Liz Tabish – Maria Magdalena in „The Chosen“ hat durch ihre Rolle einen ziemlichen Prozess durchgemacht. In vielen Interviews erzählt sie, wie die Rolle als Maria Magdalena sie verändert hat.

Die Schauspielerin ist katholisch aufgewachsen, verlor jedoch im Laufe der Zeit den Bezug zum Glauben. Durch die Rolle der Maria Magdalena entdeckte sie wieder neu, wer Jesus für sie auch im echten Leben ist. Wir haben einige ihrer Erkenntnisse aus mehreren YouTube Interviews für euch zusammengestellt.

Über Maria Magdalena

Liz Tabish: „Wir begegnen Maria Magdalena an ihrem tiefsten Punkt der Verzweiflung. Sie denkt an Selbstmord, weiß nicht, wie sie weitermachen soll. Dann sehen wir sie befreit, verändert und ziemlich glücklich und im Frieden. In Staffel 2 wird sie getriggert und fällt zurück, aus Angst oder weil es ihr an Selbstwert fehlt. Also, wir sehen ein sehr realistisches Bild an Wachstum. Zwei Schritte vorwärts, einen zurück. Jesus sagt ihr, er will nur ihr Herz. In Staffel 4 hat sie ihren Platz gefunden und kann jetzt anderen helfen. Es ist eine schöne Geschichte, wie die schlechtesten Dinge aus unserem Leben dazu verwendet werden können, um andere zu trösten und dann ihnen durch deren schwierige Zeit zu helfen.“

Connection zur Rolle

Liz Tabish: „Eigentlich wollte ich mit dem Schauspielen aufhören. Es hat fürs Leben einfach nicht gereicht. Ich habe nicht gesehen, wie es weitergehen soll, und hatte das Gefühl, etwas verloren zu sein in der Welt. Mit diesem Charakter hatte ich sofort so eine starke emotionale Verbindung, sodass ich dachte, das ist weird, fast schon unheimlich.“

„Als ich die Rolle bekam, war ich definitiv eher wie Lilith [Anm. Maria Magdalena vor ihrer Begegnung mit Jesus]. Ich verstand ihren Schmerz und ihre selbstgeschaffene, innere Hölle. Und die schlechten Entscheidungen, die sie aus dem Schmerz heraus traf. Und die führten dann zu noch mehr Schmerz und weiteren schlechten Entscheidungen. Das kann ein Teufelskreis sein. Also, damit konnte ich mich identifizieren. Aber auch mit ihrer Sehnsucht nach neuer Hoffnung und nach Erlösung aus all dieser Dunkelheit. Im Lauf der Jahre konnte ich dann immer mehr mit Maria anfangen, mit ihrer Begeisterung und Lebensfreude. Und ihrem Wunsch, sich zu verändern und sich auf das Gute und die Zukunft zu konzentrieren.“

Erlaubnis zu wachsen

Liz Tabish: „Jesus sieht, wer sie wirklich ist. Ihr Herz. Sie bekommt diesen komplett neuen Start. Und trotzdem bleibt alles ganz menschlich, mit all den Fehlern. Aber wir sehen sie, wie sie es versucht, besser zu werden. Für mich war das wunderschön, das zu spielen und das auf mein eigenes Leben anzuwenden. Einfach, diese Erlaubnis zu wachsen. Du musst nicht diese Person sein, die jeder von dir erwartet, dass du bist. Oder möchte, dass du bist. Wir dürfen uns verändern, wir haben die Erlaubnis zu wachsen. Das ist ein wunderschönes Geschenk. Es ist der ganze Punkt im Leben, dass wir dranbleiben im Wachsen. Also, zu versuchen, ein besserer Mensch zu werden, sich nicht nur um sich selbst zu drehen.“

Der eigene Glaube

Liz Tabish: „Die Serie hat mich aus einem mentalen Nebel gerüttelt, irgendwie. Vielleicht einen geistlichen Nebel. Davor war ich sehr zynisch und skeptisch. Ich habe in Religion nur das Schlechte gesehen. Diese Scheinheiligkeit in der Kirche. Den Missbrauch. Ich glaube, ich war sehr enttäuscht durch manche Erfahrungen, die ich in der Kirche gemacht habe. Oder mit Leuten, die sehr fromme Kirchenmenschen waren. Und so hab ich das Baby mit dem Bad ausgeschüttet. Ich hab alles scheinheilig gefunden. Durch den Dreh habe ich die Bergpredigt, die Seligpreisungen, alles so hautnah erlebt, wie es tatsächlich ganz praktisch ausgesehen haben könnte. Das hat mich daran erinnert, wer Jesus war und ist.“

„Es ist für mich ein echtes Privileg, so einen wundervollen, komplexen, weiblichen Charakter zu spielen. Durch diese Verbindung zu ihr bin ich in meinem eigenen Glauben sehr berührt worden. Es ist fast eine heilige Erfahrung, jemanden darstellen zu dürfen, der so nah bei Jesus war. Sie hat ihn so sehr geliebt, und daran muss ich jedes Mal denken, wenn ich sie spiele. Diese tiefe, tiefe Liebe zu Jesus. Sie ist bei ihm geblieben bis ganz zum Ende und sie war die Erste, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hat. Das ist so besonders.“

Tiefe Erkenntnis im Schmerz

Liz Tabish: „Du kannst selbst seine [Jesu] Liebe für andere sein, die sie brauchen. Ich glaube, das Ziel ist, den eigenen Schmerz, den man erlebt hat, zum Guten zu benutzen. Ihn bei anderen zu erkennen, und dann hinzugehen und ihnen die Liebe von Jesus zu bringen. Was mich immer wieder umhaut, ist die Tatsache, dass nichts davon ein Fehler war: Der ganze Schmerz, den ich durchgemacht habe, die Depression. Gott hat das alles benutzt, sodass ich diese Rolle spielen kann. Ich könnte das gar nicht so spielen, ich hätte die Rolle gar nicht bekommen, wenn ich das nicht alles durchlebt hätte. Zu wissen, dass alles aus einem guten Grund passiert, und dass du in allem geliebt bist, dass du immer gesehen wirst. Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass da jemand ist. Das ist schwer für mich, das auszusprechen, weil ich nie daran geglaubt habe: Aber es gibt einen Plan. Und er ist so gut geschrieben, dass es fast unglaublich klingt. Und noch mal: Ich sage das jetzt so, aber ich habe es nie geglaubt. Ich habe lange mit sehr viel Zynismus gelebt. Und jetzt lebe ich mein Leben und sehe, dass das, was ich als meine größten Fehler betrachtet habe, benutzt wird, um eine Figur zu verkörpern, die für Erlösung und Hoffnung steht. Es haut mich um und ich bin dankbar dafür. Und ich wünsche mir für alle, die die Serie sehen, dass sie spüren, dass es ein Leben nach dem Abgrund gibt, ein glückliches Leben. Das ist wirklich möglich. Man muss an sich arbeiten und man muss sich bewusst dafür entscheiden. Das müssen wir dazu tun. Wir müssen es wollen.“

Quellen: Aus YouTube Interviews folgender Kanäle: The Chosen Deutsch, catholicnewsagency, CBN News