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08.09.2008

Generation Benedikt

findet Papst gut

von Franz Jakob Schipp

Junge Menschen und Kirche, ein Widerspruch? Das, war es, was ich mir oft gedacht habe. Junge Menschen, die den Papst gut finden? Ich habe sie kennengelernt. Junge Menschen, die über ihren Glauben reden, ihn mit anderen teilen wollen. Jugendliche, die ihren Standpunkt in der Schule, Uni, am Arbeitsplatz, eben in der Öffentlichkeit vertreten – Ja, so etwas gibt es...

Die aus dem Weltjugendtag in Köln 2005 hervorgegangene „Generation Benedikt“ zeigte mir, dass vieles doch möglich ist.

Es waren 12 junge Menschen aus Deutschland, Frankreich, Italien, den USA und Mexiko, die die „Generation Benedikt“ nach dem Weltjugendtag in Köln ins Leben riefen.

Es hatte sie gestört, dass während des Weltjugendtages in den Medien viel zu wenig „normale Katholiken“ zu hören waren. Immer waren es die anderen, die zu Wort kamen: Jugendliche, die offensichtlich Probleme mit der Kirche hatten, ausrangierte Priester oder überfromme Erwachsene. Die gewöhnlichen katholischen Jugendlichen suchte man oft vergeblich. Die „Generation Benedikt“ wollte diesen Zustand ändern. Und tatsächlich. Mit viel Erfolg...

Meine Schwester Thekla machte mich im Sommer 2007 auf ein Buch aufmerksam, mit Themen, die mich gleich sehr angesprochen haben: Was wird aus mir? Brauche ich die Kirche? Ist Gott unser persönliches Leid egal? Wie finde ich die Liebe für das Leben? Glaube und Spaß – ein Widerspruch? Ich will die Welt verbessern, aber wie und wo?

So ziemlich keine wichtige Frage wird in diesem Buch ausgespart. Noch mehr aber haben mich die glasklaren Antworten fasziniert. Dieses Buch war geschrieben von den Mitgliedern der Generation Benedikt, die in Form von Briefen die Fragen stellten und sich gegenseitig die Antworten im Geiste des Papstes zu geben versuchten.

Papst Benedikt XVI. selbst war dem Buch so begeistert, dass er dazu ein persönliches Vorwort verfasste. Kardinal Meisner, der Gastgeber des Kölner Weltjugendtages, gab das Nachwort.


Dieses Buch mit dem Titel „Generation Benedikt“ war also meine erste Konfrontation mit dieser Initiativgruppe und keineswegs die letzte...

Als ich das Buch gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr wissen. Ich meldete mich bei einem von der „Generation Benedikt“ in Bonn veranstalteten Workshop „Gleiches Recht auf Leben“ an und kam so zum ersten Mal mit Mitgliedern des Netzwerkes in Kontakt.

Vorträge zur Euthanasie, Abtreibung, Verhütung und natürlichen Familienplanung standen dieses Mal auf dem Programm. Brennende Fragen, die mich schon lange aufgewühlt hatten, wurden thematisiert: Kein Sex vor der Ehe – warum? Warum lehnt die Kirche Verhütungsmittel ab? Was ist die Position der Kirche zur Abtreibung, Euthanasie?

Die „Generation Benedikt“, die sich vor allem als Sprachrohr der Jugendlichen in den Medien sieht, die voll und ganz hinter der katholischen Kirche stehen, auch in den strittigen Punkten, hatte einen Journalisten eingeladen, der von seinen Erfahrungen mit der Medienwelt berichtete. Anschließend überlegten sich die Teilnehmer des Workshops, wie man auf das Unrecht der Abtreibung in den Medien aufmerksam machen könnte. Und sofort wurden auch Schritte zur Umsetzung der Ideen eingeleitet.

Dieser Tatendrang, diese Lebensfreude und diese Begeisterung für den Glauben schlugen auch mich in den Bann. Ich meldete mich unkompliziert an und war ab sofort Mitglied der „Generation Benedikt“...

In folge wurde auch einmal ein besonderes Medientraining angeboten, welches ich dann besuchte. Das war für mich eine wirklich spannende Erfahrung, von der ich viel mitnehmen konnte. Ein renommierter Kommunikationstrainer zeigte, wie wir zu den strittigsten Themen überzeugend und authentisch Position beziehen können oder wie es uns möglich ist, andere junge Menschen für den Glauben zu begeistern.

Interviews im Hörfunk und Fernsehen wurden simuliert und aufgezeichnet, anschließend analysiert und besprochen. Abgesehen davon, dass es ziemlich lustig zuging, war dieser Workshop für alle sehr hilfreich.

Für Johannes Richenhagen, einen der 12 Gründer der „Generation Benedikt“, blieb es nicht bei einer Simulation. An Fronleichnam wurde er vom ZDF interviewt und klärte die Fernsehzuschauer über den Sinn dieses Feiertages auf. Auch in der ARD, auf Phoenix und mehreren Radiosendern wurden Beiträge von und über die „Generation Benedikt“ gesendet.

Am meisten Aufsehen erregte der Fernsehauftritt von Nathanael Liminski in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ mit dem Titel: „Keuschheit statt Porno – brauchen wir eine neue Sexualmoral?“

Kontrahent des Generation-Benedikt-Sprechers war die Skandalrapperin Lady Bitch Ray.

Die Kirche sei sexualitätsfeindlich? Nathanael Liminski räumte mit diesem Vorurteil auf und brachte den Fernsehzuschauern mit positiver Resonanz die Schönheit der Sexualität, die in der katholischen Kirche zum Ausdruck kommt, nahe. Dort ist von Rücksichtnahme auf den Partner, Freude an der Sexualität, Hingabe und Sich-Schenken die Rede, keine Spur von egoistischer, zerstörerischer Sexualität. Beinahe in jeder großen deutschen Tageszeitungen wurde die Fernsehsendung kommentiert. Über 150 E-Mails bekam Nathanael als Rückmeldung auf diese Sendung. Man sieht, wir können etwas bewirken.

Für mich ist die „Generation Benedikt“ eine unglaubliche Bereicherung in meinem Leben, ein Forum für Austausch und Diskussion, Weiterbildung und Glaubensfreude. Für mich war und ist es wichtig zu sehen, dass es diese jungen Menschen gibt, die zu ihrem Glauben stehen, die sich nicht verstecken. Es gibt die jungen Menschen, die von Papst Benedikt XVI. mit seiner unvoreingenommenen und authentischen Art begeistert sind, die den Glauben in der vollen Brandbreite des Katholischen ausrichten wollen. Es gibt sie.

Momentan zählen wir von der „Generation Benedikt“ über 120 offizielle Mitglieder in Deutschland. Gruppen in Spanien, Polen, Mexiko, Österreich, den USA und der Schweiz sind im Aufbau. Vielleicht hast du ja auch Lust, dich uns anzuschließen...? Du könntest deine Ideen einbringen, aber auch deinen Glauben vertiefen, Kontakte knüpfen, um so bewusst deinen Glauben vertreten zu können...

Besuch einfach unsere Internetseite www.generation-benedikt.de und überzeuge dich selbst...

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