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14.06.2008

Entwicklungshilfe

Eindringen in fremde Kulturen?

Lieber Mönch!

Ich hab mir letztens den Film „Jenseits aller Grenzen“ mit Angelina Jolie auf DVD angeschaut. Das hat mich zum Nachdenken gebracht über Missionare und Hilfsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ u.ä. Ich frage mich, ob die Ureinwohner Afrikas nun unsere „Hilfe“ eigentlich möchten oder erscheint es ihnen als Belästigung oder als „Eindringen in ihre Welt“, wenn man tut, als ob „ihre Welt“ nicht so gut wäre wie „unsere Welt“, auch auf den Glauben bezogen. Zerstören wir nicht ihre Welt? Oder wenn wir den Faden noch weiter spinnen in die Zukunft: Wird es dann nicht irgendwann so aussehen wie bei uns, wo nur Zeitdruck herrscht usw. Werden wir nicht ihre Natur durch unsere gut gemeinte Hilfe zerstören? Und welche Haltung bewegt Menschen, ihr Zuhause hier zu verlassen und nach z.B. Afrika zu gehen…?

Claudia, 18

Liebe Claudia!

Deine Fragen, die du im Zusammenhang mit dem Film „Jenseits aller Grenzen“ stellst, sind sehr berechtigt. Wie würden wir heute dastehen, wenn plötzlich Venusmenschen bei uns hereinkämen und uns mit ihrer Kultur, Technologie, Moral, ja vielleicht auch noch mit ihrem politischen System „beglückten“ und uns dafür um unsere Bodenschätze erleichterten? Piraten-Kolonialismus, Zwangsbeglückung und Überlegenheitsgehabe sind immer abzulehnen. Wie dürfen aber unseren schönen Planeten Erde, seine Menschen und Kulturen nicht nur durch die rosarote Brille, schon gar nicht einzig durch die TV-Brille sehen (Bilder zeigen mir in der Regel weder Hitze noch Gestank, weder das Gefühl von Verlassenheit oder Hoffnungslosigkeit in Menschen). Viele Völker haben schöne und großartige Dinge hervorgebracht, leider aber auch viele Defizite.

Wir Christen sind auch nur defekte Menschen, die Botschaft aber, das Wort Gottes, das Gebot der Gottes- und der Menschenliebe sind universal gültig und überall gut.

Wenn Menschen ihr Zuhause und ihr Land verlassen, um nach Afrika zu gehen, tun es manche, weil sie vom Leid berührt sind und helfen wollen, manche, weil sie plötzlich von Jesu Botschaft erfasst und so restlos begeistert sind, dass sie das Glück mit allen Menschen teilen wollen, wieder andere aus anderen Motiven.

Immer bleiben wir aber Menschen, auch Missionare, Katecheten, Krankenschwestern und christliche Geschäftsleute sind Menschen, die Fehler haben, vieles nicht verstehen, vieles nicht wissen und oft fremdgesteuert sind.

Ich glaube Gott hat allen Kulturen, Ländern und Menschen Schätze verborgen und Nöte zugelassen, damit wir immer die Möglichkeit haben, uns gegenseitig zu beschenken: zu lehren und zu lernen, großzügig zu geben und dankbar zu nehmen. Über allem aber soll die Liebe stehen, dann werden wir nicht ganz in die Irre gehen.

Dein Pater Leo

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Na das...
von: davidhume
27.06.2008
...war ja mal eine hilfreiche Antwort. Dabei wars ja eine so einfache Frage…

 

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