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20.05.2007

Drei-Punkte-Wurf

Klerikale Leidenschaften

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Pater Philipp Neri OCist spielt Basketball und ist ein echter Mönch

Basketball ist nicht nur ein Sport. Schaut man Profi-Basketballern beim Spielen zu, so kann man fast eine Ähnlichkeit zu „Dancing Stars“ finden... na gut, vielleicht nicht wirklich ein passender Vergleich... Tatsache ist aber, dass Basketball auch deshalb so beliebt ist, weil es ein sehr schöner und ästhetischer Sport ist. Viele Basketballstars sind richtige Künstler im Umgang mit dem Ball. Vielleicht sind sie deshalb so berühmt. YOU! hat aber die interessante Entdeckung gemacht, dass dieser Sport eine geheime Leidenschaft auch anderer berühmter Persönlichkeiten ist.

So wollte Hollywood Schauspieler Jim Caviezel, seinerzeit der Jesus-Darsteller in „The Passion“, ursprünglich Profi-Basketballer bei der NBA werden. Aber auch Mönche sind diesem Spiel nicht abgeneigt, und frönen neben Gebet und Buße dieser Leidenschaft. Einen solchen Mönch haben wir in dem jungen Zisterzienser-Pater Philipp Neri aus dem berühmten Stift Heiligenkreuz bei Wien gefunden. Vor seinem Eintritt ins Kloster hatte er in einem Verein gespielt und auch jetzt zieht er noch gelegentlich seine Basketballschuhe an. Warum Mönche auch Basketball spielen und was er über seine Leidenschaft Basketball zu sagen weiß, das hat er YOU!Magazin erzählt...


YOU!: Pater Philipp, seit wann spielst du Basketball?

P. Philipp: Angefangen habe ich mit diesem Sport vor 12 Jahren. Ich war gerade 14 und im Turnunterricht haben wir immer besonders viel Basketball gespielt. Damals ist dieser Sport gerade so richtig berühmt geworden. Es war die Zeit, als Michael Jordan mit seinen Chicago Bulls die ersten 3 Championships holte und die NBA (National Basketball Association, das ist die höchste Basketball-Liga in den USA, Anm.) eine noch nie dagewesene Berühmtheit genoss. Es war also „in“ und das hat mich zusätzlich motiviert. Ich habe zuerst auf Freiplätzen gespielt und erst mit 17 Jahren begann ich im Verein.


YOU!: Was gefällt dir daran besonders?

P. Philipp: Das Schöne ist die Schnelligkeit, mit der gespielt wird. Man muss nicht, wie z.B. beim Fußball, lange auf ein Tor warten, sondern es fallen ständig Körbe. Darüber hinaus ist der Nervenkitzel weit größer, denn oft werden Spiele erst in der letzten Sekunde durch sogenannte Buzzer-Beater (Würfe, die beim Ertönen des Schluss-Signals in den Korb gehen) entschieden.


YOU!: Ist es üblich, dass Mönche Sport machen?

P. Philipp: Vor vielleicht 100 Jahren war es sicherlich nicht so normal. Aber heute, wo die tägliche körperliche Bewegung durch unseren Lebensstil wesentlich eingeschränkt ist, kommt man, meiner Meinung nach, am nötigen Ausgleich nicht vorbei. Und wenn ich daran denke, dass Pater Cornelius - unser ältester Mitbruder (98) – noch mit 80 Jahren Tennis gespielt hat, glaube ich, Sport für Mönche als „sehr gesund“ definieren zu können. Wir junge Brüder können relativ regelmäßig einmal pro Woche Basketball spielen. Die meisten meiner Mitbrüder betreiben Sport. Bei uns im Kloster gibt es z.B. noch einen Kraftraum, wo man mit Gewichten arbeiten kann, oder man geht in den Wald laufen.


YOU!: Also beten Mönche doch nicht die ganze Zeit?

P. Philipp: Du kannst auch Sport als Gebet sehen. Zumindest kann man bei jedem Sport große Parallelen zum Glauben ziehen. Bei Basketball geht es nicht nur darum, stets seine Skills zu verbessern, sondern sich auch in eine Mannschaft eingliedern zu können. Einerseits mutig genug zu sein, um in entscheidenden Situationen Verantwortung zu übernehmen, aber auch die Uneigennützigkeit zu besitzen, den Ball an Mitspieler abzugeben. Mit der Zeit bekommt man so einen „Sensus“ für das Miteinander.

Ein gutes Beispiel dafür sind für mich die Chicago Bulls: Sie mussten lernen, dass sie nicht nur aus ihrem besten Spieler, Michael Jordan, bestehen, sondern nur als Team wirklich Bestand haben können, wenn es darum geht, Meisterschaften zu gewinnen. Ich finde das Statement beachtlich, das Jordan lieferte, als er 1998 bei den Bulls aufhörte: „Das, woran ich mich am meisten erinnern werde, ist die Art und Weise, wie wir es verstanden haben, miteinander als Team zu spielen.“


YOU!: Wenn du ein Dream-Team aufstellen würdest, wer wäre dann dabei?

P. Philipp: Ha, natürlich ich! ;-) Nein, im Ernst. Im Moment würde ich folgende 5 Spieler nehmen: Steve Nash und Dwyane Wade als Guards, Dirk Nowitzky und Tracy McGrady als Fowards und Tim Duncan als Center.


YOU!: Hattest du irgendein besonders cooles Basketball-Erlebnis?

P. Philipp: Es gibt so Tage, an denen der Korb so groß ist wie eine Regentonne und da gehen alle Würfe rein. Das ist ein tolles Gefühl und kam schon ein paar Mal vor! Aber großartig sind auch die Tage, wenn das Team so richtig stimmt, wenn Spielfluss da ist und man eine echte Einheit geworden ist und dann die besten Pässe aus dem kleinen Finger geschüttelt werden.


Steckbrief Pater Philipp

Alter: 25
Körpergröße: 177 cm
Lieblingsspieler in der NBA: Steve Nash (Der Typ hat einfach Spaß an dem, was er macht.)
Geheimes Basketball-Idol: Michael Jordan
Von 10 Freiwürfen gehen in den Korb: üblicherweise 6
Bevorzugte Wurfposition: 4-5m schräg vom Korb entfernt
Dein Gebet vor einem Spiel: Gib mir den Blick für die guten Situationen und entfache in allen Spielern das leidenschaftliche Feuer an einem guten Spiel!


Jesus-Darsteller Jim Caviezel als Basketball-Profi

In der NBA gibt es Basketballstars, die auch weit über Landesgrenzen hinweg bekannt sind. Legendär und fast jedem ein Begriff ist der Name Michael Jordan. Es gibt auch Menschen die zwar eine NBA Karriere anstrebten, dann aber in einem ganz anderen Bereich ein Star geworden sind. Bestes Beispiel ist Jim Caviezel, der aktuell neben Denzel Washington und Val Kilmer in „Deja Vu“ zu sehen ist, wo er einen psychopathischen Terroristen spielt. Bekannt wurde er vor allem durch „The Passion of the Christ“, aber auch durch Filme wie „The Final Cut“ (2004), „High Crimes“ (2002), „Der Graf von Monte Cristo“ (2002) oder „Frequency“ (2000).

Jim Caviezel ist quasi mit dem Basketball aufgewachsen. Sein Vater, seine drei Schwestern und sein Bruder spielten alle im College Basketball. Auch er selbst entdeckte schon als Kind seine Leidenschaft für diesen Sport und träumte davon, mal in der NBA zu spielen. Während seiner Schulzeit und später im College spielte er für verschiedenste Basketballmannschaften. Eine plötzliche Fußverletzung setzte der Sportkarriere ein frühes Ende. Da er ein Talent hatte, seine Teammitglieder und Lehrer humorvoll zu imitieren, schlug sein Coach vor, sich dem Schauspielen zuzuwenden. Und so musste er eben Schauspieler werden...


Basketball Regeln für Dummies

Das Ziel des Spieles ist es, den Basketball so oft wie möglich in den gegnerischen Korb zu werfen. Lange Zeit war das meine ganze Vorstellung von Basketball, doch da ist noch wesentlich mehr dran. Gespielt wird 4x12 Minuten (reine Spielzeit) und bei Punktegleichstand wird das Spiel immer um je 5 Minuten verlängert, bis eine Mannschaft (bestehend aus 5 Spielern) die Führung übernimmt. Ein (Feld)Korb zählt zwei Punkte. Für einen Distanztreffer, der aus 6,25 Meter Entfernung von Korbmitte erzielt wird, erhält man drei Punkte. Diese Distanz wird von der sogenannten Drei-Punkte-Linie markiert. Ein verwandelter Freiwurf bringt eine Mannschaft um einen Punkt weiter.

Nach der Ballannahme kann der Spieler passen, drippeln (einhändig) oder werfen. Entscheidet er sich fürs Drippeln, kann er, nachdem er es beendet hat, nicht noch einmal damit beginnen. Nun muss er passen bzw. werfen, wobei er dabei maximal zwei Schritte machen darf. Er darf aber den Ball auch nur fünf Sekunden halten. Seine Mannschaft muss den Ball innerhalb von zehn Sekunden aus der eigenen Spielhälfte herausspielen und innerhalb von 24 Sekunden einen Korbwurf unternehmen.

Dominik Lapka

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YOU! Redakteur Dominik im Gespräch mit Pater Philipp
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Jesus Darsteller Jim Caviezel war auf dem Weg zum Basketball-Profi

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