
Faith
Zeugnisse
Zeugnisse
200 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihrer Religion benachteiligt. Sie lassen sich ihren Glauben jedoch nicht nehmen.
von Andreas Thonhauser
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Wer sich in China für den Glauben einsetzt, muss mit langen Haftstrafen und Folter rechnen. |
Wer in China am Sonntag in die Kirche geht, muss damit rechnen, Schwierigkeiten zu bekommen. Besser gesagt, wenn es jemand erfährt, dass er in die Kirche geht. Chinesische Katholiken werden – während wir uns über das so frühe Aufstehen am Sonntag für die Messe beklagen – immer wieder ins Gefängnis gesperrt, in Umerziehungslagern gefoltert, oder sie „verschwinden“ einfach. Trotzdem lassen sich diese Menschen ihren Glauben nicht nehmen. Organisationen wie Kirche in Not, CSI (Christian Solidarity International) oder Open Doors verfolgen die Situationen der Christen in der Welt genau und berichten immer wieder, dass Menschen extremen Schikanen ausgesetzt sind, einfach nur weil sie Christen sind. Religionsfreiheit – ein grundsätzliches Menschenrecht – wird heute, in manchen Teilen unserer modernen, globalen Welt, noch immer mit den Füßen getreten. Wir selbst haben das in der Zeit des Nationalsozialismus bitter kennenlernen müssen, wo einerseits so viele Juden, aber auch Christen in den Konzentrationslagern umgekommen sind. In den Nachbarländern des ehemaligen Ostblocks war Religion noch bis vor kurzem verboten. Heute ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, den Glauben ausüben zu dürfen. Aber das ist eben nicht überall so.
Weltverfolgungsindex Open Doors hat den neuen Weltverfolgungsindex 2008 veröffentlicht, welcher anzeigt, in welchen Ländern die Christen am härtesten verfolgt werden. Damit will die Organisation die Öffentlichkeit auf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Mit einem traurigen deutlichen Abstand führt hier das Land Nordkorea die Liste von 100 Ländern an.
Nordkorea Nordkorea ist ein Nachbarstaat Chinas mit einer Bevölkerungszahl von rund 23 Millionen Menschen. Die kommunistische Regierung duldet keine Kritik am politischen System und geht dabei mit aller Härte vor. Besonders das Christentum wird als gefährlicher ausländischer Einfluss betrachtet, der den Anstoß für den Zusammenbruch kommunistischer Regime in Osteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion gegeben hat und deshalb eine der größten Bedrohungen für die Macht des Regimes darstellt. Von den 200.000 Christen sind zwischen 50.000 und 70.000 in mindestens 15 Arbeitslagern gefangen. Dort müssen sie täglich bis zu 18 bis 20 Stunden Schwerstarbeit leisten, bis sie vor Erschöpfung oder durch Folter sterben.
Saudi-Arabien Mit Platz 2 auf dem Open-Doors-Index schließt Saudi-Arabien an. Hier ist es den Bürgern nur gestattet, einer einzigen Religion anzugehören: dem Islam. Der Schutz der Religionsfreiheit ist weder gesetzlich vorgesehen, noch existiert er in der Praxis. Der Übertritt zu einer anderen Religion ist mit dem Tod zu bestrafen. Die Regierung erkennt zwar das Recht von Nichtmuslimen auf private Gottesdienste an, doch ist es Nichtmuslimen verboten, ihre Gottesdienste öffentlich zu feiern.
Kein Weihnachtsfriede in Indien In Indien gab es seit 1998 über 1000 gewaltsame Angriffe auf Christen von militanten Hindus. Kirchen wurden zerstört und Bibeln verbrannt, wie die Organisation CSI berichtet. Es wurde auch die Vergewaltigung von Nonnen gemeldet, sowie die Ermordung eines australischen Missionars mit seinen beiden Söhnen. In Orissa, einem der fünf Bundesstaaten Indiens, war die Lage kurz vor Weihnachten 2007 besonders dramatisch. 730 Häuser von Christen und 95 Kirchen wurden niedergebrannt. Die Bewohner mussten in den Wald fliehen. Unter ihnen waren auch viele Priester und Ordensmitglieder wie zum Beispiel sechs Mutter-Theresa-Schwestern. Die Nachrichtenagentur Idea berichtete, dass am 15. Jänner vier Pastoren von extremistischen Hindus bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. In einem anderen Teil Indiens, in Chhattisgarh, gab es, ebenfalls im Jänner, einen Angriff auf eine christliche Versammlung. Die Angreifer gehörten dem militanten Arm der ehemaligen Regierungspartei Bharatiya Janata an, die zu diesem Zeitpunkt ein Treffen im gleichen Bezirk hatten. Diese kamen in vier Lastwägen und schlugen unangekündigt auf die Christen ein. Es gab mehr als 80 Verletzte.
China Obwohl sich das große Land des „Reiches der Mitte“ der Weltöffentlichkeit als tolerant zeigen möchte, ist die Menschenrechtslage dort erschreckend. Zum Beispiel ist für rund 70 Delikte die Todesstrafe vorgesehen. Ein Problem, welches auch im Zuge der Olympischen Spiele im Sommer dieses Jahres ein Thema ist. Immerhin fordert die Olympische Charta den Respekt vor der Menschenwürde und den ethischen Prinzipien. Davon merken aber besonders die Katholiken des Landes wenig. Die Kommunistische Partei Chinas verlangt von Christen, anstelle von Gott die atheistischen Grundsätze des Kommunismus anzuerkennen. Offiziell wird nur eine Kirche zugelassen, die vom Staat kontrolliert wird. So haben sich die Katholiken in einer Untergrundkirche zusammengeschlossen. Wer sich aber daran beteiligt, riskiert die Verhaftung durch die Volkspolizei, denn nicht behördlich genehmigte religiöse Aktivitäten können lange Haftstrafen und Folter zur Folge haben. Vor kurzem wurde zum Beispiel Bischof Martinus Wu Qinjing festgenommen. Seit mehr als drei Monaten befindet sich der Leiter der Diözese Zhouzi ohne genannte Gründe in Polizeigewahrsam.
Chinesischer Bischof in Österreich Um auf die schwierige Lage der Christen in China aufmerksam zu machen, wird Kardinal Joseph Zen, Bischof von Hongkong für einen Besuch in Österreich erwartet. Hongkong stand bis 1997 unter britischer Kolonialherrschaft und wurde erst damals der Volksrepublik China als Sonderverwaltungszone angeschlossen. Daher genießen in Hongkong Religionsgemeinschaften – im Gegensatz zum restlichen China – relative Toleranz. Bischof Zen wird am 7. März bei einem Schweigemarsch teilnehmen und im Anschluss über die Lage der Christen in China berichten.
Was kannst du tun? Verschiedene Organisationen bemühen sich, den verfolgten Christen zu helfen. Du kannst dich auf deren Websites über jeweilige Aktionen informieren und das eine oder andere unterstützen. Oft werden Möglichkeiten gegeben, Unterschriftenlisten einzuschicken oder einen Brief an eine bestimmte Botschaft, um konkret Hilfe in einer Situation zu erwirken.
3 Organisationen stellen wir dir vor: CSI – Christian Solidarity International: www.csi.or.at, www.csi-de.de |
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Traurige Realität in China und in anderen Teilen der Welt, wo Menschen wegen ihres Glaubens drangsaliert und verfolgt werden. |
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In Indien greifen radikale Hindus Christen an und zerstören ihre Kirchen und Häuser. |
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Die Regierung tut viel zu wenig, auch wenn es, wie hier, Proteste gibt. |
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