Text: Annalena Schuh

Gebote beziehen sich immer auf das Herz. Vielleicht wirken sie auf den ersten Blick wie leere Regeln, aber wenn wir genau hinschauen, dann stellen sie die Frage: Wie steht‘s mit deinem Herzen? Wie steht‘s eigentlich mit deiner Beziehung zu Gott und deinen Mitmenschen? 

Du sollst nicht ehebrechen.

Wenn man Statistiken liest, erkennt man, dass die Scheidungsrate drastisch steigt. Fälle von Betrug und Missbrauch kursieren durch die Medien. Da kann man schnell die Hoffnung verlieren, und das Konzept Ehe als Ganzes abtun, weil es „ja eh nix mehr bringt“. Doch Ehe ist mehr als die Verbindung von Frau und Mann, Ehe ist ein Bündnis, das vor und mit Gott geschlossen wird. Es ist Gott, der das Band zusammenhält, sollte es mal dünn werden.

Du sollst nicht stehlen.

„Ich bin doch kein Dieb“, denkst du dir vielleicht und gehst gleich zum nächsten Gebot. Halt, aufgepasst: Stehlen kommt in vielen unterschiedlichen Formen vor. Das Offensichtlichste ist das Entwenden von einem Ding, das nicht dir gehört. Allerdings ist da noch mehr: Stehlen ist nichts Anderes als zu sagen: „Ich will das jetzt, ich will das schnell, und ich will weder dafür arbeiten, noch interessiert es mich wem das gehört.“ Illegales streamen, die Jause deines Nachbarn nehmen, während der Arbeitszeit Videos schauen und somit Zeit von deinem Boss stehlen – all das kann Stehlen bedeuten.
Wie ehrlich benennst du dein Verhalten, wenn dein Bauchgefühl sagt, es ist nicht ganz richtig?

Du sollst kein falsches Zeugnis geben über deinen Nächsten.

Warum lügen wir? Weil wir besser dastehen wollen, als wir es vielleicht sind. Weil wir ein positives Bild von uns präsentieren wollen, das besser als die Realität ist. Um in Frieden miteinander zu leben braucht es Ehrlichkeit und nur die Wahrheit kann ein Fundament sein auf dem wir Freundschaften und Beziehungen bauen. Es geht um aufrichtige Ehrlichkeit. Schon der Apostel Paulus erinnert uns in seinem Brief an die Epheser daran. „Legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten; denn wir sind als Glieder miteinander verbunden.“
Wie wahrhaftig ist deine Ehrlichkeit, wenn du über andere oder mit anderen sprichst?

Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren.

Ehebrechen soll ich nicht, die Frau meines Nächsten nicht begehren, und dann kommt Jesus und radikalisiert diese Aussage noch einmal. In der Bergpredigt sagt er, dass schon das bloße Ansehen einer Frau, um sie zu begehren, Ehebruch ist. Natürlich kann man das umdrehen und Frau anstatt Mann einsetzen, Frauen sind hier nicht ausgenommen. Was sagt uns das? Treue ist eine Entscheidung, die jeden Tag wieder getroffen werden will. Aktiv. Das braucht Übung und Einsatz.
Wie bewusst bist du dir deiner (schweifenden) Blicke?

Du sollst nicht das Hab und Gut deines Nächsten begehren.

Genauso wie das neunte Gebot bezieht sich das zehnte auf den Wunsch nach etwas, das nicht deines ist. Warum wollen wir überhaupt etwas, das nicht uns gehört? Haben wir nicht genug? Oder sind wir unzufrieden und schätzen nicht, was uns gegeben wurde? Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir arbeiten daran, damit sich unsere Situation verbessert, oder wir arbeiten an unserem Herzen, damit wir mit dem zufrieden sein können, was uns – ehrlich gesagt- im Überfluss geschenkt wurde.
Wie gut bist du im Zufriedensein mit dem was dir gegeben wurde?

Willst du mehr über die Zehn Gebote lernen? Schau dir auch diesen Artikel an https://www.youmagazin.com/study-of-the-ten-commandments/