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01.05.2007

Die Ehe

Verliebt, verlobt, verheiratet.

Eigentlich scheint die Sache mit der Ehe ganz einfach: Ehe hat etwas mit Liebe zu tun. Liebe ist etwas Schönes und Gutes, alle wollen ja Liebe. Alle wollen die große Liebe. Warum läuft dann soviel schief? So einfach ist es wohl doch nicht.

Liebe ist gut, ok. Aber was ist Liebe?

Was in den Songs als „Liebe“ gepriesen wird, hat oft mit Liebe nichts zu tun. Liebe meint oft nur: „Ich will, dass es mir mit dir gut geht!“ Egoismus pur! Besonders hässlich finde ich den Ausdruck „Liebe machen“. Man meint damit ja meist das total egozentrische Ausleben des Triebes, das hat mit Liebe null Komma null zu tun.

Das Wort Liebe ist ein Chamäleon. Oft sind Mann und Frau rein äußerlich voneinander angezogen, meist auf der Ebene der bloßen Sympathie oder der Erotik. Ein Typ gefällt einem, weil er cool ist und/oder gut ausschaut. Und schon schießen die Hormone Feuerwerke ab. Das ist das Gefühl des Verliebt-Seins, bei dem man völlig abhebt. Kennt jeder, muss ich nicht beschreiben!

Ich behaupte aber: Verliebt Sein ist noch nicht Liebe. Bloßes Gefühl und Romantik ist noch nicht Liebe! Die Ehe braucht eine tiefere Form von Liebe, sonst kann sie als Tragödie enden.


Welche Liebe trägt eine Ehe?

Unser Herr Jesus Christus hat uns ein Maß vorgegeben, was Er, Gott, unter Liebe versteht: das Kreuz. Jesus liebt, bis es weh tut, bis er nichts mehr dafür bekommt als Spott und Undankbarkeit. Das ist ein hohes Maß, ein göttliches Maß. Wenn zwei Christen heiraten, dann werden sie im Zeichen dieses Kreuzes gesegnet.

Vorher sagen sie zueinander: „Ich will dich lieben in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit. Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe!“ Manchmal machen sich Braut und Bräutigam auch gegenseitig das Kreuzzeichen auf die Stirn. Die Liebe als Hingabe ist gemeint, die Liebe die sich total verschenken will.

Für uns Christen ist die Ehe ein Sakrament, weil sie die totale Liebe meint. Achtung: Liebe nicht nur als Gefühl. Eine christliche Ehe verlangt vor allem die Entscheidung, den totalen Willen zur Hingabe.

Bei der Hochzeit werden die beiden mehrmals gefragt: „Willst du?“ Klar: Man kann die totale Liebe nicht „ein bisschen“ wollen, man muss sie „ganz“ wollen. Ganz, das heißt, für das ganze Leben, bis zum Tod! Deshalb ist die Ehe, wenn sie gültig geschlossen worden ist, unauflöslich, „bis der Tod euch scheidet“. Eine gültige christliche Ehe kann kein Papst, kein Bischof, einfach wirklich niemand scheiden! "Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen!", sagt Jesus (Matthäus 19,6).

Wenn Mann und Frau zueinander Ja sagen „in guten und in bösen Tagen“, dann machen sie aus ihrem Verliebt Sein erst die richtige Liebe. Sie werden in ihrer Hingabe ein Abbild der totalen Liebe Christi (Epheserbrief 5).
Wichtig: Vor einer solchen Entscheidung muss man es sich gut überlegen, prüfen, beten, viel beten.

Ja, bete, dass du „den Richtigen/die Richtige“ findest. Du brauchst nicht „irgendjemanden“, sondern genau den Menschen, den Gott in seinem ewigen Plan dir zur Seite stellen möchte. Gott weiß ja am besten, mit wem du glücklich werden kannst.

Und dann: Bitte sei klug in der Vorbereitung, lass dich von deinen Hormonen nicht über den Tisch ziehen! Sei mutig in der Entscheidung.

True love waits! Wenn du wirklich liebst, dann möchtest du das Ganze! Die Voraussetzung dazu ist dein treues, lebenslanges Ja zum anderen vor Gott!

Das Schönste aber ist: Im Sakrament der Ehe gibt dir Jesus dann die Kraft, so zu lieben, wie er geliebt hat: nicht ein bisschen, nicht halb, nicht egozentrisch, sondern ein für alle Mal, total, mit ganzer Hingabe und aller Reinheit des Herzens.

P.Dr. Karl Wallner OCist


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Linktipps:

Joy Filled Marriage

Kirchlich rechtliche Schritte zur Vorbereitung auf die Ehe

 

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