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25.01.2008

August Rush

Musik ist überall

„Musik ist die Gedächtnisstütze vom lieben Gott, dass es etwas Größeres gibt, als uns alle.“

von Magdalena Trauttmansdorff

Seit genau zehn Jahren und sechzehn Tagen lebt Evan (Freddie Highmore) in einem Waisenhaus im Staat New York. Er weiß nicht, wo er herkommt und wer seine Eltern sind, aber einer Sache ist er sich ganz sicher: Sie sind irgendwo da draußen, und er wird sie finden. Geduldig wartet er und lässt sich durch nichts und niemanden von seiner unerschütterlichen Hoffnung abbringen. Schließlich reißt er aus und schlägt sich nach New York City durch, wo ihn der zwielichtige Vagabund Wizard (Robin Williams) unter seine Fittiche nimmt. Dieser ist Herr über eine Schar elternloser Kinder, die in einem verfallenen Theater leben und als Straßenmusikern Geld verdienen. Wizard hat mit Evan Großes vor, denn er erkennt bald seine einzigartige Begabung: die Musik. Wo andere Lärm und Krach wahrnehmen, hört er Rhythmus und Melodien – die ganze Welt ist für ihn eine Symphonie. Er, der noch nie ein Instrument in der Hand hatte, lernt in Windeseile Gitarre spielen und feiert unter dem Künstlernamen „August Rush“ Erfolge als Straßenmusiker. Wizard reibt sich in Erwartung des großen Geldes die Hände, aber Evan hat anderes vor: Er will die Musik dazu verwenden, um seine Eltern auf sich aufmerksam zu machen.

Diese ahnen jedoch nicht einmal, dass er existiert. Lyla (Keri Russel), eine erfolgreiche Jung-Cellistin und Louis (Jonathan Rhys Meyers), ein irischer Rockmusiker, begegnen sich elf Jahre zuvor in einer magischen Nacht über den Dächern von New York, die alles für sie verändert. Lylas ehrgeiziger Vater sieht aber die viel versprechende Laufbahn seiner Tochter gefährdet und verbietet ihr den Kontakt zu Louis. Doch die Nacht ist nicht ohne Folgen geblieben – Lyla ist schwanger. Als sie in einen Unfall verwickelt wird, nützt ihr Vater die Gelegenheit und lässt sie in dem Glauben, sie habe eine Fehlgeburt erlitten. Evan wird heimlich zur Adoption freigegeben.

Ein Jahrzehnt später haben Lyla und Louis einander immer noch nicht vergessen: Sie arbeitet in Chicago halbherzig als Musiklehrerin und hat ihr Cello seit Jahren nicht angerührt, und er hat die Band verlassen und macht als Geschäftsmann an der Westküste Karriere. Beide versuchen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, doch sie holt sie ein: Als Lyla von ihrem sterbenden Vater erfährt, dass sie einen Sohn hat, setzt sie alles daran, um ihn zu finden. Auch Louis hat sich inzwischen auf die Suche nach Lyla gemacht, denn seine Sehnsucht lässt ihm keine Ruhe...

August Rush ist märchenhaft und doch realistisch. Der Film erzählt die Geschichte dreier Menschen, die kaum etwas voneinander wissen, aber trotzdem untrennbar miteinander verbunden sind. Evan, Lyla und Louis erfahren, dass sie sich – jeder auf seine eigene Weise – den Verlusten der Vergangenheit stellen müssen, um ihren Platz im Leben zu finden. Evans unbeirrbarer Glaube an die Liebe seiner Eltern lässt ihn auch auf den Straßen New Yorks die Hoffnung nicht verlieren, doch es ist nicht der kleine „Oliver Twist mit Gitarre“, der die Hauptrolle spielt – es ist die Musik. Warum hat sie so viel Kraft, Dinge zu beeinflussen und zu bewirken? Sie weckt Erinnerungen, bildet Freundschaften, stellt Fragen und ermöglicht schließlich, dass sich in den Häuserschluchten einer Millionenstadt drei Menschen wiederfinden, die sich vor langer Zeit verloren haben. Eine Antwort darauf hat vielleicht der Vagabund Wizard gefunden: „Musik ist die Gedächtnisstütze vom lieben Gott, dass es etwas Größeres gibt, als uns alle.“

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