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20.05.2007

Parkour

Matrix grüßt Spiderman...

Es sieht fast so aus wie in Matrix oder Spiderman. Wer das erste Mal Parkour-Läufer sieht, hält es nicht für möglich. Wie in einer Computerwelt, fast schwerelos mit genauester Körperbeherrschung bewegen sie sich durch die Stadt. Je mehr Geländer, Wände oder Zäune, desto besser. Barrieren und Gerüste sind keine Hindernisse und Einschränkungen. Sie sind die Herausforderung! Einfach durch die Stadt zu laufen und dabei jegliche im Weg stehenden Hindernisse sicher, effizient und fließend zu bewältigen - das ist die Herausforderung von Parkour.

Parkour ist „l’art du déplacement“, die Kunst der Fortbewegung. Ich bin zwar überzeugt, dass sich die meisten von uns irgendwie fortbewegen können. Doch wie schaut es aus, wenn vor uns eine zwei Meter hohe Wand stehen würde oder sich unter uns ein dreistöckiger Abgrund eröffnete oder uns verschiedene Balustraden den Weg versperren würden. Ehrlich gesagt, wenn ich es überhaupt schaffe diese Hindernisse zu überwinden, würde es sich dabei sicher nicht um Kunst handeln. Eher würden meine Versuche an die Bewegungen einer überdimensionalen Schildkröte erinnern. Was die Traceure – so nennen sich die Parkour-Ausübenden – unter Kunst verstehen ist nämlich etwas ganz anderes.

Es geht dabei nicht nur um die Überwindung der Hindernisse, sondern um die Verbindung von Ästhetik, Balance, Dynamik, Effizienz und Präzision. Der Traceur versucht sich auf seine Umgebung einzulassen, ganz gleich ob es in der Stadt oder der Natur ist. Er setzt seine Sinne gezielt ein. Er bezieht seine Kreativität mit ein und überwindet fließend und dynamisch die gegebenen Hindernisse. Bei Parkour geht es nicht um einen Wettkampf mit anderen Traceuren. Es ist eher der Wettkampf mit sich selbst und seiner Motivation, um sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen.


Ursprünglich aus der Feuerwehr

Begründet wurde Parkour von David Belle. 1973 geboren, war er schon als Kind beeindruckt von den besonderen körperlichen Fähigkeiten seines Vaters, der bei einer Eliteeinheit der Feuerwehr arbeitete. David lernte von ihm Hindernisse auf sportliche Art und Weise zu überwinden. Das Training im Laufen, Springen, Überqueren, Klettern und Balancieren bildete die Grundlage für seine erstklassige Körperbeherrschung. Mit 15 Jahren zog David mit seiner Familie von der Normandie in eine Kleinstadt südlich von Paris. Aus den spielerischen Verfolgungsjagden und Hindernisläufen mit anderen Kindern entwickelte sich immer mehr ein Sport. Schwierigkeitsgrade, Höhen und Weiten wurden gesteigert. Im Laufe der Zeit wurden Mauern, Zäune, Baugerüste, später sogar ganze Hochhäuser und Gebäudefassaden vom unüberwindbaren Hindernis zum kreativen Spielplatz uminterpretiert.


Nichts von Übermut

Parkour hat aber nichts mit waghalsigen und übermütigen Aktionen zu tun. Alle Übungen und Sprünge werden unter völliger Kontrolle ausgeführt. Man tastet sich an seine Grenzen heran und erweitert sie systematisch. Wenn ein Traceur sich nicht sicher ist, ob er etwas schafft, dann wird er es nicht tun oder sich langsam herantasten. Ein kontinuierliches Training von Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer bildet die Grundlage für die körperliche Fitness. Außerdem werden auch geistige Fähigkeiten geschult, wie zum Beispiel Entschlossenheit, Bescheidenheit, Anpassungsfähigkeit, Flexibilität oder Kreativität.


Klein anfangen

Hat man bis jetzt Hindernisse eher in Schildkröten-Manier überwunden, sollte man auf jeden Fall klein anfangen. Als Einstieg kann man einfache Sprünge und Bewegungen am Boden üben. Einer dieser Grundlagensprünge ist der Präzisionssprung, in Originalsprache „saut de précision“. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen Sprung mit einer präzisen Landung, z.B. auf einer Stange oder schmalen Mauer.

Um maximale Präzision und Kontrolle zu erreichen, landet man nur auf dem Fuß-Ballen. Du kannst ihn am Boden üben und die Sprungweite in „Füßen“ abmessen. So bekommst du mit der Zeit ein besseres Gefühl für Entfernungen und Strukturen und deine Schuhgröße wird quasi zum Maßstab deiner persönlichen Sprungweite.

An Ausrüstungsteilen braucht man außer lockerer Sportkleidung nur gute Schuhe. Sie sollten leicht und bequem sein, guten Halt bieten und auch möglichst über gute Dämpfungseigenschaften verfügen.

Seit Jänner 2005 besteht die Parkour Worldwide Assoziation (PAWA). Sie wurde von David Belle gegründet und hat das Ziel Parkour originalgetreu zu zeigen, zu vermitteln und weiterzuentwickeln.


Basic Moves:

Ein Hindernis kann man auf unterschiedlichste Weise überwinden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, so lange die Movements sicher und effizient sind. Dennoch gibt es in Parkour einige Grundbewegungen, die besonders wichtig sind und immer wieder zur Anwendung kommen. Hier einige Beispiele:

Roullade – die Rolle – wird nach Sprüngen eingesetzt, um die Fallenergie zu transferieren. Dabei rollt man sich diagonal über den Rücken ab. Diese Technik ist eine der wichtigsten Bewegungen und sollte schon früh erlernt und trainiert werden.

Saut de chat – der Katzensprung – ist dem Hocksprung aus dem Turnen sehr ähnlich. Er eignet sich gut für weite Sprünge oder um präzise zu landen.

Passe muraille – Mauer Überwindung – dazu zählen jene Bewegungen, die dazu benutzt werden, eine Mauer (oder Ähnliches) zu überwinden. Meistens stößt sich der Traceur an der Mauer nach oben ab, um mehr Höhe zu gewinnen. Auch die Arme werden effektiv eingesetzt.

Saut de bras – der Armsprung – dabei springt man an ein Objekt und landet in einer hängenden Position. Die Beine erreichen das Objekt zuerst, um den Aufprall zu bremsen, und ein sicheres, kontrolliertes Greifen der Hände zu ermöglichen.

Tic-tac – dabei stößt man sich an einem oder mehreren Objekten ab, um an Höhe oder Distanz zu gewinnen.

Dominik Lapka

Web-Tipp: www.pawa.de

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Zwischen Leichtsinn und Übermut?
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Quer durch die Stadt...auf einer Geraden

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30.04.2008
ich hab das ma im fernsehen gesehen das is voll krass aber die stürze halt nicht so
genial
von: christin02
18.12.2007
habe hier mal noch ein cooles Video gefunden

http://de.youtube.com/watch?v=KwVLLn19xAI

grüße

 

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