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Mönchline
Ich hätte eine Frage zum Zölibat und zum Frauenpriestertum. Da das Zölibat angeblich ein „kirchliches Gesetz“ ist, könnte es eigentlich theoretisch von der Kirche aufgelöst werden. Wie ist das aber beim Frauenpriestertum? Ich habe vor kurzem mit unserem Dorfpfarrer darüber diskutiert, weil ich der Meinung bin, dass Priester heiraten dürfen sollten und auch Frauen zum Priester geweiht werden. Da hat er gemeint, dass die Kirche zwar das Zölibat aufheben könnte, aber nicht Frauen zu Priestern weihen. Dieses sei nämlich ein göttliches Gesetz, welches auch in der Bibel steht. Aber ich weiß nicht, ob das dort nicht vielleicht auch anders gemeint sein könnte.
Christina
Liebe Christina!
Es stimmt schon, dass das Zölibat heute ein „kirchliches Gesetz“ oder besser eine Regel in der römisch katholischen Kirche ist. Man vergisst dabei aber nur allzu leicht, dass keinem Menschen das Zölibat vorgeschrieben wird, niemand wird gezwungen. Die Regel bedeutet vielmehr, dass Priester nur aus denjenigen Männern gewählt werden, die sich aus Liebe zu Gott für die Ehelosigkeit entschieden haben. Denn das ehelose Leben „um des Himmelreiches willen“ ist etwas, was auf Christus selbst zurückgeht, und ist nicht erst irgendjemandem im Mittelalter oder so eingefallen. Als Jesus einmal mit seinen Jüngern über die Unauflöslichkeit der Ehe gesprochen hat, hat er ihnen dann auch vom Ideal der Ehelosigkeit erzählt. Die Ehe ist etwas Heiliges, aber genauso eine große Herausforderung. Sie ist so großartig und wertvoll, dass es auch wert ist, auf sie zu verzichten - um des Himmelreiches willen.
Vor kurzem habe ich von einem Priester gehört, der Schwierigkeiten hat, nach einer Hochzeit zum Hochzeitsfest zu gehen, weil er es nicht mehr aushält, dass man ihn ständig nur fragt, warum Priester denn nicht heiraten dürfen, ob er nicht gerne eine Frau hätte usw. Es ist ein bisschen so, als ob man einen verheirateten Mann ständig fragen würde, ob er nicht Lust hätte, sich eine Freundin zuzulegen, ob er die Einehe wirklich noch für zeitgemäß hielte und ob er nicht doch ein wenig verkorkst wäre mit seiner veralterten Ansicht.
Ein Priester, der nicht heiratet, tut das auch nicht als ein besonderes Opfer, um sich zu kasteien; eben genauso wenig, wie ein Ehemann sich damit kasteit, dass er seine Ehe nicht bricht. Wenn jemand heiratet, dann verschenkt er sich ganz an seinen Ehepartner. Dadurch ist jedes Ehepaar auch ein Gleichnis für die Liebe, die der Bräutigam Christi zu seiner Braut, die Kirche, hat. Auch ein Priester verschenkt sich. Er steht an der Stelle Christi, der die ganze Kirche als seine Braut hat. Ich als Priester bin also schon vergeben. Denn verschenken kann man sich schließlich nur einmal. Mein ganzes Leben gehört der Kirche. Sie ist tatsächlich meine Familie.
Das heißt aber nicht nur, wie man es oft hört, dass ich so eben mehr Zeit für die Seelsorge habe, - um z.B. die Mönchline zu beantworten:-) -, sondern dass ich mein ganzes Denken und Streben nicht aufteilen muss, mich sozusagen rücksichtslos verschenken darf. Und das ist, soweit es einem schon gelingt, etwas Wunderschönes! Egal also, welchen Weg man geht, es erfordert immer den ganzen Menschen und das Ideal, das man anstrebt, ist hoch. Ein Priester heiratet also nicht deswegen nicht, weil es halt so ein Gesetz gibt, sondern weil er schon vergeben ist. Jeder, der sich auf das Priestertum vorbereitet, muss sich also die Frage stellen, ob er sich derartig vollständig an die Kirche verschenken will oder nicht.
Was nun die Frage betrifft, ob Frauen Priester werden können, muss man zunächst einmal eines klarstellen: Die einzige „Karriere“ in der Kirche, die anzustreben es sich auszahlt, ist es, heilig zu werden. Als Priester ist man nicht automatisch ein Heiliger. (Das kannst du mir glauben... leider. Ich bin im siebenten Jahr Priester.) Ein Priester soll ein Diener der Getauften sein. Dass im Lauf der Zeit der Eindruck entstanden ist, dass der Priester vor allem ein Oberboss ist, ist schade und womöglich Folge der fehlenden Demut von uns Priestern.
In den letzten Jahrzehnten wurde viel über die Gleichberechtigung der Frau gesprochen und die Gesellschaft hat sich stark verändert. In vielen Bereichen war das sicher sehr gut. Seltsam wird die Sache immer nur, wenn dabei so getan wird, als ob es gar keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen geben würde. Aber den gibt es! Nicht nur körperlich, auch in ihrem Denken und Fühlen unterscheiden sich Männer und Frauen. Gott sei Dank! Ich würde es sehr komisch finden, wenn sich Männer plötzlich darum bemühen würden, dass auch sie Kinder auf die Welt bringen können. Das ist nun einmal Frauen vorbehalten. Und das ist gut so! Warum kann es dann nicht auch sein, dass das Priestertum dann eben den Männern vorbehalten ist? Auch wenn du vielleicht meinst, dass das kein passender Vergleich ist, steckt dahinter doch eine kleine Wahrheit. Denn Priester sein hat ganz stark etwas mit Vater sein und Bräutigam sein zu tun!
Die Kirche kann zum Schluss niemals etwas anderes tun als das, was sie selbst vom Herrn empfangen hat. Und die Evangelien berichten uns sehr klar, dass Jesus nur Männer zu Aposteln, die man als die ersten Bischöfe/Priester ansehen kann, berufen hat. Er hat das sicher nicht deshalb getan, weil die Männer heiliger als die Frauen gewesen wären. Wer käme auch nur annähernd an die Heiligkeit seiner Mutter heran?! Auch von der damaligen Gesellschaftsordnung hat Jesus sich sicher nicht abschrecken lassen. Er hat ja oft genug angeeckt.
So wird aus dem Studium der Evangelien ganz klar, dass Jesus nur Männer zu Priestern beruft, auch wenn man nirgendwo einen Satz finden kann, wo der Herr sagt: „Frauen dürfen nicht zu Priestern geweiht werden.“ Das Evangelium ist ja nicht als Gesetzbuch geschrieben sondern als Bericht über das Leben des Sohnes Gottes, der uns zeigt, worum es geht, nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch sein Beispiel (was ja ohnehin viel schöner ist): Er hat uns gezeigt, was Hingabe tatsächlich heißt - nämlich bereit zu sein, sich bis zur letzten Konsequenz hinzugeben.
Jesus, der Bräutigam der Kirche (die seine Braut ist), zeigt uns in seiner Hingabe am Kreuz eigentlich, was bräutliche Liebe ist: die Bereitschaft der totalen Hingabe. Und damit erklärt er uns einerseits die Berufung zur Ehe und andererseits die Berufung zum Zölibat (nämlich die totale Hingabe an die Kirche, seine Braut). Ich wünsche dir alles Gute bei der Suche nach deiner Berufung. Frage danach, was der liebe Gott von dir will! Du wirst sehen, dass dann aus einer theoretischen Diskussion plötzlich eine äußerst spannende Suche nach dem Sinn des Lebens wird. Ich bin sicher, dass der Herr dich zu etwas besonders Schönem braucht.
Dein Pater Georg
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Um auf die Frage einzugehen, warum denn keine Frauen Priester werden dürfen/können: Warum willst du unbedingt Priesterin werden? Willst du eh nicht? Warum regst du dich dann auf?
Tatsache ist leider, dass ja immer die am lautesten schreien, die am weitesten weg stehen… Oder eben, dass die Frauen Priesterinnen werden wollen, die sich als Frau benachteiligt fühlen. Also die Intention ist nicht gerade der Dienst an Gott und dem Nächsten, sondern der Kampf um die Gleichstellung der Frau gegenüber dem Mann. Aufgrund der Besonderheit des “Berufes” Priester, wirst du mir wohl zustimmen, dass ein selbstgefälliger Emanzipationsgedanke nicht genug sein kann, diesen “Beruf” auszuüben. Es geht hierbei schließlich um ein wenig etwas Anderes.
Was, aber wenn ich als Frau Gott und der Kirche wirklich dienen will? Dann höre ich auf das, was Gott sagt, und blicke auf jenen Menschen, der die höchste Stellung innerhalb der katholischen Kirche inne hat: die Muttergottes. Und wollte die im Tempel predigen? Hat sie sich benachteiligt gefühlt, weil sie das nicht durfte? Oder eine Mutter Theresa oder Terese vom Kinde Jesu? Nein, und wieso nicht? Weil sie Gott und der Kirche gedient haben, dort, wo sie am besten dienen können. Im Muttersein. Maria als Mutter Jesu, Mutter Theresa als Mutter der Sterbenden in Kalkutta, Terese vom Kinde Jesu als geistige Mutter so vieler Priester etc…
Aber eine Mutter zählt ja in der heutigen Gesellschaft nichts mehr. Man muss sich ja selbst verwirklichen und darf sich um Gottes Willen ja nicht zu Hause einsperren lassen. So denkt die Gesellschaft, aber eben nicht die katholische Kirche. Also ist es die Gesellschaft, die die Rolle der Frau verdreht und die Frau in eine Richtung pusht, in welcher sie nicht ihrer grundsätzlichen Berufung gerecht werden kann.
das ist alles, was ich gesagt habe. alles andere schiebst du mir jetzt unter und drehst mir im mund um. also nieveaulos…
und du könntest dich entschuldigen, für deine Beleidigung, denn als niveaulos lasse ich mich von keinem bezeichnen. kannst du nicht diskutieren ohne beleidigend zu werden. bist nicht eher du der aggressive? denk mal darüber nach.
erstens habe ich nicht gemeint, dass du niveaulos bist, sondern ich finde ein gespräch, in welchem jemand dem anderen das wort im mund umdreht niveaulos.
deswegen will ich mich auch bei dir entschuldigen, wenn mir das passiert sein sollte. dabei wäre ich dir dankbar, wenn du mir sagst, wo ich dir deine worte verdreht habe, denn ich sehe es wirklich nicht.
zweitens: auf deine frage habe ich dir ausführlich geantwortet, aber wenn man die “berufung” aus der ganzen geschichte weglässt, dann wird es halt schwierig…
es ist ja nicht so, dass gott ein ach so böser gott ist, weil er keine frauen zum priestertum beruft, sondern er hat halt den frauen und männern unterschiedliche aufgaben gegeben. ich beklage mich ja auch nicht über diese ungerechtigkeit, dass ich als mann keine kinder gebären darf oder dass babys zu ihrer mutter immer eine affektivere beziehung aufbauen als zu ihrem vater. das ist halt so und die mutter kann das auch um einiges besser. und das ist gut so. Ich beklage mich auch nicht darüber, dass sich auf jeder plakatwand eine halbnackte frau räckelt (obwohl ich mich über das halbnackt beklage, aber das ist eine andere geschichte…). frauen sind nun mal die krone der schöpfung und übertreffen den mann in so vielen punkten…
eine glühbirne ist dazu da, um zu leuchten, ein apfel, um gegessen oder gepresst zu werden. alles hat seine bestuimmung und seine berufung in gottes genialem plan. warum glauben wir menschen, es immer besser wissen zu müssen? warum gelte ich als frau heutzutage nur noch etwas, wenn ich so bin wie ein mann? wäre es nicht an der zeit, als frau wieder ganz frau zu werden und als mann wieder mann zu sein?
ich glaube schon und wenn ein mann oder eine frau wieder zu ihrer grundlegenden berufung zurückfindet (ich spreche hier nicht vom kindergebären und vom predigen), dann wäre die welt wieder ein wenig mehr so wie gott sie sich vrogestellt hat und wie sie auch prima funktioneiert hat, bis der mensch eben mist gebaut hat.
wenn du ganz tief in dein herz hörst und gott anflehst, dass er dir zeigt, wozu du berufen bist, wird er das tun. und was auch immer es ist, du wirst es mit freude tun und glücklich werden.
und das ist eben ein anderer zugang zu deiner frage: es ist nämlich die frage nach dem was gott von mir will, und nicht was ich von ihm oder der kirche will.
lg Dom Hü
lg ursula
1. Ich kann David nur recht geben, Frauen, die wegen den Kindern zu Hause bleiben, zählen in unserer Gesellschaft nicht. Das ist doch wirklich unfair, oder? Schließlich ist das eine viel schwierigere, aber auch wertvollere und schönere Aufgabe, als irgendwie Karriere zu machen und Geld zu bekommen.
2. In der Bibel kommen sehr wohl Frauen als “Apostelinnen” vor, auch wenn sie vielleicht nich so bekannt und bedeutend wie die 12 Apostel waren. Was ist mit Maria Magdalena? Oder Maria, der Mutter Jesu, die doch wichtiger ist als die Apostel?
Und als Jesus gekreuzigt wurde, waren es da nicht gerade die Frauen, die bei ihm (in einiger Entfernung) blieben? “Auch einige Frauen sahen von weitem zum darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome; sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.” (Mk 15,40-41) Außerdem waren die Frauen die ersten, die das leere Grab entdeckten und Jesus erschien nach seiner Auferstehung als erstes Maria aus Magdala. Da soll noch einer sagen, Frauen wären unbedeutend in der Bibel!
Ich habe kein Problem damit, dass nur Männer Priester werden dürfen. Irgendetwas müssen die Männer ja haben, was tatsächlich nur sie können. ;) Im Ernst, ich finde es eigentlich schon in Ordnung, vielleicht auch nur aus Gewohnheit, aber wenn eine Frau wirklich für Gott auf einen Mann, eine Familie und vieles andere verzichten will, dann glaube ich, wird sie auch kein Problem damit haben, nicht Priester zu werden, denn als Klosterschwester kann man mindestens genauso viel bewirken!
Klara
Da hilft es auch nichts anzuführen, dass Frauen im Laufe der Existenz dieser Erde schon so viele verschiedene Rollen übernommen haben, und interessanterweise haben sie dann plötzlich eine feste Rolle wie eine Glühbirne? Festgelegt von einem abrahamischen Gott, der schlussendlich auch nur einer von vielen ist? Das ist aus gutem Grund völlig unverständlich (Und übrigens, die Glühbirne wurde von Edison, nicht von Gott erschaffen. Ehre wem Ehre gebührt, würde ich sagen).
Klar, wenn Davidyou jetzt auch noch der Meinung ist, die Erde sei kanpp 6000 Jahre alt, dann kann ich verstehen, dass er sich nicht vorstellen kann, dass die Frau andere Aufgaben hat, als Kinder zu gebären.
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn manche Männer behaupten, Frauen wären nur für den Haushalt und die Kinder geschaffen. Frauen können mehr! Andererseits zählt Familie und Kind in unserer heutigen Gesellschaft viel zu wenig. Sollte es nicht möglich sein, dass eine Frau selbst entscheidet, was in ihrem Leben wichtig ist? Wenn eine Frau wegen den Kindern zu Hause bleibt, wird sie schief angeschaut, wenn sie keine Kinder hat, genauso. Warum kann man diese Entscheidung nicht einzig und allein uns Frauen überlassen und jede selbst entscheiden lassen?
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn manche Männer behaupten, Frauen wären nur für den Haushalt und die Kinder geschaffen. Frauen können mehr! Andererseits zählt Familie und Kind in unserer heutigen Gesellschaft viel zu wenig. Sollte es nicht möglich sein, dass eine Frau selbst entscheidet, was in ihrem Leben wichtig ist? Wenn eine Frau wegen den Kindern zu Hause bleibt, wird sie schief angeschaut, wenn sie keine Kinder hat, genauso. Warum kann man diese Entscheidung nicht einzig und allein uns Frauen überlassen und jede selbst entscheiden lassen?
@ursula: Etiam linguam latinam legere possum. ;)
LG Klara
