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06.03.2008

Der Krieg des Charlie Wilson

in Afghanistan

Geht es mir wirklich um den anderen?

von Michael Cech

Charlie Wilson (Tom Hanks) ist Kongressabgeordneter der achtziger Jahre. Momentan beschränken sich seine Tätigkeiten eher darin, sich um Pfadfindergruppen und Weihnachtskrippen-Stellplätze zu sorgen. Das kümmert ihn aber nicht weiter, denn seine blonden Sekretärinnen und ein gutes Gläschen Whiskey lassen ihn sein Leben freudvoll genießen.



Doch dann sieht er – bei einer Whirlpool-Party – einen Fernsehbericht über Afghanistan, wo die sowjetischen Besatzer ziemliche Gräueltaten anrichten. Die steinreiche Society-Lady Joanne Herring (erblondete Julia Roberts) tut dann noch das Ihrige dazu, und Charlie Wilson beginnt seine Kontakte zu nutzen und stürzt er sich in einen Rettungseinsatz, und das noch dazu ziemlich geschickt. Es ist damals die Zeit des Kalten Krieges. So bringt er die US-Regierung dazu, in geheimer Mission die Afghanen gegen die Russen zu bewaffnen.



Das Unglaubliche an der Geschichte ist, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Der echte Wilson lebt heute in Texas. Dieser brachte es mit dieser Aktion tatsächlich zustande, dass die Sowjets ihre Besatzung aufgaben und abzogen.

Doch die Frage, die sich auch der Film – der übrigens mit einer großen Portion Humor zu einem ernsten Thema scharfsinnig in Szene gesetzt ist – zum Schluss stellt, ist: Was ist davon geblieben? Die einen wurden vertrieben – den anderen wurden Möglichkeiten zum Radikalismus gegeben.



Im Film versucht Wilson nach gelungener Mission die US-Regierung zu überzeugen, jetzt weiter und erst recht in den Wiederaufbau des von Leid erschütterten Landes zu investieren. Aber nachdem die Sowjets geschlagen waren, kümmerte das niemand mehr.

Wer lieber in den Krieg und Politik investiert als in den Menschen, um wirklich Not zu wenden, der braucht sich nicht wundern, wenn so etwas auf einen selbst zurückfällt. Wie sagt es das alte Sprichwort: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück...



Und ist das nicht in unserem eigenen Leben genauso? Dort, wo wir etwas davon haben können, dort helfen wir gerne. Aber geht es uns dabei wirklich um den anderen? Eine Frage, die wir nicht nur den Politikern und der US-Regierung stellen sollten. Wo sehen wir mehr uns selbst als den anderen? Kann ich mich für etwas oder für andere mit einem genauso großen Engagement einsetzen, wenn ich nichts dafür zu erwarten habe? Obwohl, eine Sache gibt es immer, die man dafür erhält: eine reife Persönlichkeit und eine größere Fähigkeit zu lieben. Und das ist immer etwas. Abgesehen davon wird man nur so die Welt gestalten. Denn wie man in den Wald hineinruft...

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