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SIE ist… blond. Aber nicht nur. Sie hat auch haufenweise Schuhe, fährt ein Cabrio und hat sich ziemlich weit hoch geackert in der Welt der Wirtschaft.
von Monika Jungk
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Ihr Leben ist eigentlich ganz gut strukturiert, sie weiß was sie will, ist eifrig und düst voller Bestimmtheit durchs Leben und durch Miami. ER trinkt Bier. Fährt außerdem einen Truck, geht in seiner Freizeit auf Vogeljagd und ist somit der Innbegriff dessen, was man sich unter einem eingesessenem Natur- und Nesthocker vorstellt. Liebe auf den ersten Blick? Wohl kaum. Auf den zweiten? Noch immer nicht wirlich. Denn die Unterschiede zwischen den beiden sind groß. Fast ZU groß. Aber nur fast… Lucy Hill (Reneé Zellweger) wird von ihrem Chef aus dem sonnigen Miami in den verlassenen US-Bundesstaat Minnesota „verbannt“. Sie sollte dort eine alte, heruntergekommene Firma „umstrukturieren“, sprich, der Hälfte der Angestellten kündigen. In Minirock und High-Heels landet sie nur zwei Tage später im eiskalten, abgeschiedenen Dorf New Ulm. Die Einwohner akzeptieren sie nicht, den Ofen bekommt sie nicht an, jede Zivilisation scheint meilenweit entfernt und das Leben der Menschen hier fast noch eintöniger als das Weiß des Schnees. Doch schon bald merkt Lucy, dass sie so ganz ohne die Leute hier auch nicht zurechtkommt. Sie findet erste Freunde, lernt langsam das Leben der Landeier zu respektieren und verguckt sich sogar ein bisschen in Ted (Harry Connick, jr.). Ausgerechnet dann klingelt das Telefon, am Apparat ihr Boss aus Miami: die neue Anweisung lautet, die Arbeit in der Fabrik nun ganz einzustellen. Wie sollte sie das jemals ihren neuen Freunden beibringen? Was wird Ted sagen? Sind diese Freundschaften stärker als der Lauf der Wirtschaft und die Differenzen, die seit Beginn zwischen den Dorfbewohnern und Lucy stehen? Sind all die Unterschiede zwischen dem Kaff New Ulm und der Metropole Miami zu groß? Spielt die vorhandene „Andersartigkeit“ wirklich eine so große Rolle? Wenn man sich realistisch umblickt, muss man eigentlich sagen: ja. Ja, denn es ist überaus schwierig, das Anderssein der Menschen um uns herum zu respektieren. Nicht nur Freundschaften zu schließen, wenn gewisse Gemeinsamkeiten vorhanden sind, sondern vor allem auch dann, wenn es eben nicht so ist. Das „Andere“ im anderen zu respektieren. Aber ist es uns überhaupt möglich, NICHT alles in Kategorien zu verpacken, in „unmodisch“, „nicht christlich“, oder „reich“? „New in town“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass Menschen unterschiedlichster Art auch einfach nur SEIN können, einfach nebeneinander und miteinander leben können. Dafür, dass wir mehr sind als unser vorgefertigtes „image“, von der Umwelt geprägt und dann angepasst, dass hinter jedem von uns auch wirklich noch sehr viel mehr steckt. |
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