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Love, Sex and Soul
Was macht das Geheimnis einer guten Beziehung aus? Wie kann eine Beziehung funktionieren und nicht á la Al Bundy den Bach hinunter gehen?
Wir kennen die "Ups and Downs" in unseren Freundschaften und unsere Sehnsucht geliebt zu werden. Wir geben uns ehrlich Mühe und sind doch oft wieder nur enttäuscht, wenn unser Engagement nicht erwidert wird. Das Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins kennt jeder. Manchmal kommt einem das Ganze sowieso unerreichbar vor. Gute Beziehungen, die dauerhaft sind, scheint es nur in den Köpfen oder im Märchen zu geben.
Die unbewusste natürliche Reaktion auf diese traurige Erkenntnis kann sein, dass man sich noch schneller in eine Beziehung stürzt. Wie gern möchte man doch geliebt sein und wie schnell nimmt man dafür das Risiko auf sich, sich dem Falschen ganz zu öffnen, nur um das Gefühl der Zärtlichkeit und Liebe zu erfahren. Manchmal klappt das auch für eine Zeit, meistens leider eher weniger.
Und doch ist es nicht wahr, dass es keine funktionierenden Beziehungen geben kann. Wahre Liebe ist nicht naiv. Es ist möglich, dass wir dem oder der Richtigen begegnen! Wir dürfen davon überzeugt sein, weil uns derjenige, der die Liebe erschaffen hat, schließlich auch diese große Sehnsucht danach ins Herz gelegt hat.
Wir als Christen wissen, dass die Liebe etwas mit Gott zu tun hat, weil Gott selbst die Liebe ist. Und wir wissen, dass er uns auch fähig macht die Liebe wirklich zu leben. Gerade aber jetzt, wo wir noch jung sind und auf die große Liebe zugehen möchten, geben wir die Richtung vor, wohin unser Leben einmal gehen wird.
Am Ende unserer Serie über „Love, Sex und Soul...“ geht es nun darum, die richtige Richtung für unsere Beziehungen und das heißt letztlich für unser Leben zu finden. Dabei versuchen wir wieder ein wenig außerhalb unseres Erdballs zu treten und gleichsam mit den Augen Gottes die Sachen zu betrachten.
Gott sieht die Dinge oft ein bisschen anders als wir. Wir können aber wetten, dass seine Sichtweise nicht unvernünftig ist. Johannes Paul II stellte uns in diesem Zusammenhang besonders eine Bibelstelle vor Augen, die aber von den meisten Menschen der heutigen Zeit nicht so leicht verstanden wird. Und doch ist sie eine besondere Schlüsselstelle, wie Johannes Paul sagte. Es ist der Abschnitt aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus über die Beziehung zwischen Mann und Frau:
„Einer ordne sich dem anderen unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter wie Christus, dem Herrn; denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. (...) Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. (...) Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden e i n Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche (Eph 5,21-33).“
Wenn wir normalerweise von Unterordnung usw. hören, stellt es uns alle Haare auf. Der Mann ist das Haupt der Frau? Ist es nicht genau das, was man der Kirche immer wieder vorwirft, dass die Frau unterdrückt wird? Und das soll das Geheimnis einer guten Beziehung sein? Paulus spricht ja hier vom „tiefen Geheimnis“. Wie ist das also zu verstehen?
Zuerst müssen wir ein wenig die damalige Zeit berücksichtigen. Wenn der hl. Paulus damals von Gleichberechtigung gesprochen hätte, wäre er wahrscheinlich auf taube Ohren gestoßen. Zu dieser Gesellschaft aber möchte er sagen: „Wenn ihr schon von Unterordnung sprechen wollt, dann ist das für uns Christen so, wie es in der Beziehung zwischen Christus und der Kirche ist. Für Christus heißt Haupt sein nämlich in Wirklichkeit Diener sein.“
War es nicht Jesus selbst, der seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, um allen ein Beispiel zu geben? Die Frau muss es also zulassen, dass ihr Mann ihr liebevoll die Füße wäscht. – Wäre nicht das die Art von Unterordnung, die jede Frau annehmen würde? Denn die Aufgabe der Männer ist es, „ihre Frauen so zu lieben, wie Christus die Kirche“. Und wie hat Christus die Kirche geliebt? Er hat sich für sie hingegeben, ist für sie gestorben am Kreuz. Ist das nicht das Gegenteil von jeder Unterdrückung oder Ungleichberechtigung?
Das tiefe Geheimnis einer Beziehung ist, dass sie ein Bild und ein Zeichen für die Beziehung zwischen Christus und der Kirche ist. Die Kirche kann sich Christus unterordnen, weil sie weiß, dass er sich ihr ganz hingegeben hat. Und diese Unterordnung heißt nichts anderes, als in einer vollkommenen Freiheit seine Liebe anzunehmen.
Aus diesem Vergleich folgt, dass gewissermaßen der Mann in erster Linie der ist, der liebt, und die Frau, die sich lieben lässt. Welches Mädchen möchte nicht gern in der Liebe „erobert“ werden? Sieht sie es nicht gern, wenn ein Bursch sich für sie auch lächerlich machen kann? Und sollte sich auf der anderen Seite ein echter Mann nicht selbst eher „kreuzigen lassen“, als dass er seine Frau zu etwas zwingt, sie unterdrückt oder seine Aggressionen an ihr auslässt?
Der Beziehungstipp aus dem Text des Epheserbriefes lautet also: Nehmt euch niemand anderen als Christus selbst für eure Beziehung zum Vorbild! Keiner soll den anderen dominieren, sondern ordnet euch einander unter, indem ihr gemeinsam auf Jesus schaut! Bemüht euch beide um die selbstlose Liebe. Die Frau wird sich vielleicht mehr Mühe geben müssen, ihren Mann ernst zu nehmen und ihn zu respektieren. Und der Mann wird sich darum bemühen müssen, dass er sich selbst immer mehr zurücknimmt und seine Liebe vorbehaltlos und nicht nur auf das Körperliche aus ist. Ihr lebt die Liebe nicht nur für euch, sondern ihr seid ein Zeugnis für Christus und die Kirche. Gebt euch in euren Beziehungen nicht mit weniger zufrieden, als dass ihr sie ganz im Blick auf Christus, der allein euer Herz erfüllen kann, lebt.
Wer dieses Ideal vor Augen hat, der wird sich gut überlegen, mit wem er eine Beziehung eingehen wird. Der wird nicht auf oberflächliche Flirtversuche hereinfallen. Er wird sich nicht verunsichern lassen, weil er in Christus selbst seinen festen Halt hat. Jesus gibt ein hohes Ideal für Beziehungen vor. Doch mit seiner Hilfe und unserem Bemühen ist das wirklich schaffbar, ist auch die Ehe schaffbar, die ja im Besonderen seinen Bund mit der Kirche und den Menschen sichtbar macht. Ist nicht sein erstes Gebot an die Menschen: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe? Wo sonst, wenn nicht in den Beziehungen und in der Ehe, wird das so hautnah erlebt und gelebt.
Das tiefe Geheimnis über Beziehungen und über die Ehe ist, sie als wirkliches Abbild, Zeichen und Sakrament für die Liebe Gottes zu uns Menschen zu sehen und zu leben. Wir müssen darin noch nicht perfekt sein und brauchen auch keine Angst vor Fehlern zu haben. Aber geben wir nicht auf, solange wir das Ideal vor Augen haben. Und mehr und mehr werden wir in dieses Geheimnis eindringen, indem wir uns jeden Tag neu bekehren und zu Jesus hinwenden. Er schenkt sich uns ganz wie ein Bräutigam seiner Braut in der heiligen Messe in der Eucharistie. Versuchen wir ihn immer mehr in diesem Sakrament aufzunehmen, damit wir auch immer mehr so lieben können, wie er uns liebt.
Quellen: Johannes Paul II, Theologie des Leibes, Daniel Ange, Dein Leib geschaffen für die Liebe, André Léonard, Jesus und dein Leib.
Michael Cech
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