen Messe im Namen Jesu und für ihn handelt. Trotzdem bleibt der Priester ein Mensch, mit all seinen Schwächen und Eigenheiten.

Einzug in dein Herz

Beim Einzug zieht also der Priester symbolisch oder stellvertretend für Christus ein. Dabei kannst du besonders an den Einzug Jesu nach Jerusalem denken, wo er sein Leben am Kreuz opfern werden wird. Auch hier in der Messe wird dieses Opfer geschehen – für uns. Jesus schenkt sich ganz hin in dem Stück Brot und in dem Wein. Und so kannst du für dich selbst darüber nachdenken, dass Gott selbst, Jesus Christus, jetzt ganz persönlich auch zu dir kommt. Wenn wir verstehen, wer hier zu uns kommt, dann wird die heilige Messe schon von Beginn, vom Einzug weg, eine ganz neue Bedeutung für uns haben.

Wer schon einmal auf seinen Freund oder seine Freundin gewartet hat, der versteht, wie schön es ist, wenn er oder sie dann endlich kommt! Jesus ist wirklich unser Freund. Und er kommt in der Messe wirklich zu uns. In der Bibel gibt es ein schönes Wort, wo Gott sagt: „Ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich eintreten und mit ihm Mahl halten…“ So können wir daran denken, dass Jesus an die Tür meines Herzens klopft. Und wenn die Messe mit dem Glockenzeichen beginnt, die Tür sich öffnet und der Priester einzieht, machen auch wir die Tür unseres Herzens auf, damit Christus bei uns einziehen kann. Darum stehen wir auch auf. Denn es kommt ein hoher Besuch!

Ein Kuss zur Begrüßung

Der Priester zieht also ein und wir sind innerlich schon mitten im Geschehen. Nun geht er zum Altar und küsst diesen mit einer großen Verneigung. Denn auch der Altar ist ein besonderes Symbol für Jesus Christus selbst. Der Altar ist nicht einfach nur ein Tisch, sondern er wurde in einer ganz würdigen Feier einmal gesalbt und geweiht. Im Judentum wurden die Opfer der Tiere auf einem Altar dargebracht. In der Messe ist das Opfer aber kein Tier mehr, sondern Jesus selbst hat sich als das Opferlamm für uns geopfert hat. Und dieses letzte und einzige Opfer geschah nicht auf einem Altar aus Stein, sondern sein Leib selbst war gewissermaßen dieser Altar. Mit diesen Gedanken küsst der Priester nun den Altar. Und wir können daran denken, dass wir ganz ehrlich und mit einem bereiten Herzen zu Gott kommen möchten. Unser Kommen soll nicht ein Judaskuss sein, wenn wir zum Beispiel in die Messe gehen, sonst aber nur an unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen denken. Mit einem Kuss vertraut man sich dem anderen an, man schenkt sich selbst her. In der Messe geht es um dieses Schenken. Es geht wirklich um Liebe und um Schenken und wir können sagen: „Lieber Gott ich möchte dich ehrlich lieben! Ich bin für dich da!“

Weihrauch: Nicht bloß ein Special Effect

Nach dem Kuss folgt bei großen Festen noch ein weiteres Zeichen, welches deutlich macht, dass es hier um etwas Heiliges, um etwas Göttliches geht. Weihrauch wird entzündet und der Altar so in Nebel gehüllt. Weihrauch ist ein Zeichen für Göttlichkeit. Früher sind Christen nur dafür in den Tod gegangen, weil sie dem weltlichen Kaiser kein einziges kleines Weihrauchkorn auf die Kohle legen wollten. Machen wir uns bewusst, dass wir hier nicht zu einer Theatervorstellung mit Special Effects gekommen sind, sondern zu einem heiligen Ereignis, wo Gott sich für mich persönlich hingibt und sich mir schenkt. Genauso wie der Weihrauch alles einhüllt und emporsteigt, so erheben wir unser Herz in die Höhe zu Gott, der uns begegnen möchte.

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