Wir kennen sie alle, die Vorsatz-Jäger, die nicht genug bekommen können von Ideen, die sie dann mit Tinte auf ein weißes, reines Blatt Papier schreiben, am besten in einen neu-erhaltenen Notizblock. Doch meistens bleibt es aber bei dieser einen Seite. Bis wir im nächsten Jänner dieses Notizbuch wieder aufschlagen und feststellen, dass wir nichts geschrieben, sondern nur mit Ideen gespielt haben. Aus diesem Grund hatte ich immer Angst vor Neujahrsvorsätzen und lies sie bleiben. Nichtsdestotrotz kam ich, nach einem ernsten Gespräch mit mir selbst, zu ein paar Erkenntnissen, die in meiner Zukunft nicht fehlen sollen.

AnnalenaAnnalena Schuh

1. Es geht nicht nur um mich

Das musste ich erstmal erkennen. Es scheint paradox, da ich selbst die Vorsätze schreibe. Dann müssen sie doch wenigstens von mir handeln, oder? Das brachte mich zur Frage: Warum setze ich mir überhaupt Ziele, was ist der Grund, und was erhoffe ich mir davon?
Ein besserer Mensch zu werden, weniger lästig meinen Mitmenschen gegenüber zu sein, endlich fähig zu sein eine Glühbirne auszutauschen? Das musst du für dich selbst beantworten.
Ich hab persönlich entschieden, dass es darum geht Gutes zu hinterlassen – in jedem Bereich. Dabei muss es sich auch nicht um mich drehen, sondern vielleicht ist es genau dieses Jahr dran, mehr Briefe zu schreiben, einen einsamen Menschen zu besuchen oder anzurufen.

2. Habits > Goals

Es ist mittlerweile wiederholt bewiesen worden, dass Gewohnheiten erstellen nachhaltiger ist, als sich einmalige Ziele zu setzen. Diese Gewohnheiten sind nachhaltiger als Ziele, die vielleicht nach dem Erreichen wieder vergessen werden.
Dieses Jahr will ich das „Dienen am Nächsten“ zu einer Gewohnheit machen, die ich ganz einfach in meinen Alltag einbaue. Dazu zählt zum Beispiel: Bewusst Zeit in meiner Woche frei zu halten für Gespräche, Treffen oder Arbeit bei der nächsten Wärmestube.

3. Wie will ich sein > was will ich erreichen

Als ich so da saß mit meiner Feder in der Hand und dem Blatt Papier am Schoß, fragte ich mich: Wie soll diese Person ausschauen, die im Dezember 2021 Weihnachtslieder singen wird. Das ist einer meiner Vorsätze, da es mehr um nachhaltige Gewohnheiten als kurzfristige Ziele geht. Für mich ist es weniger abstrakt diese Frage konkret anzusteuern, als „was will ich erreichen“. Außerdem motiviert es, immer wieder zu überlegen: Tue ich gerade etwas, das meinem zukünftigen Ich dient oder schadet.

4. Mottowörter

Als absolute Wortfanatikerin wende ich mich beim Vorsätzeschreiben wieder meinen Lieblingen zu, den Wörtern. Sie helfen mir abstrakte Gedanken in konkrete Ziele zu verwandeln. Ich stelle ein oder zwei Wörter auf, die quasi mein Motto sein werden – ich will sie in diesem Jahr einbauen und darauf hinsteuern. Sie sind sozusagen meine Wegbegleiter. Ich frage mich, wo sehe ich Wachstumspotential in mir, was fällt mir schwer und was fasziniert mich so richtig, was will ich auch können. Dieses Jahr sind es für mich die Wörter abenteuerfreudig und ruhend.

5. Konkret > abstrakt

Jetzt wo die Vorsätze aufgestellt und formuliert sind, fehlt nur eines: die Umsetzung. Da sich diese nicht von selbst erfüllen, braucht es einen Masterplan. Das Zauberwort ist: Abstraktes zu Konkretem machen. Wie geht das? Ich frage mich: Wann, Wo, Wer, Wie oft – so wie wir das schon in der Schule gelernt haben.
Ich will zum Beispiel dieses Jahr laufen lernen, dafür habe ich eine Lauffreundin, die mich motiviert und an mein Vorhaben erinnert. Wir treffen uns einmal in der Woche zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und gehen laufen. Ist die Eine unmotiviert, bringt die Andere Ansporn mit – so ergänzen wir uns perfekt. Das gleiche Konzept kann man auf alles anwenden, auch auf geistliche Ziele, wie zum Beispiel mehr zu beten. Ein Gebetsbuddy ist was ganz Geniales, das kann ich bezeugen. Dein eigenes Projekt zu benennen spornt auch an; so heißt mein Gebetsduo „the prAy teAm“.

Wie schaut’s bei dir aus?
Hast du schon Vorsätze?
Was sind deine Wörter für 2021?