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Es ist Krieg in Afghanistan. Die Konflikte werden immer komplexer, verstrickter und undurchschaubarer. Die Probleme sind kompliziert, denn neben Politik und Militä...
von Veronika Schneyder
Es ist Krieg in Afghanistan. Die Konflikte werden immer komplexer, verstrickter und undurchschaubarer. Die Probleme sind kompliziert, denn neben Politik und Militär spielen die Medien eine immer größere Rolle. Oscar-Gewinner Robert Redford beleuchtet all diese Aspekte in einem packenden Kinostreifen mit Starbesetzung.
Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Pena) sind ganz normale Studenten an einer kalifornischen Universität – bis die beiden, angespornt von ihrem idealistischen Professor Dr. Malley (Robert Redford), beschließen, aus ihrem Leben etwas Sinnvolles für ihr Land und die Menschheit zu tun: Sie melden sich freiwillig für den Kriegseinsatz in Afghanistan. Dr. Malley, der seinerzeit selbst im Vietnamkrieg kämpfen musste, ist von diesem Entschluss einerseits zwar beeindruckt, andererseits möchte er ihnen jedoch klar machen, dass man nicht unbedingt sein Leben in einem Krieg riskieren muss, um die Welt zu verändern. Der Versuch, sie zurückzuhalten, bleibt ohne Erfolg.
Der Lage spitzt sich zu
Während Arian und Ernest in Hindukusch bald nur noch ums nackte Überleben kämpfen, werden sie unbewusst zum Bindeglied zwischen zwei scheinbar unzusammenhängenden Gesprächen an der West- und Ostküste der Vereinigtem Staaten: Dr. Malley – noch immer etwas bestürzt von Arians und Ernests Entscheidung – bestellt Todd (Andrew Garfield), einen unmotivierten, aber begabten Studenten aus wohlhabendem Elternhaus, zu sich ins Büro, um ihn anzuspornen, seine Talente für das Gute einzusetzen. Zeitgleich versucht in Washington D.C. der charismatische Präsidentschaftskandidat, Senator Jasper Irving (Tom Cruise), eine erfahrene und ambitionierte TV-Journalistin (Meryl Streep) mit einer brisanten Story über eine neue Taktik in Afghanistan zu manipulieren, um das amerikanische Volk auf seine Seite zu bringen.
Während Argumente, Erinnerungen und Gewehrschüsse durcheinander fliegen, verstricken sich die drei unterschiedlichen Episoden immer mehr ineinander und machen deutlich, welch wichtigen Einfluss die Handlungen jedes einzelnen Akteurs haben können.
Für Ideale bis ans Letzte gehen
In dem Film „Von Löwen und Lämmern“ geht es um Ideale, darum, etwas zu verändern, sich einzusetzen für etwas, an das man glaubt. Was bewegt zwei Studenten aus eher ärmlichen Verhältnissen, die von ihrem eigenen Land sicherlich nie besonders „bevorzugt“ wurden, sich gerade für dieses Land im Kampf um Leben und Tod einzusetzen? Sie glauben daran, durch ihren Einsatz etwas verändern zu können, und zwar zum Guten. Das schon allein gibt ihnen die Kraft und den Willen, bis ans Letzte zu gehen.
Seine Talente nicht vergraben
Ein Professor, der seine Studenten unterstützt, ihre Talente erkennt und versucht das Beste aus ihnen herauszuholen. Auch er kämpft auf seine Weise und versucht die Welt, in der er lebt, ein kleines Stück besser zu machen, indem er junge Menschen dazu auffordert, darüber nachzudenken, welchen tieferen Sinn ihr Leben haben könnte. Diese Frage, die sich jeder irgendwann einmal stellt, die man jedoch bewusst zulassen muss anstatt vor ihr wegzulaufen. Jeder Mensch ist einzigartig, mit seinen ganz persönlichen Talenten und Eigenschaften. Von Gott hat jeder einen ganz konkreten Platz in dieser Welt zugeordnet bekommen. Und in jedem Moment hat er die Freiheit, sich entweder dafür zu entscheiden, seine Talente einzusetzen und vielleicht sogar ein kleines Wunder zu wirken, oder aber sie „zu vergraben“.
Grenzen ziehen zwischen gut und böse
Am anderen Schauplatz des Films sehen wir einen Senator, dem es einzig und allein um Macht geht, koste es, was es wolle, auch Menschenleben, wenn es sein muss. Der Krieg selbst ist für ihn eigentlich nur Mittel zum Zweck, und zwar um die eigene Beliebtheit zu steigern. Das zeigt uns, dass man auch für falsche Ideale sein Leben und das Leben anderer aufs Spiel setzen kann. Wenn es hier um einen Krieg geht, ist es für uns sicherlich noch leicht zu erkennen, was die richtigen und was die falschen Ideale sind. In unserem Alltag sieht das oft schon viel schwieriger aus. Wie leicht können hier die Grenzen zwischen gut und böse, richtig oder falsch verschwimmen! Und bald jagt man Zielen nach, die schon lange nichts mehr mit Werten wie Liebe, Freundschaft, Treue, Großzügigkeit, Glaube oder Hoffnung zu tun haben...
Von Löwen und Lämmern und Schafen und Wölfen
Wenn man den Titel „Von Löwen und Lämmern“ frei übersetzen möchte, könnte man ein Zitat aus dem Evangelium dazu heranziehen: „Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Lk 10,3). Bedeutet das nicht, dass jeder von uns aufgerufen ist, für seine Ideale einzutreten, auch bzw. gerade dann, wenn es nicht so einfach ist, wenn wir von anderen vielleicht ausgelacht oder verachtet werden? Maximilian Kolbe, ein polnischer Priester, der sein Leben in einem Hungerbunker im Zweiten Weltkrieg für einen Familienvater aufgeopfert hat, sagte einmal: „Man muss sein Leben für seine Ideale aufopfern und darf seine Ideale nicht seinem Leben unterordnen!“ Ein starker Satz von einem Heiligen, der auch wirklich zu hundert Prozent danach gelebt hat.
In drei Teilen der Welt sehen wir, was in einer Stunde passieren kann, wie Menschenleben und Einstellungen beeinflusst und verändert werden können. Sind wir uns eigentlich bewusst, wie viel eigentlich wir in einer Stunde unseres Lebens beeinflussen können?
„MAN MUSS SEIN LEBEN FÜR SEINE IDEALE AUFOPFERN UND DARF SEINE IDEALE NICHT SEINEM LEBEN UNTERORDNEN!“
MAXIMILIAN KOLBE
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