Warum sagt die Kirche etwas zu Sex?

Es ist einfach das Thema, das jeden Menschen beschäftigt. Nicht nur, dass Sex in jedem Magazin, in jedem Film und der Werbung immer präsent ist, irgendetwas in uns springt auch auf dieses Thema besonders an. Wir haben eine natürliche Sehnsucht nach Intimität, nach dieser so starken Verbindung mit einem anderen Menschen. Warum ist das so?

Die Kirche hat ja eigentlich keinen guten Ruf, was das Thema Sex betrifft. Denn im Gegensatz zur heutigen Gesellschaft sagt sie, dass Sex nur in die Ehe gehört. Auf der einen Seite nicht unlogisch, denn Sex hat ja durchaus etwas mit Zeugung und Kinder zu tun und da braucht es den Rahmen der Ehe. Aber was ist mit dem Spaß? Verbietet die Kirche da nicht sozusagen etwas ganz „Natürliches“? Wir haben uns schlau gemacht in den Texten, die der berühmte Papst Johannes Paul II über dieses Thema herausgefunden hat. Er war ein großer Philosoph und Versteher des Menschen in all seinen Dimensionen. Bekannt sind seine Gedanken geworden unter dem Begriff „Theologie des Leibes“, also was der Leib und Sex mit Theologie, also Gott zu haben.

Warum sagt die Kirche überhaupt etwas zu Sex?

Viele sagen, die Kirche ist doch zum Beten da und warum mischt sie sich überhaupt ein, wie wir unser Sex-Leben gestalten sollen. Aber es gibt vielleicht mehr Gründe dazu, als du denkst. Hier ein paar davon:

1. Wir Christen glauben, dass es einen Schöpfer, also Gott gibt, der uns alle erschaffen hat. Deshalb muss er sich logischer Weise etwas zu Sex gedacht haben, das ist nicht einfach nur ein Zufallsprodukt. Und wenn sich Gott etwas dabei gedacht hat, dann wollen wir natürlich auch wissen was.

2. Jeder Mensch, der existiert, geht auf Sex zurück, auf die eine Vereinigung von seinem Vater mit seiner Mutter. Das heißt, es hängt tatsächlich wahnsinnig viel davon ab, wer wann mit wem wie Sex hat. Es ist eine Aufgabe der Kirche, sich über das Warum und die Existenz des Menschen Gedanken zu machen.

3. Bei der Zeugung eines Menschen wirken Mann, Frau und Gott zusammen. Der Mensch gibt die Materie, also Ei- und Samenzelle, Gott gibt die unsterbliche Seele. Darum geht’s bei Sex eben auch um Gott.

4. Die Kirche stellt sich die Frage, wie wir im Leben glücklich werden. Wir sehen, wie viel Schmerz und Enttäuschung es bei diesem Thema gibt: Untreue, den anderen benutzen, Scheidung, ungewollte Schwangerschaft, Angst vor AIDS… Die Kirche ist überzeugt, dass der Mensch das tiefere Glück findet, wenn Sex verbunden ist mit Liebe und Treue, was eben letztlich die Ehe ist.

5. Weil es in der Bibel steht. Das erste „Gebot“ von Gott an den Menschen, welches wir in der Bibel finden, lautet: „Seid fruchtbar und vermehrt euch!“ – mit anderen Worten: „Habt Sex!“ Daher ein Grund für die Kirche, darüber nachzudenken.

6. Johannes Paul II sagt in seiner Theologie des Leibes, dass man Gott und den ganzen Sinn der Welt überhaupt nur verstehen kann, wenn man die eheliche Vereinigung von Mann und Frau, also Sex versteht! Denn unser letztes Ziel besteht in Gemeinschaft und Vereinigung, untereinander und mit Gott. Es geht um die Liebe, so zu lieben, wie Gott liebt. Und das sehen wir an der Hingabe von Mann und Frau.

7. „Der Leib, und nur er“, so der Papst, „kann das Unsichtbare sichtbar machen: das Geistliche und Göttliche.“ Das bedeutet, dass wir nur durch unseren Leib erkennen können, wer Gott ist. Es ist daher nicht gleichgültig, wie wir mit unserem Leib umgehen.

8. Sex ist etwas Heiliges, denn es ist ein Abbild für die Dreifaltigkeit! Hast du schon mal so darüber nachgedacht? Die Dreifaltigkeit ist der ewige „Liebesaustausch“ zwischen Vater und Sohn, woraus der Heilige Geist „hervorgeht“. Und in der Bibel heißt es eben, dass Gott den Menschen „als Mann und Frau, als sein Abbild, erschaffen hat.“ Der hl. Paulus spricht auch noch davon, dass die Vereinigung von Mann und Frau zudem ein Bild für die Liebe von Christus zu seiner Kirche ist. All das drückt Sex aus, bzw. sollte ausdrücken.

9. Es geht auch um das neue Leben, das bei Sex entstehen kann. In der Frage um Abtreibung geht es für die Befürworter nämlich im Letzten nicht um das „Recht“, ein Baby zu töten, sondern um die Forderung, jederzeit ohne Einschränkung Sex zu haben ohne Konsequenz. Darum müssen wir über die Sexualität nachdenken, wenn wir Abtreibungen verhindern möchten.

10. Manchmal entstand der Eindruck, dass die Kirche dem Menschen „verbieten“ will, Spaß zu haben. Aber damit wollte Papst Johannes Paul II in seiner Theologie des Leibes aufräumen. Ihm ging es vielmehr darum, den Sinn und die wirklich größere Dimension des Menschseins und der Sexualität zu verstehen. Es geht also nicht um die Frage: „Wie weit darf ich gehen? Was ist verboten?“, sondern wir müssen uns fragen: „Was ist die Wahrheit über die Sexualität, die mich zur vollen Liebe führt?“

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Gemeinsame Schritte ins Erwachsenenleben

Workshopreihe für Jungs von 12-16 Jahren
Wann? 9. März 2019
Folgetermine: 16. und 23. März
jeweils von 9:00 bis 12.00 Uhr

Wo? Pastorale Dienste
3100 St. Pölten
Klostergasse 15

Mit wem? Referent: Rupert Haselberger
Sexualpädagoge, ESSP
Gesamt: € 30,00

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E: a.hiesinger@kirche.at
T: 02742 I 324 DW 3339

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Text: You!Magazin / Foto: GettyImages

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Comments

  1. Antworten

    Die Kirche redet überall mit, sogar beim Sex.
    Sex sollte Privat sein und nur den was angehen der in hat.

  2. Antworten

    Die Sehnsucht hat jemand so definiert:
    „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir, o Gott!“
    Wie, wo, wann, warum und durch wen kehrt Ruhe in mein Herz ein?

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