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Jack Stanfield ist Computer-Sicherheitsspezialist in einem wichtigen Bankhaus in Seattle und genießt den Ruf als einer der besten seines Faches. Sein System ist absolut undurchdringlich, kein Hacker könnte die komplexe Firewall, die er errichtet hat, durchdringen. Der einzige Schlüssel ist Jack selbst, und genau von diesem Schlüssel macht der Gangster Bill Cox gnadenlos Gebrauch.
Jack hat bis jetzt sehr glücklich mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem kleinen Sohn in einer großen Villa außerhalb der Stadt gelebt. Doch schon seit geraumer Zeit beobachtet Cox ihn und seine Familie mit einem Arsenal von Mini-Kameras, registriert ihre gewohnten Tätigkeiten, liest ihre E-Mails und stiehlt alle ihre Passwörter.
An einem festgesetzten Tag ist es dann soweit, er nimmt seine Familie als Geiseln in ihrem eigenen Haus gefangen und zwingt Jack seine selbst konstruierte Firewall aufzulösen und ihm hundert Millionen Dollar zu beschaffen – oder seine Familie stirbt. Doch diese Aufgabe ist für Jack alles andere als leicht: Er hat große Schwierigkeiten in seine eigene Erfindung einzudringen und sie außer Kraft zu setzen, da sie offensichtlich keinen Schwachpunkt hat. Außerdem versucht er vergeblich Fluchtmöglichkeiten zu finden, doch Cox hat alles sehr gut durchgeplant und schreckt vor nichts zurück, um an sein Ziel zu gelangen...
Ein ganz „normaler“ Thriller mit Harrison Ford? Nicht ganz. In „Firewall“ ist die Linie zwischen Gut und Böse im Vergleich zu anderen Hollywood-Thrillern sehr scharf gezogen. Harrison Ford schlüpft in die Rolle eines echten Helden, der um das Leben seiner Familie kämpft. Tapferkeit und Überwindung der eigenen Angst vor dem Tod werden großartig dargestellt.
Der Film reißt außerdem durch seinen Realismus ungewöhnlich stark mit und stellt dem Zuschauer mehrere Fragen: Was ist Tapferkeit? Bedeutet Tapferkeit, dass man keine Angst haben darf? Jack hat sehr große Angst. Trotzdem schafft er es besonnen und ruhig zu bleiben, denn es geht nicht nur um ihn sondern vor allem um seine Familie, die er liebt.
Und genau das zeichnet die Tapferkeit aus. Echte Helden sind nicht Übermenschen, die jeder noch so gefährlichen Situation mühelos entgegentreten. Sie sind Menschen wie du und ich, voller Angst und dem Wunsch vor der Zwickmühle zu flüchten. Aber ein echter Held wird man dann, wenn man sich für ein höheres Ziel einsetzt, für etwas, das einem wichtiger ist, als sein eigenes Leben, eben für etwas, das man liebt.
In der Liebe gibt es keine Furcht – so heißt es schon in der Bibel. Wer also ein Held sein möchte, muss damit beginnen lieben zu lernen, denn dann wird man bereit für das Gute zu kämpfen und sogar sein Leben dafür einzusetzen.
Daniel Keglevic
