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08.09.2008

Martin Iten

Vom Komasaufen und Umkehren

Drogen, Alkohol, Partys ohne Ende - dann die tragische Wende.

Drogen, Alkohol, Partys ohne Ende – all das gehörte zum exzessiven Lebensstil des 22-jährigen Martin aus der Schweiz, bis er eines Tages Glück im Unglück hatte... Auf einer Jugend-Wallfahrt, inmitten von schrägen, Rosenkranz-betenden „Freaks“ wendet sich sein Leben plötzlich. Martin hat YOU!Magazin seinen Weg zu und mit Gott erzählt.

„Vor sechs Jahren, also als ich gerade mal 16 war, erreichte ich den Tiefpunkt meines Lebens. Ich konsumierte Drogen - mein bester Freund war der bekannteste Drogendealer der Region - trank viel Alkohol, war vorlaut, frech, meine Noten waren schlicht grottenschlecht und von der Schule wäre ich nicht nur einmal fast geflogen. Mir war alles egal und bin dauernd bekifft durch die Straßen gezogen. Ich suchte Bestätigung in meinem Umfeld, indem ich immer und überall an vorderster Front dabei war und die krassesten Dinge machte, an die Grenzen ging und diese überschritt.

Mit 15 fuhr ich zum Beispiel in einem Snowboardteam mit, mehrmals nahmen wir auch an 24-Stunden-Boarder-Cross-Rennen teil. Einmal musste ich das Rennen aufgeben, weil ich mir im Rennfieber und unter alkoholisiertem Zustand aus Versehen meine Hand aufgestochen hatte.

Auch gründete ich zusammen mit einem Freund ein Party-Label. Wir organisierten viele Konzerte und Feste, wobei immer viel Alkohol geflossen ist.

Meine Vorbilder waren Bob Marley und Che Guevara. Sie verkörperten meine Vorstellungen von Freiheit, Glück und Weltverbesserung. Auf meinen Kleidern prangte das Bild von Guevara - ER war ein Held, setzte er sich doch für die Kleinen, Armen und Unterdrückten ein. Dass er hunderte von Menschenleben auf seinem Gewissen hat, und dass er fast einen Weltkrieg ausgelöst hatte, kümmerte mich wenig.

Ich dachte mir, dass ich mit meinem Leben glücklich bin. Ich hatte ja alles, was ich mir wünschte: Party, Freunde, Freundinnen, Geld, Ansehen... Trotzdem war diese Zeit in meinem Leben der Tiefpunkt, denn ich hatte keine Hoffnung, alles war leer.

So kam der Kollaps. An einem hellen Frühlingsnachmittag wurde ich regungslos auf einem Spazierweg von einer älteren Frau aufgefunden, die sofort den Rettungsdienst alarmierte. Ich wurde per Notfall ins Spital gefahren. Dort lag ich dann mehrere Stunden im Koma. Ich hatte mich wortwörtlich ins Koma gesoffen!

Ich habe tolle Schutzengel! Hätte mich die Frau nicht aufgefunden, wäre ich wohl erstickt. Fast hätte ich also dieses Leben verlassen, ohne mich einmal nur auf die Suche nach Gott zu machen. Ohne den wahren Sinn des Leben zu entdecken!

Nach diesem endgültigen Absturz machte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben ernsthafte Gedanken über mich, die Welt und über meine Aufgabe hier. Klar, ich bin christlich erzogen worden, war sogar in einer katholischen Pfadfindergruppe, doch in der Schulzeit distanzierte ich mich immer mehr von der Kirche und setzte mich auch bewusst gegen sie ein.

Wenige Wochen später meldete ich mich kurzfristig für eine Jugendwallfahrt nach Medjugorje an. Meine Mutter motivierte mich, an dieser Reise teilzunehmen. Ich hatte nicht mehr viel zu verlieren und nahm die Einladung auch deshalb an, weil mir die Reise bezahlt wurde. So saß ich also im Bus nach Bosnien, zusammen mit dutzenden jungen Spezies, die den Rosenkranz beteten und schräge Lieder sangen. Alle guckten mich schief an, ich kannte ja niemanden und hatte zudem noch lange Haare, weite Hosen und rauchte bei jedem Pausenhalt mindestens eine Zigarette. Ich dachte mir: „Alter, wo bist du da wieder mal gelandet!“

Doch irgendwie war ich doch offener für Gott, als ich es mir zutraute. Die betenden Spezies entpuppten sich als ganz tolle und freundliche Menschen, vor allem waren es Jugendliche mit Ausstrahlung und einer Lebensfreude, die ich bis dahin so nicht kannte. Diese Leute beeindruckten mich sehr und ich wollte wissen, was hinter ihrer Freude steckte.

In Medjugorje ist es dann passiert. Ich fühlte mich einfach so unglaublich wohl, verspürte einen starken inneren Frieden und war mir auf einmal total sicher, dass es Gott gibt! Ein Gott, dem ich nicht egal bin. Ein Gott, der mit mir noch etwas vorhat. Ein Gott, der mich am Leben braucht und ein Gott, der mir alle meine Verfehlungen verzeiht! Ich beschloss, mich von nun an mit Gott auf den Weg zu machen.

Mittlerweile habe ich eine Ausbildung zum Polygrafen absolviert und arbeite als selbstständiger Grafiker. Ich helfe bei einigen katholischen Jugendinitiativen mit, unter anderem beim Weltjugendtag, beim Projekt Adoray (www.adoray.ch), oder beim ersten katholischen Radio der Schweiz, wo ich auch meine eigene, wöchentliche Jugendsendung habe.

Obwohl ich in meinem Glaubensweg oft Umwege gegangen bin, weiß ich, dass Jesus immer mein Begleiter war. Nur Dank ihm kann ich behaupten, dass ich heute ein wirklich glücklicher und freier Mensch bin! Mein Leben heute hat einen Sinn, weil Gott darin Platz gefunden hat.

Martin wollte immer das Extreme. Im Glauben hat er es letztlich gefunden.

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Hallo Martin!!
21.09.2008
Danke für dei guads Zeugnis!!
Che Guevara
von: jfreak
19.09.2008
voll krass, ich kannte den typ auch nur von den t-shirts und wusste nicht, dass er so brutal und gewalttätig war! wie viele leute verehren ihn geradezu!
von: collette
12.09.2008
Lieber Martin Danke für dein mutiges Zeugnis das du hier geschrieben Hast,aber auch besonders ,dass du uns Jugendlichen in Kundl geschenkt hast .Es hat mich sehr beührt. Ich werde dich im Gebet begleiten. Danke für alles Collette aus Lustenau

 

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