Vielmachglas – Kannst du eigentlich auch mal Ja sagen?

Ein kleiner, netter Film mit Roadtrip-Charakter. Das könnte man zumindest denken, wenn man sich den Trailer zu „Vielmachglas“, dem neuen Film mit Matthias Schweighöfer und Jella Haase ansieht. Doch da steckt noch mehr dahinter. Und es wird genauso oft auf die Tränendrüse gedrückt, wie unsere Lachmuskeln in Anspruch genommen werden.

Mit: Jella Haase, Matthias Schweighöfer, Marc Benjamin, Uwe Ochsenknecht
Laufzeit: 90 Minuten
Filmstart: 8. März 2018

Schön langsam wird es wärmer. Wir freuen uns schon auf den Frühling und Sommer, wenn die Tage wieder länger werden, die Sonne uns wärmt und wir mehr Zeit im Freien verbringen wollen. Oder? Und um die Vorfreude nochmal zu verstärken, ist so ein leichter Film doch genau das Richtige. Doch schnell wird klar, dass der Film einen viel tieferen Inhalt hat, als man am Anfang vielleicht vermutet.

Das Vielmachglas

Marleen (Jella Haase) ist 20 Jahre alt, wohnt noch bei ihren Eltern und kann sich einfach nicht entscheiden, was sie studieren soll. Anstatt für die erste eigene Wohnung zu sparen, gibt sie das Geld lieber für einen teuren Lesesessel aus, wo sie sich noch bequemer in ihrem Zimmer hinter Büchern vergraben kann. Her life in a nutshell. Ihr Bruder Erik (Matthias Schweighöfer) ist da das ganze Gegenteil. Der Stolz der Eltern hat schon die ganze Welt bereist, steht kurz vor seinem ersten Buchvertrag eben über seine Reisen und lässt kein Abenteuer und keine Herausforderung aus. Die Antarktis ist der letzte Kontinent, der ihm noch fehlt und dorthin will er sich nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause auch aufmachen. Marleen dagegen fühlt sich eher von ihren Eltern missverstanden und gedrängt, sich endlich zu entscheiden und auszuziehen. Dann kommt ein unerwartetes Geschenk von Erik doch gerade recht: ein leeres Einmachglas. Nein, es ist eben KEIN leeres Einmachglas, wie er Marleen erklärt, sondern ein Vielmachglas. Denn sie soll in ihrem Leben ja nicht nur Eines machen, sondern Vieles.

Sag einfach Ja!

Jedes Mal, wenn Marleen etwas Mutiges macht, ihre Komfortzone verlässt und ein Abenteuer erlebt, soll sie das auf einen Zettel schreiben und diesen in ihr Vielmachglas werfen. Falls es ihr dann einmal schlecht gehen sollte, kann sie die Zettel vor sich ausbreiten und sieht, was sie alles kann und erreicht hat. Genau das will Erik nämlich von Marleen: Dass sie aufhört, sich zu verkriechen und sich vor der Welt zu verstecken. Sie soll nicht immer nur Nein oder Vielleicht sagen, sondern endlich mal Ja. Soll sich endlich einmal etwas trauen.

Nach einer Katastrophe macht Marleen auch genau das in einer Kurzschlussreaktion. Sie macht sich selbst auf den Weg nach Hamburg, um das Schiff in die Antarktis zu besteigen. Mit nur 8€ in der Tasche ist das natürlich etwas schwierig. Und so beginnt ihre abenteuerliche Reise, auf der sie zum Beispiel eine Ziege vor einem Tiger retten muss, ein Wespennest mit einem Tennisschläger bekämpft und sich mit einer Biker-Gang anlegt. Außerdem lernt sie Ben kennen, der ihr hilft, aus ihrem Schneckenhaus zu kommen und plötzlich ist ihr Glas voll mit Abenteuern.

Dein Leben in die Hand nehmen

Ja, manchmal ist das Leben schwer. Und wer verkriecht sich dann nicht gerne vorm Rest der Welt? Aber viel zu oft muss uns gar nichts Schlimmes passieren und wir verstecken uns trotzdem in unserer kleinen, heilen Welt. Aus Angst vor Neuem, davor, aus der Komfortzone auszubrechen und einmal mutig zu sein, bleiben wir in unserem Alltagstrott stecken. Viel lieber sagen wir Nein, weil wir uns etwas nicht zutrauen, weil wir denken, dass wir etwas nicht schaffen können. Oder wir sagen vielleicht, vielleicht eines Tages. Aber dieser Tag wird sehr wahrscheinlich nie kommen. Und so bleiben wir stehen, bleiben, wo wir sind und werden mit ziemlicher Sicherheit nie herausfinden, was das Leben noch alles für uns bereithalten könnte. Also wieso versuchen wir nicht viel öfter, Ja zu sagen und mutig zu sein?

Text: Ines Breiner / Fotos: Warner Brothers

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..2
Filmstory……………………………1
Filmumsetzung………………….1
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….2
Umgang mit Sexualität………1

Insgesamt……………………1-2

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