Thema… Priester – Warum nicht Frauen?
Warum dürfen eigentlich Frauen nicht Priester werden? Kann man das in der heutigen Zeit überhaupt verstehen? Das ist doch voll unfair den Frauen gegenüber? Und trotzdem bleibt die Kirche fest bei dieser „unmodernen“ Einstellung und sagt, dass nur Männer Priester sein können. Warum ist das so? Es ist gut zu wissen, dass sich die Kirche sehr viele Gedanken darüber gemacht hat und sie einige wichtige Gründe hat, die wir versuchen können verstehen zu lernen. Bist du bereit?
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Wissenswert 1: Männer sind nicht besser.
Vielleicht ist die Frage um das Frauenpriestertum für viele heute oft so schwer verstehbar, weil wir eine falsche Einstellung zum Wert eines Menschen haben. Es zählt nur jemand, der ganz „oben“ ist. In der Gesellschaft kämpft man um gute Positionen und Karriere. Bei Gott und in Wirklichkeit ist das aber ganz anders. Der Wert eines Menschen definiert sich nicht über eine Position und Jesus sagt seinen Jüngern ganz deutlich: „Ihr wisst, dass die Mächtigen im Land ihre Macht missbrauchen. Bei euch soll es aber nicht so sein, denn wer bei euch groß sein will, der soll der Diener aller sein.“ Ein echter Priester ist nicht jemand, der Macht ausübt, sondern der dient. Vor Gott – und im Übrigen auch vor uns, wenn wir ehrlich sind – hat der- oder diejenige den höheren Wert, der/die mehr liebt, egal welche Position oder Funktion er/sie hat.
Wissenswert 2: Priester ist kein „Job“.
Priester ist im Grunde nicht nur ein Beruf, so wie Arzt, Lehrer oder Manager. Es geht auch nicht darum, nur eine „Gemeinde zu leiten“. Denn wenn es darum gehen würde, etwas gut zu „tun“, dann gibt es sicher viele Frauen, die vieles besser machen würden als so mancher Mann. Zum Priester wird man in der katholischen Kirche vielmehr „geweiht“ und steigt damit gewissermaßen aus dem natürlichen Leben schon mit einem Fuß in die Übernatürlichkeit. Mit dem Zeitpunkt seiner Weihe wird der Priester zu einem „anderen Christus“, das heißt, sein ganzes Leben sollte ab nun darin bestehen, wie Christus zu sein, ihn darzustellen und seine Sendung weiterzuführen. Das ist das, was den Priester als Priester ausmacht, und da Jesus Christus ein Mann war, ist es in diesem Sinn eine spezielle Berufung des Mannes. Priester zu sein ist kein Job, den man erfüllt, und man dann ab und zu in den Urlaub geht. Priester ist man mit dem ganzen Leben und mit dem ganzen Sein.
Wissenswert 3: Den Plan Gottes suchen.
Wer entdeckt hat, dass es Gott wirklich gibt und dass er einen Plan hat für unser Leben, der geht an alle Fragen mit einer ganz anderen Sichtweise heran. Er fragt sich: Was möchte Gott? Was ist sein Plan für mich? Die Kirche ist kein Verein, der sich Strategien oder einen Businessplan überlegt hat, wie man möglichst viele Menschen von einer Idee begeistern kann. Sie versucht vielmehr, auf Gott zu hören und seinen Auftrag zu erfüllen. Überall dort, wo das nicht oder zu wenig passiert, verfehlt die Kirche ihre eigentliche Aufgabe. Und Gottes Plan findet sie unter anderem in der Bibel, in dem, was Jesus selbst gesagt und getan hat. Das Priestertum geht nun darauf zurück, dass Jesus ganz konkret 12 Apostel berufen hat. Sie waren die ersten Priester. Ihnen gab er den speziellen Auftrag, die Eucharistie, die Messe, zu feiern beim letzten Abendmahl. Jesus hat nur Männer als Apostel berufen, und so geht die Kirche bis heute davon aus, dass er das so wollte. Und die Kirche kann das nicht einfach ändern. Aber sie kann versuchen, es zu verstehen. Manche sagen, dass das nur wegen der damaligen Gesellschaft so war. Aber wenn man weiß, dass sich Jesus sonst eigentlich nie von gesellschaftlichen Zwängen abhalten ließ, dann ist das nicht sehr logisch. Er hatte außerdem sehr wohl einige Frauen unter seinen Begleitern und Jüngern. Jesus wollte das anscheinend so.
Wissenswert 4: Mann und Frau sind verschieden.
Für uns gläubige Menschen ist es kein Zufall, dass es Mann und Frau gibt. Auch hier hat sich der liebe Gott was gedacht. Aber nicht, dass wir uns gegenseitig beweisen müssen, wer „besser“ ist, sondern vielmehr, dass wir die tolle Möglichkeit haben, füreinander da zu sein und uns gegenseitig zu ergänzen. Manchmal tut es gut zu hören, dass Männer Männer und Frauen Frauen sein dürfen. Väter sollen doch echte Väter und Mütter immer mehr echte Mütter sein, Ehemänner gute Ehemänner und Ehefrauen authentische Ehefrauen. Denn gerade in unseren speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften als Mann oder Frau entdecken wir unseren Sinn und Plan vom Leben. In dem Unterschied der Geschlechter spiegelt sich aber auch die Beziehung zwischen Jesus und seiner Kirche wider. Die Bibel spricht davon, dass Jesus der „Bräutigam“ ist, der sich für die Kirche, seine „Braut“, hingibt. Und das geschieht auf geheimnisvolle Weise besonders in jeder heiligen Messe, wo sich Jesus wirklich hingibt, im Brot für uns. Und wieder steht hier der Priester als Stellvertreter Christi am Altar und symbolisiert Jesus, hier besonders als den „Bräutigam“. Das ist ein sehr tiefes Geheimnis. Aber es hat sehr viel mit der Mann-Frau-Geschichte zu tun. Der Priester ist in diesem Sinne von seiner Bestimmung her ein Bräutigam, ein Mann, und dann auch ein Vater – im geistlichen Sinn. Auf der anderen Seite könnte ein Mann nie das Frauliche und Mütterliche verkörpern, wie es zum Beispiel eine Mutter Teresa von Kalkutta tun konnte. Ein Mann hat auch nicht die Möglichkeit, die Kirche als die Braut Christi zu symbolisieren, wie es jede Klosterschwester ist und darstellt, die sich ganz Christus geweiht hat.


13 Comments
Ich halte die angeführten Argumente nicht für überzeugend.
Argument 1: “Das Priestertum geht nun darauf zurück, dass Jesus ganz konkret 12 Apostel berufen hat. Sie waren die ersten Priester. Ihnen gab er den speziellen Auftrag, die Eucharistie, die Messe, zu feiern beim letzten Abendmahl. Jesus hat nur Männer als Apostel berufen, und so geht die Kirche bis heute davon aus, dass er das so wollte. Und die Kirche kann das nicht einfach ändern. Aber sie kann versuchen, es zu verstehen.”
Hier ist die Gefahr eines Fehlschlusses, ähnlich eines naturalistischen Fehlschlusses, deutlich vorgezeichnet: schließen wir bei Jesus immer von dem, was er tut darauf, dass er n u r das wollte (und nichts anderes), müssten einige Dinge in der Kirche verändert weren. Vor allem aber das:
Frauen müssten von der Eucharistie ausgeschlossen sein – denn im Abendmahlssahl befanden sich nach Aussage der Katholischen Kirche keine Frauen und der Gedächtnisauftrag Jesu kann sich somit nur an sie richten. Und mit Frauen hat Jesus das Brot nicht gebrochen. …
Argument 2:
“Denn gerade in unseren speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften als Mann oder Frau entdecken wir unseren Sinn und Plan vom Leben.”
Zu der Frage, was spezifisch männlich und weiblich ist, sind Diskussionen der unterschiedlichen Wissenschaften mit einzubeziehen, da sich uns das Menschenbild hierdurch immer tiefer erschließt.
Ein einfaches “Eine gute Ehefrau ist… Ein guter Ehemann ist…” erscheint mir vor diesen Hintergründen zu banalisierend zu sein.
Argument 3:
“Und wieder steht hier der Priester als Stellvertreter Christi am Altar und symbolisiert Jesus, hier besonders als den „Bräutigam“. Das ist ein sehr tiefes Geheimnis. Aber es hat sehr viel mit der Mann-Frau-Geschichte zu tun. Der Priester ist in diesem Sinne von seiner Bestimmung her ein Bräutigam, ein Mann, und dann auch ein Vater – im geistlichen Sinn. Auf der anderen Seite könnte ein Mann nie das Frauliche und Mütterliche verkörpern, wie es zum Beispiel eine Mutter Teresa von Kalkutta tun konnte.”
Sehr richtig. Doch der Priester symbolisiert nicht so sehr den Bräutigam denn Christus. Und Christus, wahrer Mensch (!) und wahrer Gott, wird wohl – wenn man das weibliche als eine gleichwertige Facette des von Gott in den Menschen hineingelegte annimmt – ebenso die weiblich-mütterlichen Züge in sich getragen haben.
In Christus ist nicht einfach ein “Mann” geboren, sondern Gott ist MENSCH geworden.
Eine kleine unwissenschaftliche Bemerkung: Ich fühle mich als Frau sehr von der Kirche verletzt, indem von mir erwartet wird, dass ich ein Rollenbild annehme, dem ich – eine gesunde, selbstbewusste und gläubige Frau – nicht entsprechen kann und möchte.
Und indem ich das nicht tun darf, wovon ich überzeugt bin, dass es meine Berufung ist: mit Menschen Gottesdienst feiern.
Nachdenkliche und zum Nachdenken anregende Grüße an alle Leserinnen und Leser!
T.O.
Hallo,
die Analogie von Braut und Bräutigam, die hier als “sehr tiefes Geheimnis” angesprochen wird hat nicht das geringste mit Mann oder Frau zu tun. Das sind lediglich Begrifflichkeiten um den mystischen Prozess zwischen einen Menschen und Gott zu beschreiben. In der ‘Exegese der Seele’, einer apokryphen Schrift wird das sehr gut beschrieben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn das Verlangen der Seele so groß wird, kann Gott nicht mehr anders als ihr entgegen zu kommen. Die Seele wird in diesem Vergleich als Frau (Braut) dargestellt, während der Gottmensch, der den göttlichen Auftrag hat, die Seele nachhause zu bringen als Bräutigam dargestellt wird. Es ist alles ein Läuterungsprozess.
Dass das ‘Evangelium der Maria’ nicht in die Bibel aufgenommen wurde erscheint nur allzu logisch, in einer Zeit der männglichen Vorherrschaft, die nicht geteilt werden wollte und noch immer will. In Wirklichkeit hat Jesus sehr wohl Frauen unterrichtet (vgl. Luk 10,40) und zu seinem engen Kreis der Schülerschaft gezählt, wie auch Meister Eckehart, einer der wunderbarsten christlichen Mystiker, bestätigt (Predigt 28):
“Daher: als Maria zu Füßen unseres Herrn saß, da lernte sie (noch), denn noch erst war sie in die Schule genommen und lernte leben. Aber späterhin, als Christus gen Himmel gefahren war und sie den Heiligen Geist empfangen hatte, da erst fing sie an zu dienen und fuhr übers Meer und predigte und lehrte und ward eine Dienerin der Jünger.”
Maria predigte und lehrte. Sie war eine Priesterin und Leonardo da Vinci war sich dessen wohl bewusst als er “Das letzte Abendmahl” zeichnete (vgl. Frau an der Seite von Jesus). Daneben ließen sich die Jünger offenbar gerne von Maria bedienen. Bei meinen Eltern verhält es sich noch immer so
Wichtig dieser Satz:
“Die Kirche ist kein Verein, der sich Strategien oder einen Businessplan überlegt hat, wie man möglichst viele Menschen von einer Idee begeistern kann.”
Wer heute den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwe(r). Hoffentlich bleibt die Kirche noch lange bei dieser Haltung
@Lukas:
Nenn mir mal eine Frau im Islam, die eine hohe Position hat. Dei Frauen dürfen noch nicht mal mit den Männern im gleichen Raum beten. Das ist doch mal mehr Frauenverachtend als die rk Kirche!!!
Im übrigen bin ich als Frau dafür, dass nur Männer Priester werden können, die sind viel sanfter als Frauen und sensibler (geh mal zu einer Zahnärztin, dann weißt, was ich meine^^).
Ich finde die oben aufgeführten Texte sehr gut!
stimme zu!

was ich mir auch noch dazu gedacht habe:
wenn Gott eine frau/frauen als priesterin gewollt hätte, dann hätte er schon eine frau berufen und sie unterstützt auf dem weg, aber bis jetzt ist soetwas noch nicht passiert. wer weiß, vielleicht ist es eines tages so weit!
die wege des Herrn sind unergründlich!!!
Danke für den tollen Text! Ich finde dass er sehr gut die Hintergründe darstellt warum die Kirche sagt was sie sagt. Ganz witzig finde ich auch, dass es gerade die Kirche war, die als erste Institution Frauen in Top-Management Positionen hatte: Äbtissinnen die Frauenklöstern vorstehen haben echte Leitungsfunktionen inne und in früherer Zeit damit auch sehr viel Macht, oft mehr als ein Bischof! Ich glaube dass frau eigentlich kein Problem damit haben sollte dass “nur Männer” Priester sein können, ehrlichgesagt verstehe ich manchmal die ganze Aufregung darum nicht… Es gibt doch so viel Wichtigeres über das man sich den Kopf zerbrechen sollte, zB wer ist Gott für mich und was kann ich aus meinen Leben machen, wie Christus nachfolgen und heilig werden??
@ Lucas
Warum glaubst du, dass unser Papst keine Frauen in der Kirche brauchen will??? Immerhin spricht er ja auch Frauen Selig/Heilig – ich weiß nicht wie viele und wann und wen, aber ich weiß, dass er Chiara Luce Badano selig gesprochen hat!!
Der Papst hat nie gesagt, dass die Kirche keine Frauen braucht. Wir wissen alle das die Kirche Frauen UND Männer braucht. Die Heiligen, aber genauso auch dich und mich. Es gibt so viele heiliggesprochene Frauen in unserer Kirche, also kann man nicht sagen, dass “die Kirche” Frauen nicht beachtet.
Super 4 Texte, aber leider nicht die Antwort auf die oben genannte Frage!!
Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Die Kirche ist weit und breit die einzige Gruppierung, die nach Ansicht des Papsten die Frauen ausschliessen kann. In allen anderen Gruppierungen sind Frauen zum Teil in Chefpositionen eingebunden und dürfen grosse Verantwortung übernehmen. Schade das unser alter Papa dass nicht so sehen kann und der überzeugung ist, dass die Kirche auch in Zukunft keine Frauen braucht.. Überall wird nach Gleichberechtigung gerufen, aber ist das Gleichberechtigung? Wenn das so weiter geht, wird sich die Kirche zunehmend selbst isolieren und zerstören…
Die Verantwortung, so gut wie wir können als Christ zu leben, uns für Gott und unsere Mitmenschen einzusetzen ist für jeden die wichtigste und erste Aufgabe in der Kirche! In diesem Sinn ist jeder in der Kirche in einer Spitzenposition mit echter Verandwortung.
Und die Kariere in der Kirche geht nicht nach oben, sondern nach unten! Der der sein Leben für anderen hingibt wird die Welt verändern, unabhängig ob er nun Papst, Mutter Theresa oder U-Bahnfahrer ist! Wenn das nicht Gleichberechtigung, dann weiß ich auch nicht mehr
Nein, das ist keine Gleichberechtigung.
Na und? Gleichberechtigung ist nicht automatisch allein deshalb wünschenswert, weil sie sich Gleichberechtigung nennen darf.
[Unter Auslassung der üblichen Begleitfloskeln, daß etwa Glb. auch nicht automatisch verwerflich ist, daß die Frauen bisweilen tatsächlich ungerechter Diskriminierung begegnet sind u. a. m.]
Selten so einen bullshit gelesen…..hast du dich überhaupt irgendwie mit dem neuen testament auseinandergesetzt?
Sag doch mal lieber, was du konkret zu bemängeln hast, anstatt so vulgär zu werden
Kleine Frage: Wieso stellt der Priester Jesus dar? Habe ich in der Bibel nicht gelesen! Könnt ihr mir sagen wo das steht?