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Schwanger?
Zeugnisse
Es gibt viele Situationen im Leben eines jungen Mädchens oder einer Frau, in denen eine Abtreibung der einzige Lösungsweg scheint. Du bist ungewollt schwanger. Dein Freund sagt, er wird dich verlassen, wenn du „es“ nicht wegmachen lässt. Schließlich hätte er keinen Kopf dafür. Die Eltern machen Druck oder du weißt einfach, dass sie dich rausschmeißen werden, wenn sie herausbekommen, dass du schwanger bist. Und der Arzt sagt, es sei ja nur ein „kleiner Eingriff auf eine knappe halbe Stunde“.
Es ist wohl für jeden klar, dass eine Entscheidung in einer solchen Situation nicht einfach ist. Doch wie soll man sich entscheiden? Ein großes Problem ist, dass viele nicht wissen, wie es nach einer Abtreibung weitergeht. Es herrscht heute noch immer ein eisiges Schweigen über die psychischen Folgen einer Abtreibung. Die Website „meinbaby.info“ hat daher die Initiative gestartet Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu geben darüber zu sprechen. Hunderte Einträge finden sich bereits dort von überwiegend Teenagern, die endlich ihre Erfahrungen mit anderen teilen können.
Darüber sprechen hilft. Und es hilft anderen, die in der gleichen Situation sind. Abtreibung ist nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Oft bräuchte es aber einfach nur jemanden, der sagt: „Du, ich bin da. Ich schau mit dir, was wir machen können, wie wir es schaffen können. Du bist nicht allein.“ Isabel, Sandra und Steffi hat das niemand gesagt. Jetzt wollen sie es mit den anderen, die einen Eintrag auf die Website gestellt haben, denen sagen, die in ihrer selben Situation stecken.
Isabel (17)
Ich bin erst 17 und habe vor einem Jahr abgetrieben. Ich war erst drei Wochen mit meinem Freund Marc zusammen - er ging in meine Klasse -, als ich mit ihm schlief. Er war mein erster richtiger Freund und es war für mich das erste Mal. Als dann meine Periode ausblieb, sprach ich sofort mit Marc darüber. Er sagte nur, dass es mein Problem wäre, dass er das alles ja gar nicht wollte. Ich würde damit auch allein klar kommen und meine Familie hätte sowieso genug Geld.
So stand ich ganz allein da. Meinen Realabschluss hatte ich noch vor mir und außerdem machte ich Leistungssport. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und erzählte es meiner Mutter. Diese zeigte überhaupt kein Verständnis, sie betitelte mich sogar als Schlampe. Ihr letzter Satz war: „Einer Abtreibung würde ich natürlich sofort zustimmen, die würde ich dir auch bezahlen, dann braucht auch keiner davon zu wissen. Wenn du das Kind allerdings behalten willst, kannst du mit meiner Unterstützung nicht mehr rechnen, in dem Fall gibt es ja Frauenheime.“ In meiner Verzweiflung willigte ich ein, ich trieb mein Kind ab. Das war der größte Fehler meines Lebens.
Denn: Meinen Schulabschluss habe ich dennoch nicht geschafft, weil ich die Schule verließ, - ich konnte Marcs Anblick nicht mehr ertragen, weil er mich immer wieder an das verlorene Kind erinnerte. Zuhause bin ich dann ausgezogen, weil ich meiner Mutter nicht verzeihen konnte, dass sie nicht hinter mir gestanden ist. Jetzt wohne ich in einem Heim. Meinen Sport habe ich aufgegeben, weil er mir keine Freude mehr bringt. An die Liebe glaube ich auch nicht mehr. Mein ganzes Leben scheint mir nutzlos seit dem Tag, an dem ich mein eigenes Kind ermordet habe. Ich kann nur jedem raten: Treib nicht ab, denn nichts stelle ich mir schöner vor, als mein eigenes Kind in den Armen zu halten.
Sandra
Vor lauter Tränen kann ich gar nicht richtig schreiben. Mein Sohn oder meine Tochter wäre heute 2 Monate und 7 Tage alt, wenn mein Freund nicht immer wieder auf mich eingeredet hätte: „Wir sind zu jung, können dem Kind keine Zukunft geben...“ Bla bla bla. Dass es mein Herz ist, welches immer zerspringt, wenn ich ein Baby sehe, ist ihm egal. Zwei Wochen nach dem Abbruch hat er sich von mir getrennt. Hat gesagt, wann immer ich über unseren kleinen Engel reden muss, soll ich ihn anrufen. Ich wollte so oft reden. Bin nachts schweißgebadet aufgewacht und habe geweint und geweint und geweint. Die Träume, so real. Ich bin im Krankenhaus und gebäre mein Kind, habe es im Arm, küsse es und die kleine Hand umfasst meinen Finger. Ich bin so glücklich, könnte die ganze Welt umarmen... Doch dann wache ich auf und der Schmerz zerreißt mir das Herz. Was habe ich getan? Es tut so weh.
Steffi (15)
Ich habe mein Kind abgetrieben, weil ich keine andere Möglichkeit gesehen habe. Ich war 14 und hätte das Kind jetzt mit 15 bekommen. Ich fand, es sei das Beste auch für das Kind. Denn ich hätte den Schulabschluss nicht geschafft, da ich auch nicht so gut in der Schule bin und das Kind hätte keinen Vater gehabt... Das alles ist jetzt 5 Monate her und ich wünschte ich hätte das Baby bekommen. Ich träume manchmal davon, wie es wäre, wenn ich nicht abgetrieben hätte. Ich hätte es bekommen sollen.
Petra (35)
Ich bin 35 und habe zwei Kinder, eines davon behindert durch eine Frühgeburt. Mein Mann hat mich verlassen wegen einer Jüngeren und in bin im fünften Monat schwanger. Jeder hat auf mich eingeredet, ich soll es abtreiben lassen und ich hatte schon einen Beratungsschein für die Schwangerenberatung. Ich stand vor dem Haus und bin einfach gegangen. Ich konnte es nicht und hab mich fürs Leben entschieden, auch wenn ich dann mit drei Kindern allein dastehe. Ich konnte so etwas nicht tun und heut bin ich dankbar, dass ich es nicht getan hab.
Rosa (17)
Ich habe gestern erfahren, dass ich schwanger bin und nun wollte ich mich über eine Abtreibung informieren, da ich jetzt alles durchgelesen habe hier im Net, bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass ich mein Kind behalten werde! Danke vielmals für die große Hilfe. Ich bin erst 17 und ich weiß es wird eine harte Zeit, aber wir werden das schon schaffen! Ich will mein Kind nicht umbringen, denn ich bin ja auch selber dafür verantwortlich gewesen!
Sarah (16)
Hey Mädels! Ich bin mit 15 ungewollt schwanger geworden, wie ihr ja schon wisst! Ich wollte euch sagen, dass ich gestern am 6.1.2006 meine kleine Maus Layla-Michelle auf die Welt gebracht habe! Sie ist mein kleiner Sonnenschein in meinem Leben, da sich ihr Papa (mein Freund) vor 3 Wochen von mir getrennt hat. (Ich kann nur sagen: Was für ein Schisser!) Ein Baby ist so etwas Schönes! Also: Treibt nicht ab, ihr werdet es später bereuen! Lest euch mal die Postings durch z.B. von Britta, sie hat Kontakt zu mir aufgenommen und bekommt ihr Baby. Ihr könnt mir gerne schreiben. Ich beantworte alle Fragen ganz bestimmt!
Gruß! Sarah mit Baby Layla-Michelle
Hallo ihr Lieben!!
Ich bin mit 17 Jahren schwanger geworden. Damals ist für mich erstmal eine Welt zusammen gebrochen, weil ich mitten im Abitur war. Aber ich habe mich für das Kind entschieden. Hab dann in der Klasse 12 abgebrochen und ein wunderschönes Mädchen zur Welt gebracht. Außer meinem Ex-Freund hatte ich keine Unterstützung, war 8 Monate zu Hause, bis ich die Kleine in einer Tagesstätte untergebracht habe um eine Ausbildung zu machen. Die ich auch nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen habe. Dann habe ich mein Abi zu Ende gemacht und nun mache ich noch mal eine 3-jährige Ausbildung. Also, auch mit Kind ist das alles zu schaffen, selbst wenn man keinen Papa dazu hat oder Eltern die einen Unterstützen können, der Wille zählt. Ich bin so froh, dass ich die Kleine habe. Sie ist heute 4 Jahre und ist das ausgeglichenste Kind, das ich kenne. Allen wünsche ich viel Kraft und Mut!
Weitere Zeugnisse findet ihr unter www.meinbaby.info
Monika Haas
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