
Popculture
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Juli, das verheißt Sommer, Sonne, Ausgelassenheit, Urlaub, Strand und Meer. Kein Wunder also, dass sich Eva Briegel und ihre Jungs mit ihren lässig rockenden Deutschpop-Songs wie „Die perfekte Welle“ und „Geile Zeit“ 2004 gleich in die Herzen ihrer Fans spielten. Doch dann wurde es stiller um die Band und inzwischen ist fast ein ganzes Jahr ohne eine neue Veröffentlichung vergangen. Es ist nun zwar schon November, aber trotzdem wieder „Julizeit“ – denn mit ihrer Single „Dieses Leben“ melden sie sich lautstark zurück und auch das im Oktober veröffentlichte Album, „Ein neuer Tag“, lässt in uns viele Gefühle und auch den Sommer wieder erwachen. „Wir wissen als Band genau, was wir nicht möchten und was schon. Da ist keine Diskussion nötig. Wir entscheiden instinktiv aus dem Bauch heraus und haben eine Klarheit über das, was für uns wichtig ist.“ Einig waren sich die fünf Giessener sicher auch beim Schreiben des Songs „Dieses Leben“: Sie lieben dieses Leben und sehen es, so sagen sie selbst in einem Interview, als großes Geschenk. Das klingt jetzt ganz selbstverständlich, denn als Popstar, fernab von allen Problemen die unsereins hat, ist es sehr wohl einfach zu sagen: „Ich liebe dieses Leben“! Aber vielleicht meinen Juli damit nicht ihr Dasein als Stars, sondern wollen uns vielmehr aufmerksam machen, dieses Leben, von dem jeder Mensch nur eines hat, zu lieben - oder es eben lieben zu lernen... Liest man die erste Strophe, so findet man kein „Es ist so schön, reich und ein Star zu sein.“ oder „Uns jubeln Massen zu, deswegen lieben wir das Leben.“, sondern Eva, die neuerdings erblondete Frontfrau von Juli, beschreibt eine Art inneren Zustand, den wir vielleicht selbst kennen: „Mein Weg ist leer“ oder „ich bin gefangen“. Dieses leere Gefühl kann dann noch verstärkt werden, wenn wir täglich unsere vielleicht langweilige und automatisierte Arbeit verrichten oder in unseren Beziehungen und Freundschaften immer lauer werden oder wir uns streiten. Vielleicht sitzen wir gerade die Zeit in der Schule einfach nur ab und verstehen absolut nicht, warum und wofür das Ganze sein soll. – Das kommt uns oft leer vor und kann uns auch das Gefühl geben, in unserem Alltag gefangen zu sein. Wie so oft, kommt immer dann, wenn wir uns gefühlsmäßig am Boden fühlen, die Sinnfrage. Vieles, von dem wir vor kurzem noch überzeugt waren, scheint uns schnell sinnlos, wenn es uns schlecht geht. Wir fragen: Wozu lebe ich überhaupt? Warum sitze ich in der Schule? Warum bin ich unglücklich und irre ohne Ziel im Leben herum? Und warum hab ich immer das Gefühl, dass sich Alles gegen mich richtet? Juli drücken es so aus: „Ich seh mich fallen, und die letzten Lichter gehen aus...“ Aber wie kann man dieses Leben in solchen Augenblicken lieben? Mehr noch: Wie kann man sagen: Ich liebe genau diesen Moment, „in dem man fällt“? Banal gesehen heißt es, wir können die schönen Dinge erst schätzen, wenn es uns mal schlecht geht. Doch wenn man hier den christlichen Glauben ins Spiel bringt, geht die Sache noch um einiges tiefer. Christen lieben dieses Leben genau durch die negativen Dinge hindurch. Jesus Christus hat nämlich die Erfüllung und die Erlösung vom Negativen gebracht, genau indem er dieses Negative, das Kreuz angenommen hat. Es geht nicht um Masochismus. Das Geheimnis der Erfüllung liegt in der Annahme des Leidens. Nicht immer Ausflüchte suchen, nicht immer nur dem Angenehmen nachlaufen und so nicht nur auf der Oberfläche bleiben. Sich fallen lassen, weil man weiß, dass es jemanden gibt, der einen in den schwierigen Situationen auffängt und trägt. Und dann können wir wirklich sagen: „Ich liebe dieses Leben, und auch den Moment, in dem man fällt“...
Dieses Leben
Mir ist kalt, mein Weg ist leer, Ich bin gefangen, Denn ich liebe dieses Leben, Denn ich liebe dieses Leben, Nimm mir die Kraft, Emmanuel Gollegger |
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