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20.05.2007

9 Tage unter Bären

Kanadischer Überlebenskampf

Essen und nicht gefressen werden...

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Zwei Himmelhunde auf dem Weg...

Wir kennen uns heute fast nur mehr aus mit Web-Blogs, Podcasts und iTunes, sind aber ratlos, wenn wir durch einen Wald gehen. Viel zu oft haben wir die eigentliche Schönheit unserer Welt vergessen. Zeit also, dass man manchmal der Wirklichkeit, der Natur begegnet. Und wie sieht’s mit dir aus? Wie weit bist du ein Abenteuer-Freak? Könntest du in der Wildnis überleben?

Die Abenteuerlust drängte Menschen schon seit je her auf neue Entdeckungsreisen. Und auch mich und meinen Freund Patrick, zwei Großstadtmenschen, drängte es auf eine Reise in die Wildnis. Wir wollten abseits der Zivilisation unsere Herausforderung erleben. Wir wollten wissen, wie man ohne Ausrüstung in der Wildnis überleben kann. Denn was wäre, wenn wir uns plötzlich einige Tage a la Robinson Crusoe leben müssten? Oder wenn wir nach einem Flugzeugabsturz in einer menschenleeren Gegend fest sitzen würden? Hätten wir mehr Angst vor dem Verhungern oder vor dem Gefressen werden? Hätten wir uns ein Feuer machen können? Hätten wir überlebt?


Die Wildnis

Wir wollten es also wissen! Unser Ziel war es, mit einigen wenigen Ausrüstungsgegenständen 9 Tage lang in der Wildnis zu leben und zu lernen, was die Natur uns alles bieten kann. Zahlreiche Survival- und Bären-Bücher hatten sich auf unseren Tischen schon gestapelt, als wir im September 2005 nach unserem Vorbereitungs-Training endlich bereit waren, in die Wildnis Kanadas zu reisen. An der Grenze zu Alaska erstreckt sich das Yukon-Territorium, das mit einer Einwohnerdichte von 0,06 Einwohnern pro qkm für unser Vorhaben ideal war (Österreich hat im Vergleich 98 Einwohner pro qkm). Da aber die Wildnis nicht nur menschenleer sondern auch wild sein sollte, wollten wir in die bärenreichste Gegend reisen: Bear Creek! Wo soll die Wildnis sein, wenn nicht dort?


Die Herausforderung

So packten wir unsere Sachen in einen kleinen Rucksack: Messer, Zündhölzer, Schnur, Schlafsack, Poncho, für jeden Tag 1 Kabanossi und etwas Reis, Fotoapparat und nur noch einige Kleinigkeiten. Kein Zelt, keine Isomatte, kein Kocher, keine schweren Bergschuhe - all das sollte zu Hause bleiben, denn auch unsere Vorfahren sind ohne all das gut zu Recht gekommen. So mussten auch wir es schaffen können. Hoch motiviert und gut vorbereitet drangen wir immer tiefer in unbekannte Gebiete vor.

Am Anfang kamen wir nur langsam voran, denn hinter jedem Baum und jedem Busch vermuteten wir einen Bären. Wir versuchten alle Regeln zu beachten (siehe Kasten) und obwohl wir viele Bärenspuren fanden, bekamen wir selbst nach einigen Tagen (leider) keinen zu Gesicht. Dennoch wurde die Herausforderung immer größer, denn das wenige Essen, die beginnende Winterkälte (bis – 8 Grad) und körperliche Anstrengungen machten uns das Leben schwer.

Aber Not macht erfinderisch und nach der ersten klirrenden Nacht, in der wir zitternd vor dem Lagerfeuer saßen, schafften wir Abhilfe: Wir bauten uns eine Ponchohütte mit einen Steinofen. Eine Meisterleistung unserer Baukünste!

So verbrachten wir 9 Tage in der Wildnis, stellten uns den immer neuen Herausforderungen und versuchten, das Beste daraus zu machen. Schließlich kamen wir wieder ganz und heil in die Zivilisation zurück. Wir haben überlebt und waren um einige Erfahrungen reicher. Und obwohl wir uns sehr bemüht hatten, einen Bären zu sehen, bekamen wir keinen zu Gesicht (nur einmal zu hören). Wahrscheinlich haben sich unsere Schutzengel mehr bemüht und alle Bären von uns zwei Wahnsinnigen weggescheucht. Wir wussten jetzt auch, wie dieses wunderbare Land zu seinem Namen gekommen war, denn es war wirklich „kana da“ in Kanada.


Der Lohn

Viele schütteln den Kopf und können nicht verstehen, wieso man all die Bequemlichkeiten und Sicherheiten des Alltags aufgeben sollte, nur um ein Abenteuer zu erleben. Was soll das bringen? Soll Zittern und Hungern etwa Spaß machen? Welchen Lohn hat man dafür? Für uns beide hat sich die Reise auf jeden Fall gelohnt. Wir erlebten wahre Freundschaft, sahen unglaubliche Landschaften und einmalige Naturschauspiele, wie etwa die wunderschön flackernden Nordlichter. Vor allem aber konnten wir drei Dinge lernen:

Wir lernten erstens was es heißt zu überleben und mit welchen einfachen Tricks man sich das Leben in der Wildnis sehr erleichtern kann. Es wurde uns klar, dass Survival eigentlich Improvisation bedeutet. Denn letztendlich kommt es immer darauf an, was man aus den gegebenen Bedingungen macht. (Vielleicht ist das auch ein Tipp für unseren Alltag...)

Zweitens lernten wir uns selbst besser kennen, indem wir uns an unsere Grenzen herantasteten. Wie erlebten, was für uns alles möglich ist und mit wie wenig Essen wir eigentlich auskommen können. Hätten wir uns denken können, dass wir über eine Woche lang mit weniger als 400kcal (anstatt normal 2000-2500) täglich gut leben können?

Und drittens lernten wir wieder all das schätzen, was für uns im Alltag schon selbstverständlich geworden ist: Essen, ein gemütliches Bett, warmes Wasser, liebe Menschen... Wir lernten wieder dankbarer zu sein, für das, was wir haben, und erinnerten uns daran, dass es wohl kaum Gründe gibt, jammernd durch die Welt zu gehen.

Dominik Lapka, Patrick Mocker

Weitere Infos und Fotos findet ihr auf www.abenteurer.at

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Mmhhmmm
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Kanadische Nordlichter
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Home, sweet home...

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