Trautmann – Er kam als Feind … und wurde ihr Held

Alle sind gegen ihn, sehen ihn als Feind. Denn obwohl der Krieg eigentlich zu Ende ist, lässt sich die Vergangenheit nicht so einfach aus den Köpfen der Menschen vertreiben. Kann es Trautmann trotzdem gelingen, sie zu überzeugen? Nach wahren Begebenheiten.

Mit: David Kross, Freya Mavor, John Henshaw
Laufzeit:120 Minuten
Filmstart: 14. März

Bernd Trautmann (David Kross), ein junger Mann aus Bremen wird schon mit 17 Jahren in die deutsche Wehrmacht eingezogen und landete gegen Ende des 2. Weltkriegs in einem Kriegsgefangenenlager in der Nähe von Manchester, England. Dort sollen sie, die Nazis, auch an einem Umerziehungsprogramm teilnehmen. Doch nur weil sie Deutsche sind, sind nicht alle von ihnen automatisch Nazis. Das führt immer wieder zu Konflikten unter den Gefangenen. Trautmann wird immer wieder mit seiner Vergangenheit und den Schrecken des Krieges konfrontiert. Eines Tages sieht ihm Jack Friar (John Henshaw), ein Gemischtwarenhändler und gleichzeitig Trainer einer ortsansässigen Fußballmannschaft, beim Spielen mit einigen Kameraden zu. Trautmann steht im Tor und überzeugt Jack sofort. Er sieht in dem jungen Deutschen eine Chance, den Abstieg in eine untere Liga zu vermeiden.

Margaret spielt gegen Trautmann im Gefangenenlager.

Der Feind

Durch ein paar Kontakte gelingt es Jack, Trautmann als Goalie und Arbeiter in seinem Geschäft aus dem Lager „auszuborgen“. Trotz der Ablehnung des Teams und vor allem von Jacks Tochter Margaret (Freya Mavor) gibt ihm der Erfolg schon bald recht. Und so bleibt Trautmann auch nach Kriegsende für das letzte Spiel in England. In all der Zeit muss auch Margaret erkennen, dass Trautmann so viel mehr ist, als einfach nur ein Nazi. Schließlich kommt sogar das Angebot für ihn, in England zu bleiben und Torwart beim Traditionsclub Manchester City zu werden. Doch die Fans sind nicht sonderlich begeistert davon, dass ein Deutscher, eigentlich ihr Feind nun ihr Tor hüten soll. Allerdings wächst Trautmann über sich hinaus und nach einigen Anfangsschwierigkeiten wird er zu einem entscheidenden Mitglied des Teams.

Margaret und Trautmann trainieren.

Scheinbar hat er alles erreicht: Erfolg im Sport, eine eigene Familie in der neuen Heimat, Geld und Zufriedenheit. Aber auch da holt ihn die Vergangenheit immer wieder ein. Und er muss lernen, mit neuen Schicksalsschlägen zu leben und das Beste aus der Zukunft zu machen, egal, was da in den Jahren zuvor geschehen ist. Denn auch wenn man ständig daran zurückdenkt, was man hätte tun oder verhindern sollen, kommt man so im Leben nicht weiter. Und diese Verfehlungen führen auch nicht dazu, dass man später im Leben bestraft wird. Wir sind nun mal alle Menschen, wir sind fehlerhaft und nicht perfekt und das ist auch gut so.

Selbst im Urlaub trainiert Trautmann.

Der echte Trautmann

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten bzw. auf dem Leben von Bernhard Carl „Bert“ Trautmann, der als Torwart mit seinem Club Manchester City Geschichte schrieb. Er wurde zum Helden der Nachkriegsgeneration in England, erhielt für seine Verdienste um die englisch-deutsche Verständigung durch Fußball sogar den OBE (Order oft he British Empire) von Queen Elizabeth II. Also wirklich „a big thing“! Trautmann wurde zum Beispiel dafür, wie man die Schrecken des Krieges verarbeiten und nach vorne blicken kann. Außerdem gab er trotz all der Probleme, die ihm in den Weg gelegt wurden nie auf. Während des FA-Cup Finales 1956 gegen Birmingham erlitt er beim Zusammenstoß mit einem Gegenspieler einen Genickbruch und mehrere ausgerenkte Halswirbel. Das wurde allerdings erst drei Tage nach dem Spiel durch Röntgen festgestellt. Denn trotz der schweren Verletzung spielte Trautmann weiter und verhalf seinem Team somit zum Sieg. Außerdem wurde er unter anderem als erster Deutscher zu Englands Fußballer des Jahres gewählt.

Trautmanns erster Club St. Helens.

„Trautmann“ ist ein berührender Film über eine Fußballlegende, der zeigt, dass Feinde nicht Feinde bleiben müssen, und dass jeder einzelne Mensch die Welt (oder die Gesellschaft) ein Stück verändern kann, wenn man seinen Mitmenschen nur etwas Verständnis, Barmherzigkeit und Freundlichkeit entgegenbringt.


Text: Ines Breiner / Fotos: Constantin Film

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..1
Filmstory……………………………2
Filmumsetzung………………….2
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….1
Umgang mit Sexualität………2

Insgesamt……………………1-2

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