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Ist das Spielen von PC-(etc.)Games eine Sünde, wenn dabei virtuelle Personen oder Tiere zu Schaden kommen?
Peter, 17
Lieber Peter!
Als Jesus in der Bergpredigt vom Kommen des Gottesreiches spricht und seine Jünger das neue Gesetz des Evangeliums lehrt, macht er immer wieder deutlich, dass die Erfüllung der Gebote nicht vorrangig im äußeren Tun, sondern in der inneren Haltung besteht. Es kommt nicht darauf an – wie die frommen Pharisäer, die sich strikt um die genaue Erfüllung des mosaischen Gesetzes bemühten – bestimmte rituelle Waschungen vorzunehmen, Gebetsformeln aufzusagen, überlieferte Riten einzuhalten und äußerlich ein frommer Mensch zu sein. Nein, all das muss erfüllt sein von der rechten Gesinnung, von der Liebe zu Gott und den Menschen, die dann ihren konkreten Ausdruck in der genauen Erfüllung all dieser Vorschriften finden kann. Die Sünde beginnt im Inneren des Menschen. Sie nimmt ihren Anfang in seinem Herzen, in seinen Gedanken, in seinen Wünschen und Begierden und bahnt sich – wenn ihr nicht Einhalt geboten wird – ihren Weg zu bösen Taten.
Wenn wir uns bemühen wollen, als echte Christen zu leben, so gilt es, vor allem unser Herz zu bessern und darauf zu achten, dass wir uns nicht in schlechte Gedanken und Phantasien verlieren, die dann – früher oder später – zu bösen Taten führen. Gewaltverherrlichende Computerspiele und allzu „blutrünstige“ Filme bergen die Gefahr einer seelischen Umweltverschmutzung in sich, die uns abstumpfen kann, und es schwerer macht, sensibel und gut zu sein. Sicherlich ist die Darstellung von Gewalt – abgesehen davon, dass es schwer ist zu sagen, wo die Grenzen zwischen spannender Action und brutaler Gewaltverherrlichung liegen – nicht unmittelbar Sünde, wie es bei Pornographie der Fall ist. Ist die Sexualität immer und ausschließlich dem geschützten und damit für andere unzugänglichen Raum der Ehe vorbehalten und daher nicht zu „konsumieren“, so kann der Kampf an sich ja auch im Dienst einer guten Sache stehen. Nicht selten sind es ja gute Helden, die in Computerspielen und Actionfilmen gegen das Böse kämpfen und – wenn auch nicht immer – genötigt sind, zur Gewalt als dem letzten Mittel der Konfliktlösung zu greifen.
Wenn allerdings das gute Ziel aus dem Auge gerät, wenn Gewaltanwendung nicht mehr als die „ultima ratio“, also als das letzte Mittel, erkannt werden kann, ja wenn man förmlich darauf wartet, dass Blut fließt – je mehr umso besser – dann ist das keine erlaubte Unterhaltung mehr. Hier ist das eigene Gewissen gefragt und es verlangt große Ehrlichkeit, selbst Grenzen ziehen zu können. So wie das Fernsehen grundsätzlich nicht schlecht ist, im Gegenteil, aber sehr wohl – auch bei guten Filmen – die Gefahr bringt, uns aus dem wirklichen Leben zu reißen, zum „Zeitfresser“ zu werden und uns geistig und übrigens auch körperlich (Stichwort: Sofa, Chips und Cola...) „lahmzulegen“, so ist das auch mit Computerspielen. Nochmals: Hier ist das eigene Gewissen gefragt. Im Zweifelsfall: Abschalten, Sport treiben – zum Aggressionen abreagieren übrigens wesentlich besser geeignet als Computergames...
Dein Kaplan Florian
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Doppelmoral, anyone?
Ach, und wie immer wirkts einfach verdammt komisch wenn ein Mönch über die Sexualität spricht.
