Sam Smith – Too Good At Goodbyes

Emotionale Abstumpfung. Sam Smith singt über ein Thema, welches man nicht unbedingt unter den anderen „Party und alles ist gut“- Liedern in den Charts erwarten würde. Der Sänger singt von Trennungen, Verletzungen und Vertrauensbrüchen, die ihn als eine Art emotionsloses Frack zurückgelassen haben. Er ist schon „zu gut im Lebewohl-sagen“, als dass es ihn noch besonders kümmern würde. Aber ist das die richtige Art und Weise, damit umzugehen?

Ein gängiger Spruch zum Thema Liebe lautet ungefähr so: „Allen Personen die du liebst, schenkst du ein Stück deines Herzens. Wenn sie dich dann verletzen, dann hast du diesen Teil verloren.“ Und genau das meint Sam Smith, wenn er die Worte „But every time you hurt me, the less that I cry. And every time you leave me, the quicker these tears dry – Aber jedes Mal, wenn du mich verletzt, weine ich ein bisschen weniger. Und jedes Mal wenn du mich verlässt, desto schneller trocknen die Tränen“ singt.

Es ist ein Abwehrmechanismus. Wenn wir verletzt werden, dann lassen wir auch die nächste Person nicht mehr so leicht an uns ran. Es fällt uns schwerer, uns zu öffnen, da wir uns somit ja wieder verletzlich machen würden. Liebe schenkt sich aber her, ist also blöderweise immer verletzlich. Die Frage ist nur: Wenn unser Vertrauen missbraucht wurde, was machen wir dann daraus? Machen wir unser Herz zu? Oder gehen wir das Risiko ein, dass es wieder und wieder mit Füßen getreten wird?

In letzter Zeit sind diese WWJD Armbänder wieder in Mode, oder zumindest werden sie wieder öfters gesehen – What would Jesus do? Ja, was hat Jesus denn in dieser Situation getan? Er wurde ständig betrogen oder hintergangen und das von seinen engsten Freunden. Diejenigen, die ihm zuvor zugejubelt haben, haben verlangt, dass er ans Kreuz genagelt wird und eines grausamen Todes stirbt. Der Typ, der zuerst gesagt hat „Ich würde mit dir bis in den Tod gehen“, tat als es darauf ankam so, als würde er Jesus nicht kennen. Als Sahnehäubchen obendrauf: Der Mann, der ihn für Geld an die Römer verraten hatte, war unter seinen 12 „Besties“. Das Zeichen seines Verrats war ein Kuss – ein auffällig intimes Zeichen.

Jesus hat genau diesen Leuten sein Vertrauen geschenkt. Er hat sie geliebt und sich selbst somit sehr verletzlich gemacht. Es hat diesen Punkt gegeben, an dem Jesus sich gefragt hat: „Warum mache ich das alles eigentlich? Ich will nicht mehr.“ Dies war am Ölberg, als seine Freunde, in der Stunde seiner größten Angst, einfach eingeschlafen sind. Jesus entschied sich aber trotzdem, die Menschen zu lieben, obwohl er so oft verraten wurde. Dadurch, dass Jesus diese Entscheidung getroffen hat, ist es ihm zu verdanken, dass die Menschheit gerettet wurde.

Ich weiß nicht wie sehr Sam Smith oder du verletzt worden bist. Es zahlt sich aber auf keinen Fall aus, deswegen niemanden mehr an sich ran zu lassen, auch wenn Sam singt, dass das seine Problemlösungsstrategie wäre. Denn Liebe verschenkt sich und nimmt trotz allem weitere Verletzungen in Kauf. Nur so wird wirklich Gutes entstehen.

I’m never gonna let you close to me
Even though you mean the most to me
Cause every time I open up, it hurts
So I’m never gonna get too close to you
Even when I mean the most to you
In case you go and leave me in the dirt

Text: David Strodl / Foto: Universal Music

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