rudolf cms image
11.06.2008

Die große Lüge

Pornostar packt aus

Wir hassen es. Wir hassen es, von Fremden angefasst zu werden, denen nichts an uns liegt.

Ist es nicht schon fast schwierig, den Fernseher einzuschalten und keine Pornodarstellungen zu sehen? Fast ganz unmöglich scheint es manchmal, im Internet zu surfen, und nicht irgendwo auf eine Werbung von pornographischen Angeboten zu stoßen. Diverse Spam-Emails sind sowieso schon Alltag. Doch was ist auch schon dabei, immerhin war ja eben erst eine Penelope Cruz hoch im Kurs, weil sie für eine Pornoszene im Musik-Video ihres Bruders zur Verfügung stellte. Pornographie ist nicht nur mehr etwas, was für verkommene alte Männer in schäbigen Hinterzimmern ein Thema ist.

Das Geschäft mit dem Körper beginnt spätestens dann, wenn im Klassenzimmer irgendeiner irgendein bezeichnendes Magazin grinsend herumreicht. Vor allem Jungs fühlen diese automatische Anziehungskraft der Bilder und es gehört schon viel Mut und starker Wille dazu, sich da nicht hineinziehen zu lassen. Denn die wenigsten bemerken, dass es sich hier um eine einzige große Lüge über den Körper, die Sexualität und über die Liebe handelt.

Shelley Lubben hat diese große Lüge von Pornographie von einer ganz anderen Seite erlebt. Sie war lange Zeit Pornodarstellerin. Dann trat Gott in ihr Leben, was alles radikal veränderte. Heute ist sie glücklich verheiratete Mutter von drei Kindern und steht nun selbst im Dienst an sexuell zerbrochenen Menschen. Sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat es selbst erlebt: Hier ist nichts Spaß. Nichts befriedigend. Nichts, was „halb so schlimm“ ist...


Die Wahrheit hinter der Phantasie von Pornographie

Shelley Lubben erzählt...

„Sexbepackte Pornofilme, die einem frisch-gefärbte Blondinen präsentieren, deren beschwörende Augen sagen „Ich will dich“, sind wahrscheinlich eine der größten Täuschungen aller Zeiten. Ich weiß es. Ich habe es die ganze Zeit getan, und ich tat es aus Lust nach Macht und Lust am Geld. Ich habe Sex nie gemocht. Ich wollte niemals Sex, und in Wirklichkeit habe ich mich lieber an Jack Daniels gehalten, als es für Geld mit Leuten „vorzutäuschen“. Es ist wahr, keine von uns frisch-gefärbten Blondinen macht Pornographie gerne. Tatsächlich hassen wir es. Wir hassen es, von Fremden angefasst zu werden, denen nichts an uns liegt. Einige Frauen hassen es so sehr, dass man hören kann, wie sie sich in den Drehpausen auf der Toilette übergeben. Andere kann man draußen beim Rauchen endloser Ketten von Marlboro light finden.

Aber die Pornoindustrie will, dass wir glauben, dass die Pornodarstellerinnen Sex lieben. Wahr ist: Pornodarstellerinnen treten auf, ohne darüber informiert zu werden, was von ihnen erwartet wird, und Pornoproduzenten verlangen von ihnen, es entweder zu tun oder ohne Bezahlung zu gehen. Arbeite oder arbeite nie wieder. Ja, wir haben die Entscheidung getroffen. Einige von uns brauchten das Geld. Aber wir wurden manipuliert, genötigt und sogar bedroht. Einige haben durch diese Nötigung HIV bekommen. Ich selbst habe mich mit Herpes angesteckt, welcher durch Sex übertragen wird. Eine andere Pornodarstellerin ging nach einem langen Abend der Betäubung ihrer Schmerzen nach Hause, hielt sich eine Pistole an den Kopf und drückte ab. Jetzt ist sie tot.

Man kann sicher sagen, dass die meisten keine gesunde Kindheit erlebt haben. Tatsächlich geben viele Darstellerinnen zu, dass sie sexuellen Missbrauch erfahren haben, physischen und verbalen Missbrauch und Ablehnung der Eltern. Einige wurden von Verwandten vergewaltigt und von Nachbarn belästigt. Die gleiche fürchterliche Schändung, die wir damals erlebten, durchleben wir neu, wenn wir vor der Kamera unsere Tricks darstellen. Und wir hassen jede Minute davon. Wir sind traumatisierte kleine Mädchen, die unter dem Einfluss von Antidepressiva, Drogen und Alkohol leben.

Wir leben in ständiger Angst, AIDS und andere Krankheiten zu bekommen, die durch Sexualität übertragen werden. Jedes Mal, wenn uns der Verdacht auf AIDS beängstigt, rasen wir zur nächsten Klinik für eine Notfalluntersuchung. Herpes, Gonorrhöe, Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten gehören zu den normalen Ängsten, mit denen wir tagtäglich umgehen. Wir werden monatlich getestet, aber wir wissen, dass Tests keine Vorbeugung sind. Neben der Sorge, uns bei den Pornoaktivitäten mit Krankheiten anzustecken, haben wir mit anderen, schädlichen Aktivitäten zu tun, die ebenfalls sehr gefährlich sind. Einige von uns haben physische Schäden und Zerstörungen im Inneren des Körpers erhalten.

Wenn Pornodarstellerinnen Feierabend haben und nach Hause kommen, versuchen sie, normale Beziehungen zu haben, aber einige unserer Freunde sind eifersüchtig und missbrauchen uns körperlich. So heiraten wir stattdessen den Pornoregisseur, während andere von uns lesbische Beziehungen bevorzugen. Es ist ein Augenblick, der sich tief in die Erinnerung gräbt, wenn unsere Tochter zufällig herauskommt und sieht, wie ihre Mama ein anderes Mädchen küsst. Dafür kann sich meine Tochter verbürgen.

An unseren freien Tagen laufen wir wie Zombies herum, ein Bier in der einen Hand und eine Whiskeyflasche in der anderen. Wir halten unsere Wohnungen nicht sauber, so dass wir die meiste Zeit im Schmutz leben, oder wir stellen eine Frau von auswärts an, um das Chaos zu beseitigen. Pornodarstellerinnen sind auch nicht die besten Köchinnen. Es ist für uns normal, Essen zu bestellen, und meistens übergeben wir uns nach dem Essen gleich wieder, weil wir Bulimie haben.

Pornodarstellerinnen, die Kinder haben, sind die schlechtesten Mütter der Welt. Wir brüllen und schreien und schlagen ohne Grund auf unsere Kinder ein. Die meiste Zeit sind wir betrunken oder high, und unsere vierjährigen Kinder heben uns vom Boden auf.

Die Wahrheit ist, dass in der Pornographie keine Phantasie liegt. Es ist alles eine Lüge. Die wirkliche Wahrheit ist, dass wir Pornodarstellerinnen die Scham und das Trauma unseres Lebens beenden möchten, aber wir schaffen es nicht allein. Wir brauchen dringend Arme, die uns festhalten, während wir Tränen vergießen über unsere tiefen Wunden und sie zu heilen beginnen können.“

Den Pornodarstellerinnen gewidmet, die sich HIV geholt haben, an einer Überdosis von Drogen gestorben sind oder Selbstmord begangen haben.

- Shelley Lubben


Mit freundlicher Genehmigung von: www.nacktetatsachen.at und www.blazinggrace.de

Um ein Kommentar abgeben zu können, musst du dich registrieren
Jetzt registrieren

Wer hat...
von: davidhume
25.06.2008
...das denn übersetzt? Endlose Ketten von Marlboros??? Holt mal eure Anglistikstudenten wieder aus dem Urlaub zurück!
stell deine frage dort noch einmal...
von: davidyou
25.06.2008
http://www.nacktetatsachen.at/pornodarstellerin.php vielleicht bekommst du eine antwort…
kompliment
von: martino
14.06.2008
ein riesen kompliment an diese frau!!! sie getraut sich diese grausamen machenschaften aufzudecken!!! igv martin
Und was das "getrauen"...
von: davidhume
25.06.2008
angeht: Braucht wohl nicht viel Mut etwas zu kritisieren, das generell schon sozial geächtet ist.

Und wer glaubt, dass der Sex in Pornos “echt” ist, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Der würde dann wahrscheinlich sogar an allmächtige Wesen glauben die unser Leben überwachen.

DANKE
von: Andi33
12.06.2008
Es ist gut, das Shelley die Grausamkeiten dieses “Geschäfts” so klar und deutlich anspricht!

 

Green_more