Mönchline: Brauche ich einen Beichtvater?

Lieber Mönch!
Ich gehe regelmäßig beichten, aber ich gehe immer woanders oder bei jemand anderem. Brauch ich vielleicht auch einen Beichtvater, zu dem ich fast immer gehe, weil er mich besser kennt? Und wie finde ich einen, der zu mir „passt“? Oder brauche ich gar keinen? Was ist am besten, oder besser? – Angelika

Liebe Angelika!
Zunächst finde ich es einfach toll, dass du regelmäßig zur Beichte gehst! Dadurch wirst du immer wieder frei von allem, was dich hindert, Jesus näher zu kommen. Und die Gnade, mit der dich jede Beichte erfüllt, gibt dir mehr Liebe zu ihm und zu deinen Nächsten.

Zu deiner Frage nach einem „fixen“ Beichtvater sage ich dir: Wenn du immer zu einem anderen gehst, erlebst du zwar eine gewisse Abwechslung in dem Sinn, dass jeder anders ist und du deshalb wahrscheinlich ziemlich oder sogar sehr verschiedene Antworten bekommst. Das hat aber den „Nachteil“, dass dich diese Beichtväter nicht kennen und dir, so denke ich mir, deshalb nur allgemeine Ratschläge und Antworten geben können. Man könnte sagen: „Jeder muss mit dir von vorne anfangen.“ Ein fester Beichtvater, also einer, zu dem du immer – oder vielleicht fast immer – gehst, kennt dich mit der Zeit immer besser und kann dir konkrete Ratschläge geben, die deine Lebenssituation genau treffen. Ihn wirst du wahrscheinlich auch eher Sachen fragen, die du dich vielleicht bei einem anderen, der dich gar nicht kennt, nicht so Recht fragen traust. Auch wenn du mal Zweifel hast oder gar in einer Krise bist, kann er dir gut helfen, weil er dich gut kennt. Wichtig ist dabei, das ist klar, dass du zu so einem festen Beichtvater Vertrauen hast, sonst geht das nicht.

Wie kannst du einen finden, der zu dir passt? Da würde ich Folgendes sagen: Erstens sollte er irgendwie in deiner Nähe sein. Also nicht einer, von dem du vielleicht gehört hast, dass er ein Super-Beichtvater ist, aber er ist weit weg und du kannst bloß einmal im Jahr hin. Zweitens kannst du dich mal umhören, ob jemand in deinem Bekanntenkreis einen Beichtvater hat und oder vielleicht einen kennt, zu dem man ein solches Vertrauen haben kann und der einem gut hilft. Es könnte nämlich sein, dass er auch für dich passt. Vor allem wirst du bei der Beichte selber merken, ob er der Richtige für dich ist: Wenn du dich im Gespräch verstanden fühlst; wenn du den Eindruck hast, was er sagt, hilft dir; wenn er sich auch die entsprechende Zeit nimmt; wenn er dir nicht bloß eine allgemeine Sache sagt, sondern etwas auf dich Zugeschnittenes; wenn er dich ermutigt, dich vielleicht auch tröstet, dich mal auch ermahnt; wenn er dir nicht bloß irgendetwas sagt, sondern dir hilft, Gott näher zu kommen, auch wenn das vielleicht schwer ist. Mit einem Wort, wenn du Vertrauen gefunden hast. Es kann sein, dass du das beim ersten Mal erkennst, aber auch, dass du zwei oder drei Mal hingehst und das erst dann merkst. Das Wichtigste ist natürlich, dass du Gott darum bittest, so einen Beichtvater zu finden. Wenn das tatsächlich geschieht, wäre es auch nicht schlecht, ihm dann mal zu sagen, dass du gerne regelmäßig zu ihm kommen willst. Das ist natürlich nicht deine „Pflicht“, aber für gewöhnlich hilft es ihm und er kann sich darauf einstellen.

– Dein Mönch

[Foto: (c) istockphoto]

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