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Ich habe eine Frage, die mich schon lange beschäftigt. Es ist so, dass ich in einer Jugendgebetsgruppe bin. Wir treffen uns in ungleichmäßigen Abständen in der Kirche und sprechen gemeinsam über unseren Glauben, singen und beten viel gemeinsam. Es ist eine offene Runde, jeder kann mitmachen oder einfach mal vorbeischauen. Leider ist es nun aber so, dass unsere Mitschüler uns damit -man kann schon fast sagen- mobben. Wir sind auf drei unterschiedlichen Schulen (alles katholische Privatschulen), doch das Gerücht, wir seien eine Sekte, hat sich schon an allen 3 Schulen verbreitet. So langsa weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Die einzige Antwort, die ich von unserem Pfarrer auf dieses Problem bekam, war nur: Man muss wissen, was man will. Er kann das leicht sagen, denn er erlebt ja nicht, wie ich ausgeschlossen werde, weil meine Mitschüler "Angst haben" sich mit mir zu unterhalten und ich dann auch noch als Sektenmitglied beschimpft werde. Was kann ich denn bitte machen? Vernünftig mit denen zu reden funktioniert nicht, weil sie mir immer unterstellen, ich wolle nur neue Mitglieder werben. Auch die Einladung, einmal selber vorbei zukommen um sich vom Gegenteil zu überzeugen, hat nicht gewirkt… Weißt Du einen Rat?
Lg, Lena (17)
Liebe Lena!
Das ist tatsächlich eine schwere Situation.
Zum einen ist es nun so, daß diese Erfahrung unzählige Christen vor dir auch schon gemacht haben. Jesus selbst mußte sie sogar bis zum Äußersten erleiden. Glaubensverfolgung, und deine Situation fällt eindeutig darunter, gibt es eben auch bei uns in Europa.
Was sagt uns die Bibel dazu? Lk.6,22: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht."
Das ist der eine Teil. Er wird uns bleiben. Das Bibelwort ist vielleicht nur ein kleiner Trost aber es ist so.
Zum Mobbing generell: An sich ist es verboten. In Österreich und Deutschland haben wir offiziell Religionsfreiheit. Ihr könntet also durchaus versuchen, praktische Schritte zu unternehmen.
1. Das Gespräch mit den Eltern suchen. Sofern sie auch gläubig sind, sollten sie euch doch unterstützen.
2. Ebenfalls ein Gespräch mit dem Religionslehrer versuchen. Im Normalfall sind gerade sie sehr für Toleranz. Vielleicht könnt ihr dann einmal in einer Schulstunde eine offene Diskussion abhalten?
3. Auch der Klassenvorstand sollte euch eigentlich helfen. Beruft euch doch darauf, daß ihr in einer katholischen Privatschule seid.
4. Beginnt ganz ernsthaft für die zu beten, die euch verfolgen. So haben auch schon die Apostel gehandelt, so seid ihr dann in der allerbesten Gesellschaft.
Sollte das alles keine Veränderung bewirken, schreib uns bitte wieder!
Ich wünsche Dir Gottes Segen und schließe euch in meine Gebete ein,
Deine Jenny
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Ich gebe dir aber noch einen praktischen Tipp, wie ich mit solchen Leuten umgehe. Denn sowas war auch oft für mich nichts neues.
Stehe dazu. Stehe zu deinem Glauben und lebe danach. Wichtig ist dass du vor anderen nicht einknickst oder dich vor ihren Angriffen zurückziehst. Kannst ruhig etwas frech werden und sagen, dass dir ihre Kommentare nichts bedeuten und nur weil sie ein Problem damit haben, wirst du deswegen noch lange nicht deinen Glauben aufgeben oder dein Leben ändern, weil andere mit ihrem eigenen Leben nicht klarkommen. Das klingt jetzt vielleicht hart und schroff aber es wirkt.
Wenn die anderen merken, dass du deinen Glauben mit Übereugung lebst und dass ihre Angriffe sinnlos werden, dann werden sie damit aufhören. Oft ist es so, dass deine ‘Gebetsgruppe’ nur ein Vorwand ist, um dich persönlich fertig zu machen. Es geht nicht so sehr um die Gebetsgruppe, es geht um dich und um das, was du repräsentierst.
Du repräsentierst einen genuin christlichen Lebensstil, der mit aller größter Wahrscheinlichkeit dem Alltagsleben deiner ‘Mobber’ eindeuti zu widerläuft. Sie merken vielleicht, dass ihr Katholiken-Sein ziemlich heuchlerisch ist. Und dein christliche Überzeugung als Katholikin erinnert sie ständig in unangenehmer Weise daran.
Was ich damit sagen will. Du bist ein Repräsentant eines bestimmten Lebensstils oder Weltbildes und deine ‘Mobber’ jeweils die eines anderen. Sie greifen dich an, ob nun bewusst oder unbewusst, weil dein Lebensstil und dein Glaube ihre Lebensweise in Frage stellt. Deshalb ecken wir Christen generell immer an – egal wann und wo.
Jedes Mal, wenn deine ‘Mobber’ es schaffen, dich wegen deines Glaubens fertig zu machen, dass du vor ihnen und dem Rest deiner Klasse emotional, körperlich oder psychisch einknickst und dich dann zurückziehst, dann sehen sie es und auch der Rest deiner Klasse. Es wird dann für deine ‘Mobber’ ein Beweis sein, dass sie Recht haben – mit ihrer Lebensweise – und du im Irrtum bist. Und alle anderen sehen das auch.
Deine ‘Mobber’ denken nun, dass sie intelligenter sind als du, sowie dass solche religiösen Dinge unter ihrer Würde sind, weil das alles nicht ihrem “intelekktuellen Niveau” entspricht.
Deshalb darfst du und sollst du ruhig etwas mit deinem Lebensstil und Glauben anecken. Mit Einknicken erreichst du genau das Gegenteil, nämlich dass der christliche Glaube, so wie du ihn lebst, unglaubwürdig und unattraktiv für andere erscheinen wird – weil du nicht genug Mut aufbringst dich und deinen Glauben sowie Lebensstil gegen die Angriffe anderer zu verteidigen.
Denk immer daran. Wir Christen sind keine Warmduscher und wir sind nicht realitätsblind, dass wir immer wie in weiche Kopfkissen verpackt durch das Leben rennen und alles ist nur Friede, Freude, Eicherkuchen.
Christ-Sein bedeutet vor allem Kampf. Kein Kampf, wie sie irgendwelche islamischen Fanatiker führen, die unschuldige Menschen töten. Es ist ein geistiger Kampf. Ein Kampf der eigenen überzeugungen gegen die der anderen – jedoch ohne die anderen in eine Ecke zu drängen. Jedoch müssen wir aber dafür jedem klar machen, wie wir zu einer Sache (unserem Glauben) stehen und dass wir als Christen darauf nicht verzichten werden, nur weil es anderen nicht in den Kram passt oder sie damit irgendein Problem haben.
Lies dir die Apostelgeschichte im Neuen Testament durch. die 12 Jünger von Jesus Christus – die postel – haben wie nonstop den christlichen Glauben verkündet und sich immer und überall dazu bekannt. Es hat sie auch nicht gekümmert, dass man sie deswegen mit Strafe, Schlägen oder dem Tod bedroht hat. Sie wusste, woran sie glauben. Sie lebten frei nach dem Motto: “Wenn Gott mit ihnen ist, wer wird denn schon gegen sie sein – nur Menschen.” Und als Christen suchen wir nicht das Ansehen bei irgendwelchen Menschen, die sowieso nicht bereit sind als Christen zu leben, sondern wir suchen unser Ansehen bei Gott. Und damit überzeugen wir die Menschen, die selber auch nach Gott suchen.
Und wenn die Apostel bereit waren sowas zu erdulden, dann solltest du irgendwelche dümmlichen Kommentare seitens deiner ‘Mobber’ nur mit einem Lächeln quittieren.
Sobald deine ‘Mobber’ merken, dass sie ihre Zeit mit sowas bei dir nur vergeuden, werden sie sich andere Opfer zum Schikanieren suchen. Denn meistens ist es so, dass die ‘Mobber’ selbst irgendwelche privaten Probleme haben und ihren Frust irgendwo und vor allem an irgendwem ausleben wollen – einem Opfer, dass sich nicht wehrt. Lass dich nicht zum Opfer machen.
Ansonsten, wenn der Quatsch mit den Gerüchten, dass ihr eine Sekte sein sollt, überhand nimmt, und eure ‘Mobber’ sich auch in eurem Religionsunterricht befinden. Lasst einen kath. Priester kommen, der tacheles redet und allen erklärt was es mit einer Gebetsgruppe auf sich hat und dass der ‘Taufschein-Christ’ sich lächerlich macht, der sich über das religiöse (Gebets-)Leben anderer Christen lustig macht. Ihr seid schließlich eine katholische Privatschule, da hat so eine Art von Mobbing nichts verloren. In Null komma nix wird das Ganze aufhören und deine Mobber werden erkennen, wie sie sich damit komplett lächerlich gemacht haben.
Nicht immer nur die eigene Backe hinhalten sondern auch mal ruhig zeigen, wo der Hacken hängt ;o)
LG Evangelista
ich denke nicht, dass ALLE in deiner klasse ernsthaft glauben, dass du in 1 sekte bist…vielleicht gibt es ein paar die das propagieren und die anderen trauen sich nicht was dagegen zu sagen. lebe einfach christl, versuch immer freundlich und gut zu sein und sie werden bald merken dass du ganz “normal” bist! christen sind keien exoten sondern auch nur menschen…predige durch deine taten und dank daran nach jedem tiefpunkt gehts wieder bergauf. gott gibt uns nur so viel leid, wie wir tragen können, er sorgt für dich. lg annam9
