Der Klavierspieler vom Gare du Nord

Paris. Bahnhof. Rushhour. Menschenmassen die sich wie Ameisenhaufen gestresst fortbewegen. Hektik pur. Und inmitten dieses gestressten Alltags: Matthieu Malinski (Jules Benchetrit), der am öffentlichen Klavier Bachs Präludium und Fuge in d-moll herunterspielt, als hätte er sein Leben nichts anderes gemacht. Von dem Trubel um ihn herum scheint er nichts zu bemerken, er ist ganz in seiner eigenen Welt versunken.

Mit: Jules Benchetrit, Lambert Wilson, Kristin Scott Thomas
Filmstart:20.06.2019
Laufzeit: 106 Minuten

Matthieu. Genauso wenig wie Matthieu die Menschenmassen um sich herum wahrnimmt, wird er auch nicht von ihnen wahrgenommen. Bis auf einen. Der Musikprofessor und Leiter des Pariser Konservatoriums Pierre Geithner (Lambert Wilson) hört ihn spielen, möchte ihn für sich gewinnen, da er sein riesen Talent und seine wahnsinnige Faszination für Musik erkennt. Doch nicht alles in Matthieus Leben läuft so gut, wie sein Klavierspielen. Matthieu wird wegen doppelten Diebstahls von der Polizei geschnappt und zu 6 Monaten Sozialdienst verurteilt. Ein Glück für ihn, Pierre Geithner getroffen zu haben, denn so kommt er ans Konservatorium. Und muss putzen.

Matthieu, der in keiner Situation die Finger vom Klavier lassen kann.

Pierre. Auch Pierre hat es beruflich wie privat nicht sehr leicht. Der Ruf des Konservatoriums scheint in Gefahr zu sein, da seit drei Jahren DER Klavierwettbewerb Frankreichs nicht von ihnen gewonnen wurde. Auch in seiner Ehe regnet es keine Rosen mehr und wird von einem Schatten in der Vergangenheit beeinträchtigt.
Er setzt seine ganze Hoffnung auf sein neu entdecktes Genie Matthieu, doch der lässt sich
nicht wie eine Marionette hin und her bewegen und hat weder Selbstdisziplin, noch Lust auf Klavierunterricht und glaubt erst recht nicht an sich selbst. Und so kommt es wie es kommen muss: Matthieu zu unterrichten wird wegen seines eisernen eigenen Willens zur puren Herausforderung, obwohl er die beste Professorin, die „Gräfin“ (Kristin Scott Thomas) bekommt. Und nur die wenigsten am Konservatorium unterstützen
Pierres Entscheidung, Matthieu zum Klavierwettbewerb zuzulassen.

Die Musik. Eine erste Liebe, die Umstellung auf eine neue Welt mit neuen Regeln für Matthieu, ein harter Kampf ums Überleben in der Musikwelt und gleichzeitig die riesengroße Leidenschaft, ja fast der Zwang Musik zu machen. Eigentlich eine etwas klischeehafte Story, aber durch die bewusst eingesetzte Musik wird der Film unvergesslich mit sehr vielen Gänsehaut- Momenten und zieht einen wirklich von der ersten Sekunde bis zur letzten in den Bann. Spoiler Alert: Viel klassische Musik. Aber WOW-Musik.

Ein paar Gedanken zum Film. Das gute an dem Film ist: Die Förderung der Talente. Wir alle haben Talente und Gaben von Gott bekommen und es ist falsch, diese zu vernachlässigen und aus Faulheit nicht einzusetzen und zu trainieren. Matthieu ist ein extrem talentierter Pianist und verzaubert mit seiner Musik die Menschen. Das ist etwas Gutes. Und er muss dieses Talent auch pflegen. Wie man im Film sieht, lernt er das, überwindet sich und etwas Großes kann geschehen. Warum der Film dann doch nicht so gut ist: Pierre hat große Eheprobleme und trennt sich von seiner Frau – für die Musik. Die Musik in dem Film hat höchste Priorität, wird zum Gott. Das ist ein kleines Minus, spiegelt genau das wieder, wie die Welt heute tickt. Karriere und eigene Ziele gehen vor. Kinder werden unwichtig, Ehepartner müssen zurückstecken, die eigene Gesundheit auch – das perfekte Rezept für ein falsch gelebtes Leben. Musik machen, wenn man talentiert dazu ist, die Arbeit gewissenhaft zu erledigen – alles super. Aber wie bei allen Dingen im Leben kommt es auf das richtige Maß an.


Text: Resi Schmalzbauer / Fotos:Neue Visionen Filmverleih

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..2
Filmstory…………………………..1
Filmumsetzung………………….1
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….2
Umgang mit Sexualität………2

Insgesamt……………………2

 

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