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Was die Esoterik verspricht und was sie nicht haltet.
von Daniela Sziklai, Michael Cech
Was die Esoterik verspricht und was sie nicht haltet. Möchtest du Licht und Glück in deinem Leben erleben? Möchtest du in große Geheimnisse eingeweiht sein? Möchtest du mit dem geheimnisvollen spirituellen Grund der Welt verbunden sein? Möchtest du deine Energien fließen lassen? Möchtest du das Göttliche in dir selbst finden? Willkommen im Esoterik-Shop!
Hier findest du alles, was dein Herz begehrt, womit du energetisch auf eine höhere Stufe steigen, spirituelle Erkenntnisse haben, rundum durchstrahlt und glücklich sein kannst.
Wenigstens wird dir das so versprochen... Was ist aber wirklich davon zu halten?
Die Esoterik verspricht viel
Das Wort „Esoterik“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „die Lehre vom Inneren oder vom Versteckten/Verborgenen“. Das Ganze klingt geheimnisvoll, denn es erzählt von verborgenen Kräften, die wir in uns tragen. Versprochen wird einem Glück, Liebe und Licht. Und das ist durchaus interessant. So findet man Esoterik heute nicht nur in Lifestyle-Magazinen sondern auch in jedem Buchgeschäft in einer eigenen Abteilung. Zu Esoterik zählen zum Bespiel wenn auch in unterschiedlicher Weise: Yoga, fernöstliche Meditationen, Astrologie, Tarot, Pendeln oder Handlesen, Kabbala, Reiki, Bach-Blütentherapie, aber auch Magie, Schamanismus, Okkultismus und im Extremen der Satanismus.
Esoterik fasst im Grunde ein sehr weites Spektrum an verschiedenartigen Weltanschauungen zusammen, der Lehren sich durchaus deutlich unterscheiden oder sogar widersprechen. Gemeinsam aber ist, dass es um das Innere des Menschen geht, um die spirituelle Ebene. Esoterik ist nach außen hin den großen Religionen in manchem sehr ähnlich, weshalb man oft von „Peudo-Religion“ spricht. Trotzdem besteht ein ganz entscheidender Unterschied.
Aber ist Esoterik wirklich so gefährlich, wie viele behaupten? Wo liegt das Problem bei ein bisschen Astrologie, Yoga oder Reiki – wenn es einem zu mehr Ruhe und Zufriedenheit verhilft? Natürlich: Atemübungen können ganz beruhigend wirken, Yoga-Positionen kräftigen und dehnen, und Essen nach der Traditionellen Chinesischen Medizin ist sicher auch nicht giftig. Das Problem liegt nicht so sehr bei den verschiedenen Praktiken, als bei dem, was dahintersteckt.
Das große Ich
Die Esoterik geht davon aus, dass ich das Glück in mir selbst finde. Es ist gewissermaßen das Verlangen, aus sich selbst heraus die Macht zu haben, alle Dinge zu beeinflussen, so wie ich es möchte: Ich kann mich selbst heilen – durch meine verborgenen inneren Energien. Ich kann ausgeglichen und glücklich sein – durch meine Meditationen. Es geht bis dahin, dass ich Elementarmächte und nicht zuletzt Engel und Dämonen für meine eigenen Wünsche, die natürlich durchaus positiv sein können, gebrauche. Ist es nicht die große Versuchung des Machthabens seit Beginn der Welt? Ein Gott, der über uns stehen soll, hat in dieser Weltsicht keinen Platz, denn man sucht das „Göttliche“ eigentlich bei sich selbst.
Es ist schön und gut, das „Göttliche“ zu suchen, auf „höhere spirituelle Stufen“ zu steigen. Trotzdem lässt die Esoterik den Menschen letztendlich allein. Denn man sucht eben nicht nach Gott sondern nach sich selbst. Und somit hat man schlussendlich wieder nur sich selbst gefunden. Man bleibt weiterhin in sich selbst eingesperrt, einsam, ohne echte Liebe. Denn jeder Mensch sehnt sich nach Liebe, das heißt nach dem Geliebtwerden. Von einer anderen Person, letztlich von Gott, auf immer und ewig, ohne Ausnahme und ohne Vorbehalt. Aber wer zugibt, dass er Liebe braucht, der gibt zu, dass er von jemand anderem abhängig ist. Die Esoterik hat hingegen immer sich selbst als Ausgangspunkt und als Ziel. Und das ist eine grundsätzlich andere Weltanschauung als die des Christentums.
Suche nach dem Göttlichen
Auch als Christen suchen wir nach dem „Göttlichen“. Der Unterschied ist, dass wir das nicht bei uns selbst suchen, weil wir selbst eben nicht Gott sind und auch nicht göttlich. Aber wir glauben, dass wir Anteil an Gott haben können und sollen, dass wir „vergöttlicht“ werden, eben deshalb, weil Gott uns als seine Freunde zu sich zieht. Wir machen diese Annäherung an Gott nicht aus unserer eigenen Kraft aufgrund von Meditationen, Ritualen oder Formeln. Wir können uns einfach alles von Gott schenken lassen. In ihm haben wir jemanden, der uns bis ins Letzte liebt. Das christliche Gebet ist daher auch etwas vollkommen anderes als eine esoterische Meditation. Gebet ist keine magische Zauberformel, sondern vielmehr ein sich Öffnen für das, was Gott einem schenken will.
Esoterik sieht das natürlich anders. Da es nicht um die Frage nach einem Gott geht, ist für Esoteriker das Christentum genauso nur eine „Methode“, um zu sich selbst zu finden. Oft wird gesagt, das „Spirituelle“ der esoterischen Strömungen und der Glaube des Christentums seien im Grunde ein- und dasselbe. Manchmal wird sogar behauptet, Jesus – immerhin ein jüdischer Zimmermann – habe selbst bei indischen Gurus gelernt und Yoga praktiziert. „Für wen halten mich die Menschen?“ – Diese Frage hat Jesus seinen Jüngern gestellt, und sie ist bis heute die alles entscheidende Frage, denn gemäß dieser Antwort richtet man sein ganzes Leben aus. Ist er für uns nur ein besonderer Mensch, ein Weisheitslehrer? Oder ist er für uns der „Sohn des lebendigen Gottes“, so wie Petrus es bekannt hat?
Esoterik versus Christentum
Auch wenn viele Religion und Esoterik in denselben Topf werfen, so sind sie dennoch so verschieden wie die unterschiedlichen Pole eines Magneten. Der Mensch sei heute bereits so weit „gereift“, dass er in der Lage sei, „sich von dem nährenden Schoß einer Gottesvorstellung zu lösen“ und „ein eigenverantwortlich spirituelles Leben zu führen, das allen Glauben beinhaltet“, liest man etwa in einem esoterischen Internetforum.
Die esoterischen Strömungen richten sich bei aller Toleranz dennoch bewusst gegen das Christentum. Es wird auch von „New Age“, dem neuen Zeitalter gesprochen, welches das Christentum ablösen soll. Der Glaube an eine verbindliche und erkennbare Wahrheit wird geleugnet. Stattdessen wird gesagt: Es gibt keine Wahrheit – weil es eben auch einen persönlichen Gott im christlichen Sinn nicht gibt.
Die Angst-Falle
Aber die Erfahrung zeigt, dass dort, wo der Glaube fehlt, der Aberglaube wächst. Und hier geht es nicht nur um das berühmte „Aufs-Holz-Klopfen“ oder um den Blick in die Sterne. Yoga, Reiki oder fernöstliche Meditationen sind manchmal auch unter Christen sehr populär. Und unter Jugendlichen übt der Okkultismus, die Beschwörung der Geister, oft eine Faszination aus. Und das ist in der Tat nicht zu verharmlosen.
Übernatürliche Mächte, verborgene Energien oder innere Selbstheilungskräfte verleihen der Esoterik eine gewisse Anziehung, die viele Menschen neugierig macht. Die Folge davon ist aber vielfach eine Haltung ständiger Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor Krankheit, bis hin zur Angst vor Dämonen, weil die Sicherheit und der Halt eben nur in sich selbst gesucht werden. Und das kann nicht funktionieren. Das Christentum hingegen verspricht eine geheimnisvolle Macht demjenigen, der alles von Gott erhofft und erwartet. Er weiß, dass Gott einen großartigen Plan hat und dass er ihm vollkommen vertrauen kann, dass alles gut wird, egal wie schwierig die Umstände manchmal scheinen. Und das gibt eine unendliche Freiheit. „Fürchtet euch nicht!“ – Das ist die Message, die das Christentum gibt, denn es gibt einen, der dich liebt...
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Und auch wenn es traurigerweise stimmt, dass es viele esoterische Strömungen gibt, die einen Christenhassenden Unterton haben, so trifft das nicht auf alle zu, und gerade einige der älltesten Esoterischen Strömungen in Europa haben sich dem Christentum verschrieben und sehen sich entweder in einer Katholischen oder in einer Protestantischen Tradition
