Billie Eilish bereut ihren Pornografie-Konsum.

Text Sebastian Cotroneo

„Ich glaube, dass Pornos eine Schande sind.“ Mit dieser Aussage ließ Sängerin Billie Eilish unlängst aufhorchen. In einer Radiosendung mit dem US-Radiosender Sirius XM sprach sie offen von ihrer Pornografiesucht. „Um ehrlich zu sein, ich schaute wirklich viele. Mit ungefähr 11 Jahren begann ich, Pornos zu schauen.“ Früher hätte sie Pornos als ganz normal gesehen und dachte, dass sie mit dieser Einstellung zu den „Coolen“ gehöre, die offen über Pornographie reden können und kein Problem damit haben. Jetzt im Nachhinein sieht sie die Sache anders.

Schäden

Billie ist überzeugt, dass ihr der Konsum von Pornos nachhaltig geschadet hat. „Ich glaube wirklich, sie haben mein Gehirn zerstört. Und ich fühle mich unglaublich schlecht, weil ich so vielen Pornos ausgesetzt war. Ich hatte deswegen sogar Schlafstörungen und Alpträume“, sagte die Sängerin. „Ich bin so wütend, dass Pornographie so positiv gesehen wird, wütend mit mir selbst, dass ich glaubte, dass Pornos ok seien.“

Nicht die Realität

„Ich habe nicht verstanden, warum das so schlimm ist – ich dachte, so hast du gelernt, wie man Sex hat“, erinnert sich die Sängerin. Erst im Gespräch mit ihrer Mutter habe sie später erkannt, dass Pornografie nicht die Realität darstelle. Heute findet Billie Eilish besonders schlimm, wie Frauen und ihre sexuellen Erfahrungen in Pornos total verzerrt dargestellt werden.

Das Spiel mit dem Gehirn

Pornografie spielt mit unserem Gehirn. Wir alle sind auf der Suche nach Nähe und emotionaler Wärme. Schon als Baby und Kleinkind werden Verknüpfungen im Gehirn geprägt, wir lernen: Nackte, warme Haut ist gleich Liebe, Fürsorge, Zuneigung. In der Pubertät erfahren wir dazu noch das Gefühl von Lust und entwickeln die Sehnsucht nach sexueller Vereinigung. Empfinden wir nun innige körperliche Nähe, werden in unserem Gehirn bestimmte Hormone ausgeschüttet, durch die wir uns glücklich und geliebt fühlen.

Genau an diesem Punkt dockt Pornografie an: Durch das Anschauen von Pornos kommt es zu einer vermehrten Dopamin (=„Glückshormon“) Ausschüttung in unserem Gehirn. Das Gehirn kann Realität nicht von Illusion unterscheiden und gaukelt uns also genau das gleiche Gefühl von Liebe und Wärme vor, wie bei einer echten Begegnung. Wonach wir uns aber wirklich sehnen, bleibt unerfüllt.

Kanye West

„Ich musste meine Pornosucht in den Griff bekommen“, bekannte auch US-Rapper Kanye West.  Schon als 5-Jähriger kam er mit Playboy-Heften seines Vaters in Kontakt. Dieses Erlebnis in der frühen Kindheit hätte einen schlechten Einfluss auf sein gesamtes Leben gehabt. Pornos wurden zur Flucht vor sich selbst und seinen Problemen.

Der sympathische deutsche Popsänger aus dem Erzgebirge Toni Kraus alias Toni ist während seiner Jugend mit Pornos in Berührung gekommen. Vor kurzem erzählte er, wie sich daraus eine richtige Sucht entwickelte, die ihn hart getroffen hat. Gescheiterte Beziehungen, Untreue, Affären, Schlaf- und Angststörungen und sogar eine Gesichtslähmung. „Zwischen gescheiterten Beziehungen und falschen Entscheidungen verlor ich mich selbst“, heißt es in seinem Video zu seinem Song „Mein Zuhause“, in dem er seine Veränderung beschreibt. „Gott veränderte mein Leben“, so ist er heute als bekennender Christ überzeugt und er sagt von sich selbst: „Ich bin frei von Pornografie.“

Toni

Das macht Pornografie mit dir

* Die krasse Ausschüttung von Dopamin im Gehirn führt zur Abhängigkeit.

* In dir entwickelt sich eine falsche Vorstellung, wie Sex ist oder sein muss.

* Unbewusst werden (vor allem) Frauen zum Objekt gemacht.

* Die Einstellung wird eingeprägt, dass Sex nichts mit Liebe und Babys zu tun hat.

* Beziehungen werden zerstört. Immerhin geht man genau genommen „virtuell fremd“.

* Du wirst innerlich einsam. Die anonyme Illusion von Intimität verschwindet, sobald man den PC herunterfährt.

* Es entwickelt sich ein Gefühl der Scham, das man überspielt oder verdrängt.

* Du baust eine Mauer zwischen dir und Gott, weil du innerlich weißt, dass Gott etwas anderes für dich möchte.