Das größte Geschenk – Kinofilm über die Vergebung

Ist es möglich, dass eine Mutter dem Mörder ihres Kindes verzeiht, ja diesen sogar umarmt? Kann eine Frau Terroristen vergeben, obwohl diese ihr etwas genommen haben, was nie wieder ersetzt werden kann, nämlich ihre Beine? Wird der Sohn seinem eigenen Vater vergeben, obwohl dieser ihn als Kind misshandelte und fast umgebracht hatte?

Vergebung. Wann ist Vergebung möglich? Kann jeder Mensch vergeben? Auch dann, wenn ihm unverzeihliche Dinge zugestoßen sind?
Genau zu diesem spannenden Thema läuft gerade ein Film in den Kinos. Aber kein Film, wo bloß eine erfundene Geschichte erzählt wird, denn im Film werden Zeugnisse und Geschichten aus aller Welt gesammelt und erzählt. Wie kam es dazu?

Auf der Suche. Juan Manuel Cotelo, den man bereits als Filmemacher von Mary´s Land“, „Footprints“ und „Der letzte Gipfel“ kennt, hat eine Vision: Er möchte Menschen durch Filme erreichen um ihnen Gott näher zu bringen. Für seinen neuesten Film, „Das größte Geschenk“ ging er auf die Suche nach einer Geschichte, die wunderschön ist und die Fähigkeit besitzt, Menschen in ihrem Leben zu helfen und Probleme zu lösen, die das Herz und die Existenz des Menschen betreffen.Vergebung ist so ein wunderschönes Thema und es betrifft einfach jeden. Durch Vergebung bekommen schlimme Situationen ein Happy End. Und wir reden hier wirklich von schlimmen Situationen. Von Erfahrungen, die man niemandem wünscht.

Ist Vergeben denn möglich? Noch einmal: Ist es möglich, dass eine Mutter dem Mörder ihres Kindes verzeiht, ja diesen sogar umarmt? Kann eine Frau Terroristen vergeben, obwohl diese ihr etwas genommen haben, was nie wieder ersetzt werden kann, nämlich ihre Beine? Wird der Sohn seinem eigenen Vater vergeben, obwohl dieser ihn als Kind misshandelte und fast umgebracht hatte?
Die Antwort ist: Ja.
Und all diese wahren Geschichten die in dem Film gezeigt werden, machen ihn wirklich sehenswert, einprägsam und sind sehr berührend.

Eine Geschichte aus dem Film wollen wir hier auch als Vorgeschmack kurz nacherzählen.

„Die Antriebskraft meines Lebens war der Hass“

Die Geschichte von Tim Guénard aus dem Film von Manuel Cotelo „Das größte Geschenk“

Als er nur drei Jahre alt war, wurde er von seiner eigenen Mama am Straßenrand ausgesetzt, an einen Laternenpfosten gebunden und verlassen.
Sein Vater holte ihn zu sich, doch er war Alkoholiker und schlug ihn einmal so lange, bis er im Koma lag.

45 Knochen waren gebrochen. Tim verbrachte viele Jahre im Krankenhaus. Die Ärzte sagten ihm, er werde nie wieder laufen können. Und er antwortete ihnen: „Doch, ich werde es wieder lernen, denn ich muss zu meinem Vater gehen, um ihn umzubringen.“ Seit damals war seine Antriebskraft der Hass. Er lernte wieder zu gehen, er wurde langsam erwachsen, trainierte viel, rutschte in Straßenbanden ab, schlug Leute zusammen, wurde Profi-Boxer. Doch er, der von klein auf nie Liebe am eigenen Leib erfahren hatte, machte eine Erfahrung, die sein Leben veränderte.

Tim kam immer wieder in Kontakt mit der Liebe. Im Krankenhaus wurden andere Kinder von ihren Familien besucht und geliebt. Er hatte immer zugeschaut und zugesehen, dass Kinder von ihren Familien geliebt werden. Eines Tages war er unterwegs, um eine Bank auszurauben. Da sah er einen Vater, der seinen kleinen Sohn umarmte und küsste. Er wollte diesen Vater sofort zusammenschlagen, doch dann hörte er, wie er zu seinem Sohn sagte: „Ich bin stolz auf dich.“ Und auf einmal wusste Tim: Wenn er jemals einen Sohn haben würde, würde er ihm das auch gerne sagen. Dieser kleine Akt der Liebe, den Tim nur gesehen hatte, veränderte sein Leben. Nach und nach häuften sich diese Erfahrungen. Tim lernte einen Priester kennen, der ihn bedingungslos annahm, egal wie oft er noch Mist baute. Dann einen Obdachlosen auf der Straße, der ihm das Lesen beibrachte. Er lernte behinderte Menschen mit Down-Syndrom kennen, die ihn so offen gernhatten. Schließlich lernte er seine Frau kennen, die ihn liebte, obwohl sie wusste, dass er eine Katastrophe von Mann war. Und diese Liebe, die er von überall her empfing, machte es möglich, dass er seinen Hass ablegen und seinem Vater vergeben konnte. Heute arbeitet er mit Jugendlichen in Schwierigkeiten und gibt seine Erfahrungen weiter. Seine Geschichte schrieb er in dem Buch „Das Boxerkind“ nieder.

Und? Neugierig geworden? Momentan läuft der Film in ganz Österreich. Wenn du wissen willst, ob der Film auch bei dir zuhause zu sehen ist, klicke hier.

Text: Resi Schmalzbauer / Fotos: www.elmayorregalo.com

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