YouTuberin Jana über ihre Corona-Infizierung, die Quarantäne und ihren Glauben.

Die junge Deutsche Jana Highholder ist Medizin-Studentin, Poetry-Slammerin, YouTuberin und ganz allgemein, wie sie sagt, „Gottes Influencerin“. Wir haben mit ihr über ihren Glauben und ihre Zeit in der Quarantäne gesprochen.

Interview: Ines Breiner

YOU!: Jana, wie geht es dir in Zeiten wie diesen?

Jana: Mir geht es gesundheitlich längst wieder gut. Meine Corona-Infizierung habe ich längst überwunden. Innerlich bin ich gerade meistens in absolutem Gottvertrauen, das heißt, ich freue mich auf das Unbekannte, was kommt. Gleichzeitig schlägt das Pendel auch ab und zu mal in die andere Richtung aus, wo ich mir denke, alle Sicherheiten scheinen so nichtig. Da muss ich mich selbst immer wieder erinnern, an wen und was ich glaube und worauf sich mein Leben gründet. Auf welches Fundament ich gebaut habe und weiterbauen will.

Du bist Poetry-Slammerin und YouTuberin. Wie würdest du dich selbst beschreiben? Wer ist Jana?

Jana: All das, was ich tue, ist irgendwie nur Frucht dessen, wer ich bin. Da stoppe ich mich immer wieder und sage, nicht von dem, was du tust, kein Buch, das du geschrieben hast, kein Video, das du veröffentlicht hast, nichts von deinen Posts ist, wer du bist. Sondern das, was du tust, gründet sich in dem, was Gott in dich hineingelegt hat. Eigentlich ist Jana nur ein quicklebendiges Mädchen, das Jesus liebt, das es liebt, Gemeinschaft zu haben, unter Menschen zu sein und der besten Botschaft der Welt Worte zu leihen. Aber all das, was mittlerweile vielleicht auch an Professionalität gewonnen hat, damit hat sich mein Innerstes, mein Ich, nicht geändert.

Wie bist du eigentlich zum Texten gekommen?

Jana: Ich habe in meiner Jugend lange Zeit damit gehadert, dass ich nicht wusste, was mein Talent war, was ich richtig gut konnte. Darüber bin ich fast verzweifelt. Ich dachte mir: „Gott, hast du mich einfach übersehen?“ In einem Gespräch mit einer guten Freundin wurde mir bewusst, dass ich eigentlich ganz gut schreiben kann und es auch gerne tue. Danach hab ich mir Stift und Papier genommen und meinen ersten Text geschrieben. 2014 habe ich an meinem ersten Poetry-Slam teilgenommen und hatte damit sehr schnell Erfolg. Schon bald fragte mich jemand, warum ich dieses Talent nicht für meinen Glauben, für Gott benutze. Ich hab mich anfangs nicht getraut, einen Text über meinen Gott zu schreiben, weil ich dachte, das muss der Text aller Texte werden. Aber dann hab ich mich trotzdem hingesetzt, dafür gebetet und einen Text geschrieben, der sich „Dein Kind“ nannte.

Was willst du mit deiner Arbeit bewirken? Welche Rolle spielt dabei auch dein YouTube-Kanal „Jana glaubt“?

Jana: Ich möchte den Menschen dort begegnen, wo sie sind. In unserer Generation sind das die Sozialen Medien. Ich glaube, wenn Gott sagt: „Wer sucht, der wird finden“, dann lässt sich dieser Gott von uns finden. Und das auch über Google, über Instagram, über YouTube. Und es liegt an uns, diese Plattformen so zu bespielen, dass er da Platz hat. Aber ich bin nicht YouTuberin, nicht vorrangig. Es ist ein Rahmen für mich, aber der kann sich auch wieder ändern. Was, wenn ich kein YouTube mehr mache, habe ich dann keine Relevanz mehr? Ist mein Name dann nichtig, oder mein Sein und mein Tun? Nein! Ich will mir sagen: Deine Identität ist in Christus und deine Wurzeln sind tiefer.

Du hattest ja ziemlich lang Corona. Wie war die Quarantäne für dich?

Jana: Ich war 47 Tage lang unter Quarantäne! Aber in so einer langen Zeit in Isolation erlebt man verschiedene Phasen. Meine erste war die von Trauer und Wut, Rebellion. Auf einmal stoppte mein ganzes Leben. Ich habe wieder einmal gemerkt, je schneller ich meinen Blick von den Umständen löse, über sie hinaussehe, desto eher kann Gott mit mir weitermachen. Ich predige immer, jeder Mensch hat seine Bühne. Dort wo du bist, ist deine Bühne. In deinem Umfeld, in deiner Schule, in deinem Sportverein ist deine Bühne. Mitten in diese Zeit hinein wurde ich voll ermutigt: Dein Zimmer, deine 12 Quadratmeter hier, das ist gerade deine Bühne. Zuerst dachte ich: Gott, ich bete und bete, dass du mich hier herausholst. Wenn du das nicht tust, dann werte ich es nicht als, du antwortest nicht auf meine Gebete, sondern du antwortest eben nicht so, wie ich mir das wünsche. Hast du mir vielleicht etwas zu sagen? Habe ich hier in diesen vier Wänden etwas zu tun? Ich glaube, dass das, was ich in dieser Corona-Zeit auf Instagram und YouTube gemacht habe, volle Durchschlagkraft hatte. Alle suchen gerade nach Antworten. Die Menschen sind alle auf der Suche und vielleicht finden sie gerade durch meine Videos oder Instagram-Stories jemanden, der nicht nur über etwas redet, sondern mittendrin ist und es erlebt. Wahrscheinlich war das nicht explizit mutig, aber es hat echt Herzen bewegt und erreicht in dieser Zeit. Ich glaube, dass Gott dadurch gewirkt hat.

Für viele war diese Zeit auch im Glauben eine Herausforderung. Plötzlich konnte man nicht in die Kirche gehen und sich nur online treffen. Wie gehst du damit um?

Jana: Als ich vor über zwei Jahren mit YouTube gestartet habe, war es noch so eine Randerscheinung, weil Kirchen sich immer noch dagegen gewehrt haben. Und jetzt merken wir, dass wir nicht mehr darum herumkommen, wenn wir von gesellschaftlicher Relevanz sein wollen. Ich glaube, dass das eine positive Entwicklung ist, und ich hoffe, dass wir das beibehalten. Denn wir wünschen uns immer, dass wir Menschen in Gottesdienste bringen, die nichts mit dem Glauben zu tun haben. Aber die Hürde, sonntags in einen Gottesdienst zu gehen, ist tausendmal höher, als einfach nur einen Link anzuklicken, von zuhause aus. Und auf einmal erreichen wir die Leute, von denen wir uns schon immer gewünscht hätten, sie würden kommen. Das ist etwas wirklich Gutes, denke ich. Aber ich glaube, da beginnt es gar nicht. Es beginnt in deinem Inneren, bei deiner intimen Beziehung mit Gott, denn das ist das Erste, was sich gerade in Frage stellt. Hast du da eine lebendige Beziehung, lebt das aus einem Du und Ich, einem Wir, einem Gespräch mit deinem Gott? Was ist da in dir? In so einer Zeit der Stille, von weniger Beschäftigung, kommen Dinge hoch. Aber weil wir die nicht sehen wollen, sind wir immer beschäftigt, unterwegs, am Smartphone… Ich glaube, da liegt der erste Step in deiner persönlichen Beziehung, Du und Gott.

Was möchtest du Jugendlichen noch mit auf den Weg geben?

Jana: Wir wissen nie, was morgen oder übermorgen kommen wird. Dieses Gefühl der Unsicherheit soll uns eben nicht zweifelnd hinterlassen, sondern genau an diesem Punkt dürfen wir uns in die Arme eines Vaters fallen lassen, von dem wir wirklich glauben, dass er uns liebt und dass er das Beste mit uns vorhat.

HEUTE EWIG – JANA HIGHHOLDER | BUCH

Poetry Slams von Jana

In ihrem Buch „heute ewig“ hat Jana viele ihrer Texte festgehalten.

Erhältlich bei uns im YOU! Bookstore!

ZUM BOOKSTORE