Stronger – Aufgeben gilt nicht

Ein Bombenanschlag, der eine ganze Stadt, eigentlich das ganze Land in eine Schockstarre versetzte, veränderte auch das Leben von Jeff Bauman. Als er im Zieleinlauf des Boston-Marathons wartete, um seine (Ex-)Freundin Erin anzufeuern, explodierte nur wenige Meter neben ihm eine Bombe. Nach der wahren Begebenheit.

Mit: Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany, Miranda Richardson
Laufzeit: 119 Minuten
Filmstart: 20. April 2018

2013 erschütterte das Bombenattentat beim Boston-Marathon die ganze Welt. Jeff Bauman war eines der vielen Opfer. Er verlor bei dem Anschlag seine beiden Beine. Unter dem Titel „Stronger“ erzählt er, wie er sich danach wieder zurück ins Leben gekämpft hat. Und wie er zu einem der Aushängeschilder für „Boston Strong“ wurde, ein Begriff, der sich als Reaktion auf das Attentat gebildet hat.

Dem Terror ins Gesicht geschaut

Jeff wartet im Zielbereich auf Erin. Sie ist seine Exfreundin. Er will sie aber zurückgewinnen und feuert sie deswegen an. Nichts Ungewöhnliches, in einer großen Ansammlung von Menschen angerempelt zu werden. Jeff denkt sich auch nicht mehr bei dem Typen mit Sonnenbrille und tief ins Gesicht gezogener Kapuze. Aber kurz darauf explodiert gleich in der Nähe die erste Bombe. Jeff kann kurz nach dem Aufwachen noch nicht sprechen, deswegen kritzelt er auf ein Stück Papier: „Ich habe den Bomber gesehen.“ Seinen Beischreibungen ist es unter anderem zu verdanken, dass die Polizei die Attentäter später fassen konnte.

Gemeinsam sind wir stärker

Doch sich selbst zurück ins Leben zu kämpfen ist schon etwas schwieriger. Seine etwas eigenwillige Familie ist dabei auch nicht unbedingt eine große Hilfe. „Ihr wollt einen Helden aus mir machen…“ Aber Jeff hat Erin. Denn trotz allem versuchen sie es noch einmal miteinander. Sie zieht sogar zu ihm und seiner Mutter und gibt ihren Job auf, um sich besser um ihn kümmern zu können. Alle Unterstützung bringt aber wenig, wenn sich Jeff selbst nicht bemüht, seine Situation zu verbessern. Zum Beispiel, indem er in der Reha mitarbeitet und dafür trainiert, mit den Prothesen wieder laufen zu lernen. Die Bilder des Anschlages verfolgen ihn noch immer, doch für den Rest der Stadt ist er ein Held gegen den Terror. So wird er zum Beispiel auch bei einem Eishockey-Spiel der Boston Bruins gebeten, die Flagge zu schwenken, vor ausverkauftem Haus oder im Baseball-Stadion den ersten Wurf zu machen. Doch die ganze mediale Aufmerksamkeit wird ihm zu viel und auch die Situation zu Hause ist nicht sehr entspannt. Die Unterstützung seiner Familie ist, wenn auch gut gemeint, eher kontraproduktiv und Erin wird alles irgendwann zu viel, vor allem als sie entdeckt, dass sie schwanger ist.

Lohnt es sich zu kämpfen?

Diese Frage muss sich Jeff dann auch schlussendlich stellen, als er alleine dasteht. „Es gab eine Zeit, da wollte ich einfach aufgeben. Aber jetzt will ich die Welt wieder von oben sehen. Der Schmerz wird bleiben. Aber ich will einfach nur leben.“ Und er beschließt, dass Beste aus seiner Situation zu machen. Er will für andere ein Vorbild werden.
Erstmal: Die Schauspielleistung von Jake Gyllenhaal ist genial. Auch generell ist der Film toll gemacht und vor allem berührend, weil sehr realitätsnah. Allerdings muss ich auch dazusagen, dass es, Klischee hin oder her, ein typisch amerikanischer Film ist. „Wir sind die Opfer des Anschlages, lassen uns davon aber nicht unterkriegen. Weil wir Amerika sind.“ Das ist so leicht der Eindruck, den ich, trotz des guten Films bekommen habe. Vielleicht ist es aber auch nur meine persönliche Meinung, dass ich den Patriotismus und diese „Wir sind so ein großartiges Land“-Einstellung teilweise etwas übertrieben finde. Trotzdem: „Stronger“ ist eine tolle Ermunterung für uns alle. Wenn wir wirklich wollen, können wir mit allen Problemen und Widrigkeiten des Lebens klarkommen und sogar noch viel stärker daraus hervorkommen. Und wir brauchen Menschen um uns herum, die für uns da sind und uns unterstützen. Das Schlimmste, was wir tun können, ist, genau diese Menschen von uns zu stoßen.

Text: Ines Breiner / Fotos: Constantin Film

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..1
Filmstory……………………………1
Filmumsetzung………………….2
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….3
Umgang mit Sexualität………3

Insgesamt……………………1-2

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