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29.04.2007

„Ich habe abgetrieben“

Das Leben danach

Es gibt viele Situationen im Leben eines jungen Mädchens oder einer Frau, in denen eine Abtreibung der einzige Lösungsweg scheint. Du bist ungewollt schwanger. Dein Freund sagt, er wird dich verlassen, wenn du „es“ nicht wegmachen lässt. Schließlich hätte er keinen Kopf dafür. Die Eltern machen Druck oder du weißt einfach, dass sie dich rausschmeißen werden, wenn sie herausbekommen, dass du schwanger bist. Und der Arzt sagt, es sei ja nur ein „kleiner Eingriff auf eine knappe halbe Stunde“.

Es ist wohl für jeden klar, dass eine Entscheidung in einer solchen Situation nicht einfach ist. Doch wie soll man sich entscheiden? Ein großes Problem ist, dass viele nicht wissen, wie es nach einer Abtreibung weitergeht. Es herrscht heute noch immer ein eisiges Schweigen über die psychischen Folgen einer Abtreibung. Die Website „meinbaby.info“ hat daher die Initiative gestartet Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu geben darüber zu sprechen. Hunderte Einträge finden sich bereits dort von überwiegend Teenagern, die endlich ihre Erfahrungen mit anderen teilen können.

Darüber sprechen hilft. Und es hilft anderen, die in der gleichen Situation sind. Abtreibung ist nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Oft bräuchte es aber einfach nur jemanden, der sagt: „Du, ich bin da. Ich schau mit dir, was wir machen können, wie wir es schaffen können. Du bist nicht allein.“ Isabel, Sandra und Steffi hat das niemand gesagt. Jetzt wollen sie es mit den anderen, die einen Eintrag auf die Website gestellt haben, denen sagen, die in ihrer selben Situation stecken.


Isabel (17)

Ich bin erst 17 und habe vor einem Jahr abgetrieben. Ich war erst drei Wochen mit meinem Freund Marc zusammen - er ging in meine Klasse -, als ich mit ihm schlief. Er war mein erster richtiger Freund und es war für mich das erste Mal. Als dann meine Periode ausblieb, sprach ich sofort mit Marc darüber. Er sagte nur, dass es mein Problem wäre, dass er das alles ja gar nicht wollte. Ich würde damit auch allein klar kommen und meine Familie hätte sowieso genug Geld.

So stand ich ganz allein da. Meinen Realabschluss hatte ich noch vor mir und außerdem machte ich Leistungssport. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und erzählte es meiner Mutter. Diese zeigte überhaupt kein Verständnis, sie betitelte mich sogar als Schlampe. Ihr letzter Satz war: „Einer Abtreibung würde ich natürlich sofort zustimmen, die würde ich dir auch bezahlen, dann braucht auch keiner davon zu wissen. Wenn du das Kind allerdings behalten willst, kannst du mit meiner Unterstützung nicht mehr rechnen, in dem Fall gibt es ja Frauenheime.“ In meiner Verzweiflung willigte ich ein, ich trieb mein Kind ab. Das war der größte Fehler meines Lebens.

Denn: Meinen Schulabschluss habe ich dennoch nicht geschafft, weil ich die Schule verließ, - ich konnte Marcs Anblick nicht mehr ertragen, weil er mich immer wieder an das verlorene Kind erinnerte. Zuhause bin ich dann ausgezogen, weil ich meiner Mutter nicht verzeihen konnte, dass sie nicht hinter mir gestanden ist. Jetzt wohne ich in einem Heim. Meinen Sport habe ich aufgegeben, weil er mir keine Freude mehr bringt. An die Liebe glaube ich auch nicht mehr. Mein ganzes Leben scheint mir nutzlos seit dem Tag, an dem ich mein eigenes Kind ermordet habe. Ich kann nur jedem raten: Treib nicht ab, denn nichts stelle ich mir schöner vor, als mein eigenes Kind in den Armen zu halten.


Sandra

Vor lauter Tränen kann ich gar nicht richtig schreiben. Mein Sohn oder meine Tochter wäre heute 2 Monate und 7 Tage alt, wenn mein Freund nicht immer wieder auf mich eingeredet hätte: „Wir sind zu jung, können dem Kind keine Zukunft geben...“ Bla bla bla. Dass es mein Herz ist, welches immer zerspringt, wenn ich ein Baby sehe, ist ihm egal. Zwei Wochen nach dem Abbruch hat er sich von mir getrennt. Hat gesagt, wann immer ich über unseren kleinen Engel reden muss, soll ich ihn anrufen. Ich wollte so oft reden. Bin nachts schweißgebadet aufgewacht und habe geweint und geweint und geweint. Die Träume, so real. Ich bin im Krankenhaus und gebäre mein Kind, habe es im Arm, küsse es und die kleine Hand umfasst meinen Finger. Ich bin so glücklich, könnte die ganze Welt umarmen... Doch dann wache ich auf und der Schmerz zerreißt mir das Herz. Was habe ich getan? Es tut so weh.


Steffi (15)

Ich habe mein Kind abgetrieben, weil ich keine andere Möglichkeit gesehen habe. Ich war 14 und hätte das Kind jetzt mit 15 bekommen. Ich fand, es sei das Beste auch für das Kind. Denn ich hätte den Schulabschluss nicht geschafft, da ich auch nicht so gut in der Schule bin und das Kind hätte keinen Vater gehabt... Das alles ist jetzt 5 Monate her und ich wünschte ich hätte das Baby bekommen. Ich träume manchmal davon, wie es wäre, wenn ich nicht abgetrieben hätte. Ich hätte es bekommen sollen.


Petra (35)

Ich bin 35 und habe zwei Kinder, eines davon behindert durch eine Frühgeburt. Mein Mann hat mich verlassen wegen einer Jüngeren und in bin im fünften Monat schwanger. Jeder hat auf mich eingeredet, ich soll es abtreiben lassen und ich hatte schon einen Beratungsschein für die Schwangerenberatung. Ich stand vor dem Haus und bin einfach gegangen. Ich konnte es nicht und hab mich fürs Leben entschieden, auch wenn ich dann mit drei Kindern allein dastehe. Ich konnte so etwas nicht tun und heut bin ich dankbar, dass ich es nicht getan hab.


Rosa (17)

Ich habe gestern erfahren, dass ich schwanger bin und nun wollte ich mich über eine Abtreibung informieren, da ich jetzt alles durchgelesen habe hier im Net, bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass ich mein Kind behalten werde! Danke vielmals für die große Hilfe. Ich bin erst 17 und ich weiß es wird eine harte Zeit, aber wir werden das schon schaffen! Ich will mein Kind nicht umbringen, denn ich bin ja auch selber dafür verantwortlich gewesen!


Sarah (16)

Hey Mädels! Ich bin mit 15 ungewollt schwanger geworden, wie ihr ja schon wisst! Ich wollte euch sagen, dass ich gestern am 6.1.2006 meine kleine Maus Layla-Michelle auf die Welt gebracht habe! Sie ist mein kleiner Sonnenschein in meinem Leben, da sich ihr Papa (mein Freund) vor 3 Wochen von mir getrennt hat. (Ich kann nur sagen: Was für ein Schisser!) Ein Baby ist so etwas Schönes! Also: Treibt nicht ab, ihr werdet es später bereuen! Lest euch mal die Postings durch z.B. von Britta, sie hat Kontakt zu mir aufgenommen und bekommt ihr Baby. Ihr könnt mir gerne schreiben. Ich beantworte alle Fragen ganz bestimmt!

Gruß! Sarah mit Baby Layla-Michelle


Hallo ihr Lieben!!

Ich bin mit 17 Jahren schwanger geworden. Damals ist für mich erstmal eine Welt zusammen gebrochen, weil ich mitten im Abitur war. Aber ich habe mich für das Kind entschieden. Hab dann in der Klasse 12 abgebrochen und ein wunderschönes Mädchen zur Welt gebracht. Außer meinem Ex-Freund hatte ich keine Unterstützung, war 8 Monate zu Hause, bis ich die Kleine in einer Tagesstätte untergebracht habe um eine Ausbildung zu machen. Die ich auch nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen habe. Dann habe ich mein Abi zu Ende gemacht und nun mache ich noch mal eine 3-jährige Ausbildung. Also, auch mit Kind ist das alles zu schaffen, selbst wenn man keinen Papa dazu hat oder Eltern die einen Unterstützen können, der Wille zählt. Ich bin so froh, dass ich die Kleine habe. Sie ist heute 4 Jahre und ist das ausgeglichenste Kind, das ich kenne. Allen wünsche ich viel Kraft und Mut!

Weitere Zeugnisse findet ihr unter www.meinbaby.info

Monika Haas

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Was soll man dann tun?
von: Berni :--)
30.06.2008
Ich finde Abtreibung so schlimm. Die Mädchen die hier erzählt haben tun mir sehr leid. Am besten ist wenn so etwas passiert ist einen guten Priester auf zu suchen oder sich an Hilfsorganisationen zu wenden. An einer Abtreibung ist meist nie oder nie die “Mutter” alleine Schuld.Das ist auch nicht in Ordnung wenn man ihr allein die Schuld gibt.
Interessant...
von: Riddler79
16.01.2008
... daß es hier keinen einzigen positiven Bericht einer Frau gibt, die abgetrieben hat. Das ihr Leben auch nach der Abtreibung ganz normal weiter ging. Naja, eine etwas kontroversere Darstellung dieses heiklen Themas wäre für diese Seite wohl zu viel verlangt…
Das Besondere
von: TripleA
19.01.2008
an dieser Seite ist, dass der Blick über die momentanen persönlichen Befindlichkeiten hinausgeht und nicht, wie alllgemein üblich, nur die eigene derzeitige Situation zählt. Bei allem Verständnis für die schwierige Lage der Betroffenen, kann man doch nicht die Tötung eines kleinen anvertrauten Menschen quasi als Rücksicht einfach als etwas ganz Normales oder sogar Positives darstellen. Verdrängung und Schönreden erscheint zwar im ersten Moment bequemer, ist aber keinesfalls eine Lösung des Problems und sicher nicht im Interesse der Mütter und Väter!
liebes mädl
von: schwerelos
24.05.2007
die oben beschriebenen situationen sind genauso echt wie deine. wenn du den artikel gut gelesen hast, wirst du das wohl auch einsehen und verstehen. niemand verurteilt hier irgendwen; mädchen erzählen aus ihrem leben – so wie du. warum meinst du also, dass die hier keine ahnung hätten und du schon? bist nicht genau du jene, die hier verurteilt? ich hab jetzt leider nicht so viel zeit, dass ich näher auf deine reaktion antworten könnte. nur so viel: es gibt noch menschen, die sich am ideal orientieren und sich nicht mit mittelfristigen halblösungen abfinden wollen…
Der stumme Schrei
von: alleluja
19.01.2008
Ich habe kürzlich einen Film gesehen, in dem man eine Abrtreibung hautnah miterlebt. Entsetzlich! Wie das kleine Lebewesen um sein Leben kämpfen muss und trotzdem den Kampf verliert!
WOW
von: dasmädl
24.05.2007
Also ich muss schon sagen was ich hier lese erschüttert mich sehr…ich dachte wir leben in einer aufgeschlossenen welt. Mein sohn ist zwei einhalb Jahre er liegt gerade im bett und schläft schon--er ist wohl das größte glück das ich habe---aber ich habe vor bald einem Jahr abgetrieben….es wäre mein zweites Kind geworden…ich bin sehr jung und ich habe nicht viel geld und ich wurde auch von dem Mann nicht gezwungen es abzutreiben--aber ich wollte es net weil ich eiskalt bin (ich liebe meinen sohn) aber was hätte ich (ihr) bieten können nichts alleinerziehend mit zwei kindern??ohne geld??ich weiß net warum ihr euch herausnehmt so tun als wüsstet ihr was recht und unrecht ist--ich will euch deshalb net verurteilen--net wie ihr uns die wir abgetrieben haben…ich habe noch ein paar tage bis zum jahrestag der abtreibung und auch wenn ich weiß das es das beste war für,ja auch für ihr leben tut es mir trotzdem net gut auf so eine seite zu kommen und solche wiederlichen sachen zu lesen : Weltweit schätzt die WHO die Zahl der Abtreibungen auf 50 bis 60 Millionen pro Jahr. Das entspricht der Zahl der Opfer, die der Zweite Weltkrieg in seiner siebenjährigen Dauer forderte. (auszug con dieser Pro live seite) Wie kann man eine Abtreibung mit dem zweiten Wltkrieg vergleichen—-wer nimmt sich das recht heraus so zu urteilen???schämt euch… Ihr macht 17 jährigen “Kindern” angst…was sollen sie machen mit 18 ein Kind nd dann?? Karenz geht irgendwann vorbei (Össterreich) und find dann mal einen job denn ich denke das des schwer ist…bzw. ich weiß. und wenn sie dann auch no allein sind…ich denke das die leute die das hier machen es sicher gut meinen…natürlich tut es weh so etwas zu tun…aber wollt ihr denn ehrlich das no 100 mädls ihr kind auf dem clo kriegen und dort liegen lassen??ja klar die kirche hinter sich zu haben is scho gut und überall spendengelder zu kriegen von irgendwelchen halbgläubigen die glauben das gott ihnen dann alles andere vergibt….ja sicher is es besser für manche ien kind zu kriegen um es dann schlagen zu können oder misshandeln oder um es irgendwann auszusetzen weil das geld net reicht…. und glaubt ihr das jede frau die abgetrieben hat net weiß wie weh des tut doer was des für eine entscheidung is??Ich musste noch ein ultraschallbild “unabsichtlich” sehen (ärzte vergessen bildschirm wegzudrehen) und ja sicher is/war des schlimm für mi und trotzdem musste ich es tun…. ich glaube schon das jeder für sich selbst entscheiden sollte was richtig und was falsch ist….ich muss mich immer sehr aufregen wenn ich solche pseude wissenden artikel von irgendwelchen halbstarken autoren lese die vermutlich gar net genau bescheid wissen—-ich will euch net bösartig angreifen ihr meint es gut aber ein bissl nachdenken tät euch auch net schaden bevor ihr kleinen mädchen solche angst einredet… und sorry was ihr amcht finde ich pervers des hat nix mehr mit aufklärung zu tun….gar nix mehr… ich bin erschreckt….und erschüttert… und sorry aber ich musste des loswerden——IHR HABT KEINE AHNUNG!!respekt vor der entscheidung anderer täte euch gut…..

 

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