rudolf cms image
25.07.2007

Ocean’s Thirteen

Gaunerei ganz groß

Wenn jeder sein Talent einbringt, kann man Großes erreichen

von Magdalena Trauttmansdorff

Danny Ocean (George Clooney) ist wütend. Sein Freund und Mentor Reuben (Eliot Gould) ist vom Hotel-Tycoon Willy Bank (Al Pacino) bei einem Deal kräftig übers Ohr gehauen worden - jetzt liegt er mit Herzproblemen im Krankenhaus, und Danny sinnt auf Rache.

Die Bande, mit der er schon erfolgreich mehrere Casinos geknackt hat, hat inzwischen eigene Wege eingeschlagen und lebt in allen Windrichtungen zerstreut. Doch wenn es um ihren Freund Reuben geht, kennen sie keinen Spaß - und so versammelt sich die schräge Truppe in Las Vegas, um es Willy Bank heimzuzahlen.




Dieser steckt mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung des „Bank“, eines Casino-Hotels in Vegas, das zum heißesten Hotel am Strip werden soll. Bisher hat er noch jedes Mal alle Preise und Auszeichnungen kassiert, und so soll es auch weitergehen. Im Hotel ist alles vom Feinsten, die Spieltische blitzen und der Computer, der die Slot-Maschinen und Überwachungssysteme steuert, gehört zu den sichersten der Welt. Kurzum, das „Bank” ist eine Burg, die nicht einnehmbar ist.

Doch es wären nicht Ocean’s Thirteen, wenn Danny und seine Männer das nicht anders sehen würden. Nicht nur haben sie den Plan, am Eröffnungsabend sämtliche Systeme zu manipulieren, damit die Gewinne der Gäste ins Unermessliche steigen. Sie wollen Mr. Bank außerdem dort treffen, wo es ihm am meisten schmerzt - in seinem Stolz. Willy Bank rechnet fix mit den „Five Diamonds“, der Auszeichnung für die beste Neueröffnung, und das soll ihm dieses Mal gründlich versalzen werden.

Und während Willy Bank seine Fliege zurechtrückt und die Würfel poliert, zieht die Bande alle Register, um den größten Coup aller Zeiten zu landen.




Mit Ocean’s 13 sind Hollywoods begehrteste Panzerknacker zum dritten Mal am Werk, und es geht kein bisschen leiser zu. Gewürzt mit coolen Sprüchen, Insider-Witzen und intelligentem Klamauk geht die Geschichte in rasendem Tempo über die Leinwand. Wer von der schwachen Story bei Oceans 12 enttäuscht war, darf hier wieder etwas aufatmen - trotzdem hat der Film wenig Tiefgang und lebt vor allem von den bekannten Gesichtern und der Tatsache, dass Clooney, Pitt, Damon, Pacino & Co. (die übrigens auch im wirklichen Leben bestens befreundet sind) das gemeinsame Schauspielen sichtlich Spaß macht.

Im Film funktioniert der Plan auch nur, weil alle 13 gemeinsam an einem Ziel arbeiten, und das gut organisiert. Jeder hat sein Talent. Jeder bringt seine spezifische Fähigkeit ein. Jeder ist zur rechten Zeit auf seinem Posten. Dann kann man die unmöglichsten Dinge verwirklichen. Das macht die ganze Geschichte unabhängig vom Inhalt auch so faszinierend.

Inhaltsmäßig bleibt es natürlich ein Gaunerstück, aber sonst steht vor allem die Freundschaft im Vordergrund - es geht dieses Mal gar nicht ums große Geld, sondern darum, einem Freund um jeden Preis zu seinem Recht zu verhelfen. Dabei verschaffen die 13 immer wieder im Vorbeigehen glücklosen Spielern einen Jackpot, und der „Gewinn” des Abends geht nicht in die eigene Tasche, sondern an wohltätige Zwecke.

Ganz ernst zu nehmen ist die neue moralische Linie trotzdem nicht - immerhin haben wir es hier nicht mit Robin Hood zu tun, sondern es geht um Rache und Genugtuung. Doch der Film präsentiert die Machenschaften der Clique mit einem charmanten Augenzwinkern, und es funktioniert - fast unglaublich - auch ein drittes Mal.

Um ein Kommentar abgeben zu können, musst du dich registrieren
Jetzt registrieren

 

Orange_more