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05.12.2008

Klara, 23

God is a DJ

Durch Gott wurde mein Leben zur täglichen Party

Madonna sang vor einiger Zeit in den Charts das Lied: „God is a DJ, life is a dancefloor and so how you use it – Gott ist der DJ, das Leben ist eine Tanzfläche und so solltest du es umsetzen“. Dass Gott wahrlich für mich die Musik auflegt, um mein Leben in Schwung zu bringen, entdeckte ich das erste Mal mit 16 Jahren in Medjugorie.

Der Alltag brachte mich aber bald wieder auf andere Gedanken. Bis 19 fühlte ich mich oft wie in einer Zwangsjacke gefangen. Schon meine ersten Gedanken waren am Morgen: „Scheiße, jetzt geht schon wieder das ganze Tagestheater von vorne los.“ Trotz vieler positiver Begegnungen kam ich mir bei jedem negativen Wort wie eine Dart-Scheibe vor. Ich fühlte mich ungeschützt und verletzlich wie der Bauch eines Igels. Ich wandte mich mit lauten Hilferufen immer wieder an Gott. Erstaunlicherweise tat sich nichts. Ich fühlte mich immer noch, als ob ich in einer „Lacke“ sitzen würde. Ich bekam vor Mitmenschen immer mehr Angst, traute mich nicht mit vielen Menschen zu sprechen und war gleich eingeschüchtert. Ich versuchte, mein Selbstbewusstsein mit anderen Hilfsmitteln zu stärken. Aufbauende CDs, Steinhilfe, Karten legen bis hin zu Motivationssprüche sollten mir helfen, ohne Angst zu leben. Interessanterweise konnten mir diese Dinge auch nicht die gewünschte Freiheit geben. Ich wurde zornig, im Grunde da mir der Plan Gottes nicht gefiel. Ich wehrte mich gegen die Lieder, die er auflegte. Mein Herz wurde immer trauriger und kraftloser.

Als ich zufällig bei einem Jugendwochenende mit einer Ordensschwester über meine Ängste und Hoffnungslosigkeit sprach, rollten auf einmal Tränen des Schmerzes. Ich hatte es satt, Friede und Liebe zu suchen, wo ich Verletzungen wie Pfeile spürte. Die Ordensschwester schlug mir vor, täglich zu einer bestimmten Zeit 10-15 Minuten zu beten. Ich dachte mir: „Schräger Tipp, wie sollen so Worte zu Gott mir helfen? Ist das nicht zu einfach? Wie soll das gehen?“ Als ob sie meine Gedanken gehört hatte, sagte sie: „Das kann man mit einer Beziehung gut vergleichen. Kannst du zu deinem Partner einen guten Kontakt haben, wenn du nur einmal im Monat mit ihm sprichst?“ Ich dachte mir, dass ich schon so viel versucht hatte, da könnte ich das auch noch probieren. Schlimmer konnte es nicht mehr werden.

Zu meinem neuen Startversuch passte die Beichte hervorragend. Verblüffenderweise sprach auch der Priester von dem täglichen Gebet. Er wusste aber nichts von dem Gespräch mit der Schwester. Für mich war das ein kleines Zeichen, und als ich in die Kapelle kam, fühlte ich mich, als ob ich nach einer langen Reise endlich zu Hause angekommen war. Ich hatte es geschafft, hinter die Boxen zu dem DJ des Lebens zu kommen und mit ihm etwas Kontakt aufzunehmen. An diesem Abend gab es für mich nur noch Freudentränen und ein Gefühl der Geborgenheit. Seit da schaffte ich es, Gott sei Dank, den Gebetstipp täglich einzuhalten.

Das wohl größte Wunder meines Lebens geschah nach einer Woche. Meine Ängste verschwanden wie durch Zauberhand. Die innere Zwangsjacke löste sich wie von selbst. Die Dart-Scheibe fiel von mir herunter und die „Lacke“ wurde zu festem Boden. Klartext: Negative Aussagen taten mir nichts mehr, als ob ich eine kugelsichere Weste anhatte. Ich bekam wieder Mut, mit anderen zu sprechen, und Sicherheit. In den kommenden Jahren durfte ich entdecken, dass mein Leben eine Tanzfläche ist. Der DJ (Gott) wurde in der Zwischenzeit zu einem meiner besten Kollegen. Auf ihn kann ich mich bis heute verlassen. Läuft die Musik mal nicht so angenehm (Schwierigkeiten), so weiß ich, dass mir Gott wahrscheinlich Neues zeigen will. Z.B.: „Es wäre gut, wenn du ´ne Pause machen würdest.“ oder „Schau, da sind Menschen, mit denen du sprechen solltest.“ oder „Werde mal kurz still und hör zu. Ich möchte dir was sagen“...

Das Leben ist für mich bis heute spannend und ich kann nur jedem empfehlen, statt den Notfall SMS mal von Herzen mit dem DJ (dem Designer der Welt) zu sprechen. Sicher werdet auch ihr eure Wunder erleben.

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Werde ich mir zu Herzen nehmen
von: Corazón
29.06.2009
Oh, mir geht es im moment ähnlich, nur dass ich in einer anderen Situation stecke und ich nicht mehr weiß wie es weiter gehen soll.
Ich habe mich in der letzten Zeit leider ein wenig von Gott abgewendet, aber irgendwann kam der Punkt dass er sich irgendwie gesagt hat “Komm wieder zu mir…” Hmm…ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich momentan ziemlich gefühlsgeladen und habe gestern Abend gebetet, sodass es mir wieder etwas besser geht. Ich möchte nun versuchen jeden Tag zu einer bestimmten Zeit zu beten.
Vielen Dank für deine Geschichte, Klara!

 

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