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Stefania und Tommaso wollen heiraten. Gläubig sind sie ja nicht besonders, und das mit der Kirche machen sie vor allem wegen ihrer Eltern. Aber etwas Besonderes soll es werden. Stefania hat in den Bergen nahe ihrer Heimatstadt Mailand eine schöne kleine Kirche entdeckt, und nun fahren die beiden hin, um mit dem Priester alles auszumachen. Doch mit Don Livios originellen Methoden haben sie nicht gerechnet: Trauversprechen, Segen, und Schluss – das funktioniert bei ihm nicht. Die besondere Hochzeit sollen sie haben – doch sie müssen sich auch auf etwas Besonderes einlassen.
Worauf sie sich tatsächlich eingelassen haben, dämmert ihnen, als Don Livio an ihrem Hochzeitstag zu einer ungewöhnlichen Predigt ansetzt: In der egoistischen Leistungsgesellschaft von heute könne er es eigentlich nicht verantworten zwei Menschen zu trauen – Statistiken über Scheidungen und Seitensprünge zeigten doch klar, dass die wenigsten Paare den Spagat zwischen Karriere und Familie schaffen. Vor den Augen der erstaunt-irritierten Hochzeitsgesellschaft entwirft er Stefanias und Tommasos gemeinsames Leben, wie es sie seiner Meinung nach erwartet: das erste Kind, der erste Krach, der erste Seitensprung. In einem provokanten Dialog mit den Freunden und Verwandten des Brautpaares stellt er die Frage: Kann man einer lebenslangen Entscheidung Vertrauen schenken, wenn heute alles darauf ausgerichtet ist, sich einen Fluchtweg offen zu halten?
Liturgieverfechter und Freunde der Tradition werden bei „Casomai“ einiges zu meckern haben – und zu Recht. Sandwiches in der Kirche und eine Trauung, bei der Gott kaum erwähnt wird, sind eindeutig gegen die Regeln. Aber es wirft einen nachdenklichen Blick auf die „Ehe“ von heute. Wie soll das denn wirklich funktionieren? Welche Basis brauchen zwei Menschen, um sich ein ganzes Leben lang die Treue zu verspreche?
Der Titel des Films (casomai ist italienisch für „für den Fall, dass…“) stößt uns mit der Nase auf die Antwort: Was ein Paar braucht, ist eine Entscheidung ohne Hintertür, ein Ja ohne Wenn und Aber, und – was in dem Film leider zu kurz kommt – eine gehörige Portion Gottvertrauen.
„Der Heilige Augustinus sagt, dass es zwei schlimme Dinge gibt. Das erste ist, ein Leben ohne Hoffnung zu leben. Das zweite, für mich das Schlimmere, eine Hoffnung ohne Grundlage zu haben.“
Don Livio
Magdalena Trauttmansdorff
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