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20.04.2009

Gleichberechtigung?

Als Mädchen in der Kirche

Liebe Jenny!
Warum hab ich manchmal das Gefühl, dass Frauen in der Kirche nicht so „wichtig“ genommen werden? Ich meine, wir sind doch alle Kinder Gottes, und trotzdem kommt es mir als Mädl in meiner Pfarrgemeinde so vor, als wären meine zwei Brüder wichtiger als ich…
Franziska, 16

Liebe Franziska!
Danke für deine Frage und es tut mir sehr leid, dass du dich nicht voll angenommen fühlst! Leider ist niemand von uns perfekt und überall wo Menschen sind, gibt es solche, die bestimmte Personen mehr bevorzugen. Aber auch wir sollten ja alle Menschen lieben, doch wie schwer fällt es uns selbst, das wirklich zu tun. Darum würde ich nicht behaupten, dass Frauen prinzipiell in der Kirche nicht wichtig genommen werden. Denn für die Kirche ist klar, so wie du gesagt hast, dass wir alle Kinder Gottes sind, jeder ist gleich wichtig, jeder ist gleich wertvoll. Das musst du aber unterscheiden von den verschiedenen Aufgaben, die jeder hat. Die Menschen sollen in der Kirche sein wie ein Leib, wo jeder seine Aufgabe und Berufung hat. Jesus ist dabei das Haupt und wir Menschen sind die Glieder. Ein Fuß ist nicht weniger wichtig als eine Hand. Trotzdem sind die Aufgaben, wo sich jeder verwirklicht, ganz unterschiedlich. Hier darf es kein wichtig oder weniger wichtig, kein gut oder schlechter geben.
Heute ist nur leider auf der anderen Seite die Gefahr, dass wir Frauen manchmal denken, wir sind nur dann etwas wert, wenn wir möglichst all das machen, was Männer machen. Sei es im Berufsleben als auch in der Kirche. Vielleicht liegt das daran, dass man heute nur für das bewertet wird, was man tut und nicht für das, was man ist. Und das ist schade.
In der Kirche sollte es anders sein. Hier soll es auch nirgends darum gehen, sich „wichtig zu machen“. Das sage ich nicht zu dir, denn das ist, denke ich, nicht dein Anliegen. Aber es ist wichtig zu wissen: Christ sein heißt, einander zu dienen, ja in einer großen Liebe zu dienen. Und das gilt genauso für Burschen wie für Mädchen, für den Pfarrer genauso wie für den Pfarrgemeinderat. Erst dann wird man den Kern des Christentums und der Kirche als echte Gemeinschaft entdecken.
Dem anderen in Liebe zu dienen, heißt aber auch, die Schwächen und Unvollkommenheiten der anderen zu ertragen, zu versuchen, sie mit Geduld zu gewinnen. Das war der Weg, den Jesus selbst gegangen ist. Durch sein Lieben bis zum Letzten hat er die Menschen für sich gewonnen.
Ich möchte dir noch etwas sagen. Gerade wir Frauen haben diese Fähigkeit, eine echte Liebe in unsere Pfarrgemeinde zu bringen. Die Männer brauchen manchmal (oder sogar oft) dieses Beispiel von uns Frauen... Das ist es auch, was uns Maria zeigt, oder eine heilige Therese von Lisieux, ein Vorbild der Liebe zu sein. Du wirst dann für andere Menschen „wichtig“ sein, wenn du liebst. Du wirst sehen, wie sehr du dann gebraucht und respektiert wirst – auch von Menschen, die sich zuvor abwertend verhalten haben.
Wir müssen nicht alles immer nur schlucken, jemanden einmal unter vier Augen darauf aufmerksam zu machen, dass er verletzend ist, gehört manchmal auch zur Liebe dazu. Aber zeigen wir viel mehr durch unser eigenes Beispiel, wie wir wollen, dass andere sich uns gegenüber verhalten. Im Glauben gehen wir diesen Weg der Geduld und Liebe nie allein. Jesus und Maria sind hier echt mit uns. Für Gott sind wir immer wichtig, ja sogar am wichtigsten!
Kopf hoch und nur Mut!
Deine Jenny

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von: WolFn°14
20.04.2009
Ich finde dies ist ein echt wichtiges Thema, welches heute, in der Zeit in der es bereits normal ist, dass Mädchen Messdiener sind und als Gemeindereferentinnen bereits eine eigene Position in den Gemeinden beziehen, oftmal in den Hindergrund gedrängt wird.
Obwohl die Frau eine immer größere Rolle in der Kirche spielt, ist sie nach wie vor in der krichlichen Hirachie ganz unten.

 

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