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„Rache ist wie ein Gift, sie befällt einen und verändert einen ganz.“ Als Spiderman Peter Parkers (Tobey Maguire) Tante diese Worte zu ihm spricht, scheint es bereits fast zu spät zu sein.
Spidermans Triumpf und Fall
Eigentlich hätte alles so gut ausgesehen: Seine große Liebe Mary Jane (Kirstin Dunst) hat sich entschieden, bei ihm zu bleiben und seine Aufgabe als Spiderman zu unterstützen. Die Menschen von New York sind dankbar und schätzen ihren Helden mehr als je zuvor. Doch ihn lässt das alles langsam den Stolz zu Kopf steigen. Peter hat kein Ohr mehr für seine Freundin, obwohl er sie doch eigentlich heiraten möchte. Er schafft es aber nicht einmal mehr zu bemerken, wie es ihr wirklich geht, so eingenommen ist er von seiner eigenen Rolle.
Als dann noch eine außerirdische, schwarze Masse sich seines Anzugs bemächtigt, beginnt der Kampf nicht bloß mit zwei besonders üblen Schurken, sondern in erster Linie der Kampf mit seinem Ego. Es ist, als ob sein Stolz der bösen Macht die Tür geöffnet hätte. Immer mehr nehmen Aggression und Rachegedanken zu. Der schwarze Anzug verleiht ihm neue Kräfte, aber mit Schrecken muss er erkennen, wie sich seine Persönlichkeit verändert hat.

Spiderman im Kampf mit Sandman.
In der Schule der Tugenden
Regisseur Sam Raimi erklärt: „Beim Höhepunkt des Films muss Peter seinen Stolz beiseite räumen. Er muss sein Verlangen nach Rache unterdrücken.“ Und er fährt fort: „Er muss lernen, dass wir alle Sünder sind und dass niemand von uns über jemand anderem steht. In dieser Geschichte muss er lernen, was Vergebung bedeutet.“ Wohl nicht zufällig spielt sich die Schlüsselszene in einer Kirche ab, wo es ihm gelingt, den schwarzen Anzug endgültig abzulegen.

Showdown zwischen gut und böse
Hinter den gewohnt guten Actionsequenzen, Kostümen und Spinnennetzen verbergen sich diesmal, im dritten Teil von Spiderman, eindeutig Hinweise auf den Kampf, den jeder Mensch kämpfen zu hat: zwischen gut und böse. Am Anfang dabei steht die Entscheidung. Peter weiß, dass der neue Anzug noch mehr Macht verleiht, aber er spürt, dass er sich damit dem Bösen öffnet. Trotzdem entscheidet er sich zuerst zu diesem Schritt. Diese Entscheidung kennt auch jeder von uns.
Die Frage ist nur, welchen Anzug ziehen wir an? Wie entscheiden wir uns? Peter Parker bringt es am Schluss des Filmes auf den Punkt: Jeder hat die Möglichkeit, sich für das Richtige zu entscheiden. Jeder kann, wenn er möchte, immer wieder umkehren und wieder neu für sich wählen, das Gute zu tun. Ihm gelingt es auch schließlich, das Böse abzulegen, weil er eingesehen hat, was ihn wirklich glücklich macht.
Michael Cech
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