In jeder heiligen Messe begegnen wir Gott ganz real. Hier öffnet sich sozusagen das Tor zum Himmel. Gott ist wirklich da. In dieser Serie zeigen wir dir, wie die Messe für dich zu dieser geheimnisvollen Begegnung werden kann.

Text: Michi Cech und P. Thomas Figl

Der Glaube ist nicht bloßes Gefühl. Es geht um eine Wahrheit. Das machen wir uns beim Glaubensbekenntnis bewusst. Wir erklären vor uns selbst und voreinander, was wir glauben.

„Ich glaube an Gott.“ Dieses Glauben ist nicht nur ein: „Vielleicht, vielleicht auch nicht.“ Es ist vielmehr ein: „Ich glaube DIR.“ Bei einem guten Freund ist das nicht unvernünftig. Jemandem glauben, ist also keineswegs eine unsichere Sache. Wenn wir nun sagen, wir glauben AN Gott, dann ist das noch eine Stufe mehr. Wir glauben einerseits all den Menschen, der Kirche, die Gott in ihrem Leben erlebt haben. Und wir glauben daran, dass Gott der letzte Ursprung von allem ist. „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ An Gott glauben, heißt, auf ihn zu setzen, und zwar alles, sein ganzes Leben.

Wir glauben, dass Gott ein Vater ist. Ein liebender Vater, der für seine Kinder das Beste will, sie auch zum Guten erzieht, eben wie ein Vater. Und wir glauben an Gott, den Sohn: „…an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn.“ Gott ist nicht ein einsames Individuum. Gott ist von Anfang an Gemeinschaft. Wir nennen das dreifaltig, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Gott ist nur ein Gott, aber von Ewigkeit her gibt es in Gott ein Gegenüber und eine Dynamik.

„Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“ – Was wir hier bekennen, ist das Unglaubliche des Christentums. Dieser Gott der Ewigkeit, tritt in die Geschichte der Zeit ein und wird Mensch. Ja, er macht sich von den Menschen abhängig, vertraut auf ihr Mitwirken, wie eben bei Maria. Und auch auf das Risiko, dass ihn die Menschen nicht annehmen. „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes.“ Diese Geschichte Jesu ist eine historische Tatsache. Sein Ende auf Erden war der Tod am Kreuz. Aber genau durch dieses Drama, hat er das Böse und das Schlechte besiegt und seine Macht gezeigt, denn er ist „am dritten Tage auferstanden von den Toten.“

Unser Glaube geht aber noch weiter. Jesus ist „aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“. Das ist natürlich ein Bild. Es gibt da nicht drei Sesseln auf einer Wolke. Aber es meint, dass Gott auch jetzt, in jedem Augenblick, die Welt regiert. Er ist bei uns und jeden Augenblick mit uns. „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Dass es einmal ein Ende der Welt geben wird, das sagen auch die Wissenschaftler. Wir Christen glauben aber, dass das Ende der Welt etwas ist, worauf wir uns freuen können. Denn hier kommt Jesus in Herrlichkeit wieder und alles Elend und Übel wird dann ein Ende haben. Doch wann das sein wird, wissen wir nicht. Wir sind vielmehr aufgerufen, jeden Augenblick unseres Lebens so zu leben, als wäre es unser letzter.

„Ich glaube an den Heiligen Geist.“ Im apostolischen Glaubensbekenntnis steht hier einfach nur ein kurzer Satz. Im Großen Glaubensbekenntnis wird unter anderem noch hinzugefügt: „der lebendig macht“. Überall dort, wo der Heilige Geist wirkt, wird der Glaube lebendig, entsteht eine Dynamik, eine Begeisterung. Darum folgt gleich danach das Bekenntnis an „die heilige katholische Kirche“. Nur mit dem Blick auf den Heiligen Geist wird die Kirche das, was sie sein soll. Gott hat die Kirche eingesetzt, damit seine Botschaft weitergetragen wird.

Wir bekennen weiter die „Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden“. Die Heiligen sind nicht nur die Heiligen im Himmel. Wir alle, die wir getauft sind, dürfen uns zu dieser Gemeinschaft zählen. Jeder sehnt sich nach einer echten Gemeinschaft, denn niemand ist gern allein. Überall dort, wo der Glaube ernsthaft gelebt wird, spüren wir etwas von dieser geheimnisvollen Gemeinschaft.

Die „Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ sind zum Schluss zwei Dinge, über die es sich auszahlt, einmal wirklich nachzudenken. Glauben wir wirklich an die Auferstehung? Dass wir wirklich mit einem Leib ewig weiterleben werden. Glauben wir das? Können wir nach dem Sprechen des Glaubensbekenntnisses in der Messe ganz bewusst und entschieden das „Amen“ – „So ist es“ – sagen? Der Glaube fordert unser ganzes Herz und genauso unseren ganzen Verstand. Nicht, dass wir alles bis ins Letzte verstehen müssen. Aber wir können verstehen, dass wir jemandem vertrauen können. Wir wissen, dass uns ein echter Freund niemals enttäuscht.

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