Snowden

Wenn Fragen unangenehm werden, bist du trotzdem bereit sie dir zu stellen? Dich gegen den Strom zu stellen, wenn es sein muss? Wenn die Wahrheit wehtut? Damit hatte auch Edward Snowden zu kämpfen.

Mit: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Zachary Quinto, Nicholas Cage
Laufzeit: 135 Minuten
Filmstart: 23. September 2016

Der Film läuft bereits seit ein paar Wochen auch in unseren Kinos und schon vor der Premiere sorgte er weltweit für eine Menge Gesprächsstoff. Es handelt sich um die Verfilmung des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden, der 2013 durch die Offenlegung streng geheimer Regierungs- und NSA-Daten über deren Überwachungsmethoden mehr oder weniger traurige Bekanntheit erlangte. In Anlehnung an den damals erschienenen Oscar prämierten Dokumentarfilm „Citizenfour“ von Laura Poitras verfilmt Stone die Geschichte mit einer Starbesetzung rund um Joseph Gordon-Levitt als Edward Snowden. Wie in der Dokumentation erzählt Snowden den Journalisten Glenn Greenwald und Ewen MacAskill vom Guardian und Laura Poitras von seinen Entdeckungen. Er berichtet von seinem Werdegang und wie er immer mehr Einblick in das System der amerikanischen Regierung und der NSA erhielt. Und der Kerninhalt des Filmes: die von Snowden entwendeten Dokumente und Informationen über geheime Überwachungsprogramme der NSA.

(c) Universum Film

 

Auch drei Jahre nach der Veröffentlichung dieser Daten wird noch diskutiert, ob Snowden nun ein Verräter oder ein Held ist. Seine momentane Situation ist noch lange nicht geregelt. Er hält sich immer noch in Russland auf, gemeinsam mit seiner Freundin Lindsey, hat Asyl-Status. Dennoch wünscht sich Snowden, in die USA zurückzukehren, wie Stone weiß. Der Regisseur habe sich vor dem Dreh ein paar Mal mit ihm getroffen und am Ende des Films kommt es zu einer großen Überraschung für alle Zuschauer: Während eines Interviews verschwindet auf einmal der Hauptdarsteller Gordon-Levitt und der echte Edward Snowden spricht zum Publikum. Sehr bewegend und es unterstreicht einmal mehr den Charakter des Films, der sich immer mehr als scharfer Kritiker des Systems und der USA gegenüber herausstellt. Snowden selbst hält weiterhin an seiner Entscheidung und seinen Taten fest und auch Regisseur Stone findet, dass er das Richtige getan hat. Die Stars rund um den Film und darüber hinaus machten sich für Snowden stark, unterstützten beispielsweise eine Petition, damit er in die USA zurückkehren kann und dann auch ein gerechtes Verfahren bekommt. Sein ziviler Ungehorsam, wie es Oliver Stone betitelt, gehöre vernünftig gewürdigt. Schließlich riskierte er sein Leben, um nach seinem Gewissen zu handeln, auch wenn er dabei eine der Weltmächte schlechthin gegen sich aufbrachte.

(c) Universum Film

Snowden hielt es für falsch, dass die Regierung ihre Macht derartig ausnützt, und sagte das auch. Er war nicht zu feige, für seine Überzeugungen einzustehen. Natürlich muss nicht jeder von uns zu einem Whistleblower werden, aber wir können schon im Kleinen Einiges bewirken. Wie würden wir uns entscheiden, wenn es unangenehm wird, die Wahrheit zu sagen? Wie weit wären wir bereit zu gehen?

Text: Ines Breiner / Fotos: Universum Film

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage…………………..1
Filmstory……………………….2
Filmumsetzung………………..1
Umgang mit Gewalt…………..2
Umgang mit Sexualität……….3

Insgesamt……………………1-2

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