
Faith
Zeugnisse
Zeugnisse
Über Kiffen, Schizophrenie und die heilende Kraft der Sakramente.
von Blazej Sarapak, David Schwarzbauer
Falsche Gottesbilder
Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen und habe eigentlich immer an Gott geglaubt. Dennoch hatte ich viele falsche Gottesbilder und keine lebendige Beziehung zu Ihm.
Meine Mutter lernte Jesus in der Charismatischen Erneuerung kennen und überredete mich, auf ein Jugendwochenende (FCKW) zu gehen. Damals war ich 16 und kiffte.
An diesem Wochenende habe ich viel über Jesus erfahren und ihm mein Leben gegeben. Ich habe begonnen, mit ihm eine persönliche Beziehung zu leben, allerdings hörte ich nicht mit dem Kiffen auf, weil ich darin nichts Falsches sah. Ich hab auch meinen Freunden nichts davon erzählt und lebte wie vorher, ohne mich von meinen Sünden abzuwenden. Ich kannte zwar die Gebote, aber ich verstand viele nicht oder falsch und befolgte sie nicht.
Marihuana, Sex und Schizophrenie
Nach zwei Jahren hat Marihuana immer mehr mein Leben bestimmt und wurde zu meinem Götzen. Ich wusste, dass Sex vor der Ehe eine Sünde ist, aber ich fand das total doof und fies und habe, als ich eine Freundin hatte, zu Gott gesagt: „Ich weiß, dass du das nicht willst, aber ich mach was ich will. Tschüss Gott.“
Gott hat meine Entscheidung und meine Freiheit respektiert und ab da ging alles schnell bergab. Ich denke nicht, dass es wegen dem Sex war, sondern wegen meiner bewussten Entscheidung gegen Gott. Ich kiffte noch mehr und nahm auch halluzinogene Pilze. Ich wurde durch die Drogen immer mehr paranoid und schizophren.
Schizophrenie ist eine Krankheit, bei der man die Realität total falsch beurteilt, man hat Verfolgungswahn und man bezieht alles wahnhaft auf sich selber. Ich habe oft akustische Halluzinationen gehabt; ich habe zum Beispiel Stimmen gehört, die sich über mich unterhielten. Auch der Denkablauf wird ganz anders: Man hat sprunghafte und unlogische Gedankengänge und man kann auch nicht mehr zwischen dem Ich und der Umwelt unterscheiden. Ich hatte oft das Gefühl, dass meine Gedanken von jemandem mitgehört würden. Schizophrene leben zugleich in einer realen und einer wahnhaften Welt. In der wirklichen Welt lebte ich ein normales Leben, wurde aber immer einsamer; in der wahnhaften Welt, wurde ich wie fremdgesteuert. Ich nahm mein Problem selber kaum wahr und befasste mich nicht damit. Durch den Drogeneinfluss lebte ich letztlich immer mehr in der wahnhaften Welt.
Ich hatte sehr viel Angst und konnte niemandem vertrauen, selbst vor meinen engsten Freunden und meiner Familie hatte ich Angst. Nach etwa einem halben Jahr häuften sich die Probleme, und in der Schule oder zu Hause bekam ich Panik. Niemand hat meine Krankheit wahrgenommen, weil ich nach außen nur still war und viele dachten, dass ich bloß schüchtern sei. Niemand sah, was in mir für Kämpfe und Wahnvorstellungen wüteten und ich hatte Angst, sie zu zeigen. Deshalb verbarg ich sie so gut ich konnte. Ich hatte zwar weiterhin Beziehung zu Gott, aber auch diese war durch Misstrauen und Lügen gestört. Selbst vor Gott trug ich eine Maske.
Die heilende Kraft der Eucharistie
Im November nahm mich ein Freund auf ein Prayerfestival mit. Das war ein Wochenende, an dem es Vorträge über Gott gab und viel Zeit vor dem Allerheiligsten verbracht wurde. Dort ging ich zur Beichte und habe das erste Mal mit jemand persönlich und ehrlich über meine Ängste, Wahnvorstellungen und meinen Drogenkonsum geredet. Ich heulte mich bei dem Priester während der Beichte aus.
Am Abend gab es dann einen eucharistischen Einzelsegen; das heißt, dass ein Priester mit dem allerheiligsten Sakrament in der Monstranz zu jedem hingeht und ihn segnet. Als ich da kniete und auf den Segen wartete, hatte ich totale Panik und grausame Wahnvorstellungen. Wie noch nie zuvor litt ich unter meiner Angst und erkannte, wie schrecklich mein Leben war und wie unglücklich ich eigentlich war. Ich sehnte mich danach, geheilt zu werden und glücklich zu sein - frei von Angst und Sucht. Und ich wusste, dass Jesus mich liebt und mich heilen kann.
In diesem Moment vertraute ich ihm alles an und bat ihn um Befreiung.
Ich glaube, dass Gott mir durch die Beichte die Sünden verziehen hat und mir dadurch die Augen für meine Krankheit, die ich bis dahin noch nie rational wahrgenommen hatte, aufgingen. Als dann Jesus im Sakrament zu mir kam und mich berührte, spürte ich wie eine Last von meinem Herzen fiel und ich frei wurde. Dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben, aber alle Ängste und mein ganzes Misstrauen verschwanden und ich war voller Freude und Liebe. Von einer Sekunde auf die andere wurde ich komplett von meiner Schizophrenie geheilt.
"Ich liebe das Leben, mich, die Menschen und Gott"
Nach diesem Erlebnis hörte ich auch auf, Drogen zu nehmen, und meine Beziehung zu Gott wuchs täglich. Ich verstand ihn immer mehr, erkannte seine Treue, Liebe und Güte und lernte auf ihn zu hören und zu vertrauen und seinen Willen zu tun. Nun lebe ich mit Jesus im Herzen und bin seitdem glücklich und dankbar für jeden Tag.
Ich habe keine Angst mehr und liebe das Leben, mich, die Menschen und Gott.
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