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01.05.2007

Bischöfliches Leder

Jugendbischof Lackner über Fußball

Was denkt eigentlich ein Bischof über Fußball?
YOU!Magazin fragte beim österreichischen Jugendbischof Franz Lackner nach. Jetzt wissen wir: Fußball und Glaube – das passt zusammen wie Leder und rund.


YOU!: Letztes Jahr sahen wir Sie beim Jugendfestival in Pöllau, als Sie mit einigen Jugendlichen enthusiastisch kickten. Sind Sie selbst Fußballfan?

Lackner: Ja, natürlich.


YOU!: Haben Sie selbst einmal aktiv gespielt?

Lackner: Als Jugendlicher spielte ich bei mir zu Hause in der Steiermark in Halbenrain für den örtlichen Fußballverein in der Jugendmannschaft. Ich war linker Flügel, weil ich mit dem linken Fuß besser schießen konnte.


YOU!: Hatten Sie damals Fußballeridole?

Lackner: Aber sicher! Hans Krankl war gerade im Kommen. Prohaska spielte auch sehr gut. International waren aber Pele oder Gert Müller unsere Helden.


YOU!: Werden Sie sich die WM ansehen?

Lackner: Das habe ich auf alle Fälle vor. Aber ich werde natürlich nicht alle Spiele ansehen, dazu fehlt mir leider die Zeit. Aber die wichtigen, spannenden lasse ich mir nicht entgehen.


YOU!: Ihr Tipp: wer wird gewinnen?

Lackner: Ich glaube, dass die Brasilianer gewinnen werden. Die sind spieltechnisch gesehen einfach umwerfend. Mit dem Herzen bin ich aber doch eher bei England. Ich liebe englischen Fußball. Aber Holland hat sicher auch Chancen.


YOU!: Und was hat jetzt Fußball mit Glauben zu tun?

Lackner: Sport ist eine gute Glaubens- und Lebensschule. Besonders im Fußball kann man viel für das persönliche Glaubensleben lernen und im Glauben kann man viel für den Sport lernen. Gerade Fußball macht deutlich, dass wir eine Gemeinschaft brauchen. Niemand kann für sich allein ein Fußballmatch gewinnen. Es braucht Teamplay, damit man eine Chance hat. Auch Christsein heißt, miteinander unterwegs zu sein. In der Kirche wird aus dem „ICH“ ein „WIR“.

Außerdem geht es im Fußball auch um einen Kampf. Der Sieg muss erkämpft werden, fair erkämpft, wohlgemerkt! Auch der Glaube bedeutet oft Kampf. Christsein ist nämlich alles andere als bequem und leicht. Wir müssen uns um unseren Glauben bemühen. Kirche ist kein Belustigunsverein, wo es immer nur heiter, fröhlich zugeht. Glaube fordert vor allem heraus.

Und schließlich kann der Glaube Motivation für den Sport sein. So muss ich an den Sieg glauben, um gewinnen zu können. Ich muss auf meine Mitspieler vertrauen, um gutes Teamplay vorlegen zu können. Und der Glaube hilft mir, mit Niederlagen besser umgehen zu können, Rückschläge, ohne die es wohl nie geht, besser verkraften zu können.

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