
Faith
Basix
Sakramente
Das Leben ist nicht immer nur „hui“, es ist auch manchmal „pfui“. Das gilt vor allem, wenn man krank ist, wenn man schwerkrank ist. Außerdem ist klar, dass jeder Mensch einmal sterben muss.
Gott möchte weder die Krankheit noch den Tod. Jesus ist in die Welt gekommen, um dies zu bekämpfen: Er hat während seines Lebens Kranke geheilt und zwar sowohl an Leib und an der Seele.
Er hat der Krankheit der Seele, der Sünde, den Kampf angesagt. Vor allem aber hat Jesus den Tod besiegt: Auf uns wartet nach dem Tod nicht das Nichts, sondern er selbst und ein aufregendes ewiges Leben im Himmel.
Die Kirche setzt den Kampf Jesu gegen Sünde und Tod fort. Jesus hat schon zu Lebzeiten seinen Apostel den Auftrag gegeben zu heilen: „Und sie machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie“ (Mk 6,13).
Die Salbung mit Öl bedeutet: Heilung.
Im Jakobusbrief lesen wir, dass in der Urkirche die „presbyteroi“ (aus diesem griechischen Wort leitet sich unser deutsches Wort „Priester“ ab) gerufen wurden, wenn jemand krank war: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten (presbyteroi) der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten, wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“ (Jak 5,14f).
Heute nennen wir dieses Sakrament „Krankensalbung“. Diese Salbung an Stirn und Händen soll bei ernster Krankheit von einem Priester gespendet werden, zusammen mit Beichte und heiliger Kommunion, wenn dies möglich ist.
Leider hat man früher von "Letzter Ölung" gesprochen, sodass manche Leute dieses Sakrament gleich mit dem Sterben in Verbindung bringen. Das ist ein böses Missverständnis! Krankensalbung erinnert zwar, dass das eigentliche Ziel des Lebens der Himmel ist, aber es hat nichts mit „Sterbenmüssen“ zu tun! Bei der Krankensalbung spricht der Priester: "Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf!" Das Sakrament bewirkt also das „Aufrichten“, und oft kann man es erleben, dass jemand nach der Krankensalbung auch körperlich wieder gesund wird!
Auch junge Leute können dieses Sakrament empfangen, etwa vor einer Operation. Natürlich nicht bei einem Schnupfen oder bei Halsweh, sondern die Krankheit muss schon irgendwie „extrem“ sein, wie der lateinische Name ja sagt: „extrema unctio“. Viele Kranke sind schon deshalb erleichtert, weil sie jetzt spüren, dass sie ihr Leben mit Gott „in Ordnung“ gebracht haben.
Die Krankensalbung ist ein wunderbares Sakrament.
Jesus lässt uns auch dann nicht allein, wenn wir krank und verzagt sind. Gerade dann möchte er ganz bei uns sein! Wie das Öl unter den Gebeten des Priesters in die Haut des Kranken „einzieht“, so zieht die Kraft Gottes in die Seele ein. Der Kranke kann erfahren, dass Gott ihn liebt, dass er ihm die Gesundheit des Leibes schenken möchte, und sogar noch mehr: die ewige Herrlichkeit des Himmels. Man soll deshalb niemals Scheu haben, so bald wie möglich einen Priester zu holen, wenn jemand ernsthaft krank ist.
P.Dr. Karl Wallner OCist
Fragen und Antworten:
siehe Mönchline/Sakramente
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