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Meine Schulkollegen glauben nicht, dass es Gott gibt. Das ist eigentlich nicht so außergewöhnlich. Trotzdem würde ich ihnen gerne den Glauben verständlich machen. Zum Beispiel habe ich ihnen schon erklärt, wie Gott mir geholfen hat, als ich viele Probleme hatte. Aber meine Erklärungen sind für sie nicht immer überzeugend.
Anna
Liebe Anna!
Diesmal antwortet kein Mönch, sondern eine Klosterschwester... Je mehr wir Gott persönlich in unserem Leben erfahren, desto mehr spüren wir, dass wir auch anderen etwas davon weitergeben wollen. Jesus möchte doch, dass alle Menschen seine Liebe erfahren. Und er hat niemand anderen als uns, ihm dabei zu helfen. Allerdings ist es, wie du schon gemerkt hast, nicht leicht, von Gott zu sprechen, ihn zu „beweisen“. Und im Gespräch mit Menschen, die nicht an Gott glauben, kann man auch selbst schnell durcheinander kommen, gerade wenn man auch noch nicht alle Antworten gefunden hat. Deshalb muss man seinen Glauben nähren und stärken durch die Sakramente (vor allem die Eucharistie und die Beichte), das Gebet, das Lesen in der Hl. Schrift oder der Begegnung mit anderen Christen.
Es ist auch wichtig, sich immer wieder zu erinnern, wo man Gott in seinem Leben konkret erfahren hat. Und das hast du ja selbst schon konkret erfahren dürfen, dass Gott in deinem Leben da ist. Von diesem hilfreichen Eingreifen Gottes kannst du Zeugnis geben, denn unser christlicher Glaube ist nicht zuerst eine Lebensphilosophie, eine Lehre oder eine Wissenschaft, sondern eben eine Begegnung mit dem lebendigen Gott, mit einer Person: Jesus Christus, der uns geliebt und sich für uns ganz hingegeben hat.
So kannst du einfach versuchen, deinen Kollegen zu erzählen, was es für dich bedeutet, dass es Gott gibt. Deine Erfahrung der Liebe und des Trostes Gottes, dein Erleben der Kirche. Aber natürlich sind das oft sehr persönliche Dinge, die man nicht so leicht erzählt. Deshalb bete zum Heiligen Geist, dass er dich führt und dir zeigt, wem du solche Dinge erzählen kannst.
Aber ein Zeugnis kannst (und sollst!) du immer geben: das Zeugnis der Liebe! Denn an der Liebe soll man die Jünger Jesu erkennen, wie Jesus selbst uns auffordert. Das war auch das Geheimnis der Heiligen, einen Aspekt der Liebe Gottes sichtbar zu machen, damit die Menschen an diese Liebe glauben können. Wie sehr hat z.B. eine Mutter Theresa Gott zum Greifen nahe gebracht. Eine große Aufgabe! Aber die Werke der Nächstenliebe beginnen schon im ganz Kleinen: In deinem Alltag mit den Schulkollegen: Du kannst dir für jemanden Zeit nehmen, ihm aufmerksam zuhören und vielleicht ein aufbauendes Wort sagen. Oder jemandem helfen, und auch wenn es schwer fällt, nicht Böses mit Bösem vergelten, sondern vergeben, ist das nicht das schönste Gesicht der Liebe? Und wie viel Freude kann man allein durch ein einfaches Lächeln schenken? Und dann wird der eine oder andere dich vielleicht einmal fragen: Hey, was ist dein Geheimnis?
Zuletzt noch mein Geheimtipp: Eine verborgene, aber auch sehr wichtige Weise, wie du deinen Kollegen helfen kannst, die Liebe Gottes zu erfahren, ist das Gebet. Schließe sie ein in dein Gebet, sprich in deinem Herzen zum Beispiel am Morgen, wenn du sie siehst, ganz einfache Wörter des Segens für sie. Denn der Glauben braucht die einzelne und freie Entscheidung des Menschen, aber er ist auch ein Geschenk Gottes an uns. Wer weiß, welchem Gebet unserer Verwandten oder Freunde wir verdanken, dass wir an Gott glauben und diesen Glaubensakt immer wieder erneuern können.
Liebe Anna, möge der Heilige Geist deinen Glauben stärken und dich zu einem „ansteckenden“ Zeugen der Liebe Gottes machen!
Deine Schwester Eva von Jesus
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