
Faith
Zeugnisse
Dein Glaube
Ich bin 15 Jahre alt, gehe in die zehnte Klasse einer Realschule und wohne seit zirka einem Jahr in einem kleinen Dorf in der Nähe des Ruhrgebietes. Als wir neu hierher zogen, hatte ich mit der Kirche rein gar nichts zu tun. Doch ich hatte immer wieder das Gefühl, mir würde etwas fehlen. Ich war auf der Suche nach Antworten, Geborgenheit, innerlicher Ruhe oder einfach nur nach Gott; nach jemandem, der mich annimmt, so wie ich bin.
Irgendwann bin ich dann mit einer Freundin in unsere Dorfkapelle gegangen, und da geschah es: Plötzlich wusste ich, was ich all die Jahre vorher so vermisst hatte. Mir wurde schlagartig klar, dass ich meinen Glauben eigentlich verbannt, und die Sehnsucht nach Gott einfach verdrängt hatte. Allerdings hat es trotzdem einige Zeit gebraucht, bis ich mich dann tatsächlich allein in den Gottesdienst getraut habe. Mir war es oftmals einfach peinlich, mich als einzige unter den 60-Jährigen in der Kirche blicken zu lassen. Am allerschlimmsten waren die musternden Blicke der anderen Kirchenbesucher, gerade hier in meinem Dorf, wo jeder jeden kennt.
Es hört sich vielleicht ein wenig komisch an, aber ich hatte und habe immer noch das Gefühl, dass viele, gerade ältere Kirchenbesucher, es nicht gerne sehen, wenn jüngere Menschen in die Messen gehen. Ich kam mir vor, wie ein exotisches Tier im Zoo, welches von allen Seiten betrachtet wird.
Aber jetzt, ein halbes Jahr später, habe ich gelernt, darüber hinweg zu sehen, und tatsächlich werden es immer weniger, die mich schief anschauen. Nun freue ich mich jede Woche auf die Messe, ich gehe gerne in die Kirche und ich bin mir auch sicher, dass die Messe in vielen Dingen sehr helfen kann, da mir im normalen Alltag einfach die Zeit fehlt, mein Leben zu überdenken und meine Gedanken, Gefühle und Bitten vor Gott zu bringen.
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