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07.07.2008

Die Matura geschafft

Was nun?

Ein Jahr im Dienst am Nächsten. Valerie, Verena, Steffi und Silvia zeigen wie das aussehen könnte...

von Gerd Metzl

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Valerie Walderdorff und Verena Winkler, „Famundi“, Projekt in Santa Cruz, Bolivien

„Es war schon immer mein großer Traum, nach der Matura ins Ausland zu gehen, – um neue Kulturen kennen zu lernen, die Welt zu verstehen, eine fremde Sprache zu lernen und ganz einfach meinen Horizont zu erweitern.“ Seit in der 1. Klasse HBLA eine Schulkollegin ein Referat über Entwicklungshilfe gehalten hatte, war für Verena klar, dass sie genau das machen wollte. Auch ihre Freundin Valerie hatte ähnliche Beweggründe, nach der Matura noch ein Jahr „dranzuhängen“. Die Idee, ins Ausland zu fahren, um Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig anderen Menschen in Not zu helfen, hat sie sehr schnell fasziniert. Aber es war auch die Sehnsucht nach „der großen, weiten Welt“, die sie nach der „langen Lernzeit“ zu diesem Schritt führte.


Das richtige Projekt

Es zeigte sich jedoch schwieriger als gedacht, eine passende Organisation zu finden. Valerie: „Ich war entweder zu jung, oder ich hatte mit meinem AHS-Abschluss nicht die richtige Ausbildung.“ Bei ihrer Suche erfuhr sie dann eher zufällig durch Freunde vom Projekt „Famundi“ in Bolivien, einem katholischen Haus für Familien in Not. Valerie und Verena wurden die ersten langfristigen Volontäre dieser relativ neuen Hilfseinrichtung! Ein Ansporn mehr, dorthin zu fahren. Verena gefiel die Überschaubarkeit des Projektes, wo ihr Einsatz ganz augenscheinlich etwas bewirken konnte. Die beiden Mädchen halfen jeden Tag im Hort, gaben Unterricht in Flöte, Gitarre oder Englisch und leiteten einen Kinderchor. Manchmal besuchten sie auch Familien zu Hause, wo sie mit den Kindern spielten und mit den Eltern redeten. „Es war schön zu sehen, welche Freude man bereitete, wenn man einfach nur Zeit schenkte“, Valerie ist das besonders in Erinnerung geblieben.


Vom Helfen fasziniert

Viele Jugendliche sind fasziniert von dem Gedanken, ein Jahr lang soziales Engagement zu leisten. Manche von ihnen verbinden das auch mit der Gelegenheit, ihr Leben neu zu ordnen und ihren Glauben zu vertiefen. Auch im Projekt Famundi, gegründet von einem jungen Mitglied der Loretto-Gemeinschaft, kommt der Glaube und das Gebet nicht zu kurz. Daraus soll Kraft für die Unternehmungen geschöpft werden.

Einen noch deutlicheren Fokus auf die Vertiefung des Glaubens bietet die Gemeinschaft der Seligpreisungen bei ihren Freiwilligen-Jahr-Projekten an. Steffi war mit dieser Gemeinschaft in Peru. Sie hat es sehr genossen, Zeit für das Gebet, die Messe und das Bibellesen zu haben. Steffi: „Durch die regelmäßige Zeit mit Jesus konnte ich ihn viel besser kennen lernen und auch meine Freundschaft mit ihm vertiefen.“ Aber auch sie hatte spezielle Aufgaben. Neben dem einfachen Putzen und Kochen, leitete sie eine Gruppe von Kindern und brachte ihnen das Beten bei, erklärte ihnen den Glauben und spielte mit ihnen.


Schwerpunkt Mission

Einen Fokus besonders auf missionarische Aktivitäten setzt die Organisation des Regnum Christi. Als sogenanntem Coworker stehen einem über 20 Länder zur Auswahl, in die man fahren kann. Silvia, zum Beispiel, war ein Jahr in Ungarn, in Budapest, und organisierte dort apostolische Unternehmungen für junge Mädchen, hielt Katechesen und bemühte sich um geistliche Inputs. So musste sie auch eine Rede vor 200 Menschen halten und sie war ganz überrascht, welche Fähigkeiten zum Vorschein kamen. Slivia: „Das Beste ist wohl, dass ich Dinge getan habe, die ich im Leben vorher noch nie getan hatte, und nie dachte, dass ich dazu überhaupt fähig wäre.“ Und sie schließt: „Es war eines der schönsten Jahre in meinem Leben!“


Neue Erfahrungen sammeln

Mitleben, mitbeten und mitarbeiten – entweder in einem fremden Land oder zuhause: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, vom „Freiwilligen sozialen Jahr“ der katholischen Jugend bis zum Mitleben in einem Kloster. Auch das YOU!Magazin bietet ab Herbst gemeinsam mit der St. Johannes-Gemeinschaft in Marchegg die Möglichkeit zur Mitarbeit im Rahmen freiwilligen Jahres an. Wo auch immer man mittut, so ein Freiwilligeneinsatz oder Volontariat bietet stets eine tolle Chance, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln. Immer kommt man reicher zurück, weil man durch das soziale Engagement die wesentlichen Dinge wieder neu entdeckt hat, weil man sich selbst und auch Gott ein Stück näher gekommen ist. „Gebe ich Gott nur ein bisschen von dem, was ich ihm geben kann, gibt er mir das Tausendfache zurück“, so das Fazit von Silvia.


Bedingungen und Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für die Teilnahme an einem freiwilligen sozialen Jahr der diversen Organisationen sind meist die Vollendung des 18. Lebensjahres, psychische und körperliche Gesundheit, Belastbarkeit, möglichst abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung, örtliche Flexibilität sowie eine bewusste Entscheidung dafür. Manchmal bekommt man monatliches Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung am Einsatzort, anderswo wird um einen Kostenzuschuss gebeten.


Projekte für ein freiwilliges Jahr

YOU!Magazin - M-Base
Nähe Informationen hierzu findest du hier.

Famundi
FAMilias UNidas en DIos („In Gott verbundene Familien“), Santa Cruz, Bolivien
Ziel des Projekts ist es ärmsten Familien mit großteils allein erziehenden Müttern bzw. Vätern zu helfen, ihren Kindern ein würdevolles Aufwachsen in ihren Familien zu ermöglichen. Dies geschieht durch materielle Hilfe, soziale Leistungen, Bildung und durch die Hinführung zu einem lebendigen Glauben.
Kontakt: Anna-Maria Marschner, www.famundi.com

Regnum Christi
Man arbeitet als „Internationaler Coworker“ in der Gemeinschaft Regnum Christi mit, in Verbindung mit den Priestern der Legionäre Christi, in den Bereichen: Hilfe für Familien, Unterstützung von Pfarrgemeinden, Kinder- und Jugendpastoral. Ein besonderes Ziel ist, dass das Christsein auch für andere erlebbar und attraktiv wird.
Kontakt: www.regnumchristi.org

Gemeinschaft der Seligpreisungen
In Callao, Peru, betreut die Gemeinschaft eine Pfarre, insbesondere die dort ansässigen Jugendlichen, mit denen zum Beispiel die Sonntagsmessen musikalisch gestaltet werden. Schwerpunkt ist auch das Leben in Gemeinschaft und das Gebet.
Kontakt: Sr. Eva (Hinterbrühl), Email: sr.evavonjesus@ichkommebald.com oder www.missio.at

Jugend Eine Welt
Die Don Bosco Aktion Austria „Jugend Eine Welt“ bietet Volontariate in Entwicklungsländern an. Die Möglichkeiten reichen von der Arbeit auf der Straße mit Straßenkindern bis zum Unterrichten in Schulen.
Kontakt: www.jugendeinewelt.at

Katholische Jugend
Freiwilliges soziales Jahr
Beim FSJ in Österreich hast du die Chance, 10 bzw. 11 Monate lang die Arbeit im Sozialbereich kennen zu lernen. Die Einsatzbereiche liegen in der Arbeit mit behinderten Menschen, mit alten Menschen, Kindern oder Jugendlichen oder in einem anderen Bereich, wie z.B. Arbeit mit Obdachlosen oder Flüchtlingen. Du arbeitest ganztägig (37,5 Stunden pro Woche) in einer Einrichtung mit.
Kontakt: www.fsj.at

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Steffi Wagner, „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, Projekt in Callao, Peru
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Silvia Egervari, „Regnum Christi“, Projekt in Budapest, Ungarn
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„Die Peruaner sind alle sehr offen und herzlich. Man wird du mit einem Kuss auf die Wange und einer festen Umarmung begrüßt. Es ist für mich unglaublich, wie viel man zurückbekommt, auch wenn man nur ein bisschen gibt." Steffi Wagner

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Valerie (von Famundi)
von: Valerie
22.08.2008
Also ich wollte nur kurz sagen, dass die Zeit in Bolivien wirklich toll war. Wirklich empfehlenswert, wenn man nach der Schule nicht weiß wohin und wenn man gerne Menschen in Not hilft. Man lernt so viel dazu und kann später die Sachen die man hat wieder viel besser schätzen.

 

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