„Bist du glücklich?“

Der Regisseur Stefan Ruzowitsky lässt Goldmund seine Antwort auf diese Frage in einem lebhaften Abenteuer suchen. Wird Goldmund die Prüfung des Lebens meistern können?

Mit: Samin Tambrea, Jannis Niewöhner
Laufzeit: 118 Minuten

Filmstart: 12. März 2020
Verleih/Fotos: Sony Pictures

Narziss und Goldmund
Narziss als Abt

Die Erzählung Hermann Hesses

Vielleicht kennt der ein oder andere die Erzählung „Narziss und Goldmund“ von Hermann Hesse aus der Schule. Obwohl der Autor zu seiner Lebzeit selbst sagte, dass eine Verfilmung seiner Werke barbarisch wäre, machte sich der Regisseur Stefan Ruzowitsky 2018 trotzdem an die Arbeit, es zu verfilmen. Der Film zeigt das Leben der Freunde Narziss und Goldmund. Goldmund wird als Junge von seinem Vater in das Kloster Mariabronn zum Studieren geschickt, wo Narziss mit den Brüdern schon lange lebt. Zwischen den Beiden entsteht eine tiefe Freundschaft. Narziss fühlt sich in dem Kloster zu Hause und hat das Gefühl, dass er alles hat, was er in seinem Leben braucht. Für Goldmund wird das Kloster anfangs auch zum neuen Zuhause, aber je älter er wird, desto stärker wird das Verlangen, raus in die Welt zu ziehen und Neues zu erleben. Solange, bis er aus den Mauern des Klosters ausbricht und sich auf die Suche nach seiner Mutter begibt. Narziss versucht über den Verlust seines Freundes hinwegzukommen, indem er vollständig in das Kloster als Mönchs eintritt. Es scheint, als würden sich die Wege der beiden Freunde trennen, bis sie sich Jahre später wieder begegnen.

Die Suche

Goldmund begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter, also auch auf die Suche nach seinem Ursprung. Er glaubt, dass er, wenn er sie gefunden hat, glücklich sein wird und dann die Lücke, die er in seinem Leben spürt, gefüllt wird. Das Abenteuer verläuft natürlich nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Auf einmal steht Goldmund jetzt allen Verführungen der Welt gegenüber, muss sich nun allein dem stellen und entscheiden was gut und richtig für ihn ist. Ich meine, wer kennt das nicht? Das ganze Leben ist ein einziges Abenteuer, das noch viele kleine Überraschungen mitbringt, und man sucht – bewusst oder unbewusst nach seinem eigenen Weg und Ziel. Und dann wird der eine Weg versperrt und man muss einen neuen einschlagen. Was man allerdings aus dem Film lernt – manchmal braucht man eben diesen schwierigen und steinigen Weg, um wirklich das zu finden, wonach man gesucht hat.

Freundschaft

Als sich Narziss und Goldmund trennten, schien es, als würden sich die Wege der beiden nicht mehr kreuzen, denn sie waren von Grund auf verschieden und jeder ging von nun an seinen eigenen Weg. Und sie lebten scheinbar zu verschiedene Leben, um noch gemeinsam im Kloster leben zu können. Doch was die beiden nicht ahnen, dass sie trotzdem im Inneren eine tiefe Verbundenheit haben. Als Goldmund wieder bei Narziss auftaucht, hat er viel zu erzählen und große Lasten, die er mit sich bringt. Narziss, der mittlerweile Abt ist, nimmt ihn allerdings ohne Bedenken wie seinen eigenen Bruder auf. Ist diese Freundschaft nicht ein super Beispiel dafür, wie wertvoll es ist, einen Freund zu haben, mit dem man alle Höhen und Tiefen durchstehen kann?

Meine Skepsis dem Film gegenüber legte sich nach ein paar Minuten und wechselte zu Faszination. Ich wusste nicht genau, was mich erwarten wird, aber je länger ich den Film anschaute, desto mehr identifizierte ich mich mit Goldmund. Diese Suche, auf die er sich begibt bzw. tiefe Sehnsucht, die er tief in sich spürt, kommt mir so bekannt vor. Ich kann von mir selbst sagen, ich bin auch genau auf dieser Suche. Und seien wir mal ehrlich, ist das nicht eigentlich jeder? Diese Suche muss nicht nur, wie bei Goldmund, die Suche nach einer Person sein, sondern kann eben auch eine Suche nach dem Gefühl der Geborgenheit sein. Und dabei musst du selbst entscheiden, wie weit du gehst und was gut und richtig für dich ist. Bis wir dieses Gefühl erreichen oder finden, müssen wir uns trauen, diesen Weg zu gehen und uns in das Abenteuer stürzen, denn nur so findet man das Ziel.

Meiner Meinung nach ist dieser Film super gemacht, da er sich sehr intensiv mit den Herausforderungen auseinandersetzt aber manchmal zu sehr ins Detail geht, weshalb ich ihn eher an Ältere empfehle und nicht bedenkenlos 12Jährige in den Film schicken würde.

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..1
Filmstory……………………………1
Filmumsetzung………………….1
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….1
Umgang mit Sexualität………3

Insgesamt……………………2